Bindungsmontage Snowboard - Boot-Überstand (Overhang) einstellen und Aufkantwinkel ermitteln

  • Ohne Boots und mit nur diesen beiden Auflagepunkten an der Nose und am Tail sieht das bei mir auch so aus. Nee also ehrlich... Aber den Bindungswinkel finde ich :thumbup: Total retro! :)


    Was mich an dieser Stelle tatsächlich interessiert ist das:


    Fahrt Ihr vorne und hinten den gleichen Überstand?

    Oder fahrt ihr symmetrische Aufkantwinkel?


    Johann Knieschluss


    Die Frage geht nicht an dich. Du fährst natürlich vorne und hinten 0 Überstand. Für die 70° Neigungswinkel, die mich schon an die Grenzen meiner körperlichen Leistungsfähigkeit bringen würden, kommst Du vermutlich nicht mal aus dem Bett.

  • ich fahr vorn und hinten den überstand den meine bindung/boot diktieren

    unterschiedliche winkel, unterschiedliche stelle am sidecut - also unterschiedlicher überstand

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  • Hat die Bindung keine Einstellmöglichkeiten über Heelcup-Versatz oder über die Lochreihe in der Disk?


    Wie fallen die Überstände bei Dir aus, wenn diese allein dem Diktat der Bindung etc. unterliegen?


    Sind dir auch die kritischen Aufkantwinkel hinten und vorn bekannt, die sich dann aus diesen Zwängen ergeben?

  • Bislang hatte ich immer angenommen, dass man besser hinten mehr Überstand hat, als vorne. Das war aber wohl ein Irrtum und gilt allenfalls für Schuhe, die Brettebene Sohlen haben und vorne und Hinten identisch hoch sind.

    SixtyNiner


    Ich hab mein breiteres board derzeit auf symmetrische Einstellung gestellt (vorne und hinten 5mm Überstand). Dabei fiel mir auf dass der sideslip nun auf heelside kante erheblich mehr kraft braucht.


    Für wenig Kraufaufwand beim sideslip ist es besser an der backside kante etwas mehr Überstand zu haben (verursacht leider aber auch mehr bootouts heelside).


    Und sonst hat supermo das entscheidende Argument gebracht.. die Kante sinkt 1-2cm in den Schnee ein, teilweise mehr.. und dann kann man die im Wohnzimmer gemessenen Winkel nochmal deutlich reduzieren (wobei es bei SixtyNiner ja nur mehr 68Grad im Wohnzimmer waren bei +15Grad Bindungswinkel)


    Ich bleibe bei der Empfehlung bei 31cm boot ca 26..26.5cm min waist bei Anfängern zu spendieren.


    Ich hatte mit meinem schmäleren board 26.2cm min waist bei etwas aggressiverem Carven (keine Eurocarves) genug bootouts, ich will mir gar nicht vorstellen wie das mit 25cm min waist aussieht.


    Oder wie im thread zuvor sogar eine Kombi 32cm boot , duck mit 25cm min waist board


    ?


    Hier noch ein Video, in dem man sieht, dass selbst bei Null Überstand toedrag noch enorm ist. Siehe 2min30sec, angesprochen bei 1:45.. toe cap drag



    5 Mal editiert, zuletzt von Winterzahn ()

  • Ein symmetrischer Überstand erzeugt bei mir (also bei meinen Boots) komplett unterschiedliche Aufkantwinkel. Dies liegt daran, dass eine tief über dem Schnee liegende Ferse viel eher den Schnee berührt als der vergleichsweise hoch über dem Schnee liegende Kontaktpunkt auf der Toeside - dies immer bezogen auf einen identischen Überstand.


    Es wäre nun sehr interessant zu sehen, welche Aufkantwinkel sich mit deinen +5mm Überstand vorne und +5mm hinten tatsächlich realisieren lassen. Wenn meine Theorie mit der Bootform stimmt, kommst du damit vorne bei identischem Überstand deutlich tiefer als auf der Backside. Um solche Messungen durchführen zu können, muss man übrigens standardisierte Bedingungen schaffen und Unschärfen wie den Schnee und das Eingraben des Boards - das in der Praxis zweifellos stattfindet - ausblenden. Anders kann man nicht sauber messen. Auf dem Prüfstand müssen identische Bedingungen herrschen, sonst sind die einzelnen Messungen untereinander nicht vergleichbar. Dass man sich auch die Unterschiede zwischen den Idealbedingungen auf dem Prüfstand und in der Realität bewusst machen muss, ist mir durchaus präsent.


    Wenn der Sideslip auf der Backside deutlich mehr Kraftaufwand benötigt, könnte das übrigens am Forewardlean des Equipments liegen. Höret den Meister ab 0:40:



  • SixtyNiner

    Ich verwendete am breiten board in beiden Fällen (asymm Überstand (-5mm/15mm) , symm Überstand 5mm/5mm max forward lean am highback.

    Durch die Verschiebung der Bindung um 10mm in richtung toe side kante war ein deutlich anstrengender heelside Sideslip zu bemerken. Kannst selbst auch testen und ist logisch besonders sobald du heelside wirklich bei fast null überstand angekommen bist.. zw 30mm und 20mm ist vielleicht weniger unterschied.. aber von 15mm auf 5mm, den unterschied fand ich bemerkenswert

    Einmal editiert, zuletzt von Winterzahn ()

  • HIer die Wideboardmessung:

    282mm min waist

    Boot 307mm

    5mm Überstand vorne

    5mm Überstand hinten


    Aufkantwinkel im Wohnzimmer..

    Aufkantwinkel Ferse 88 Grad

    Aufkantwinkel Zehen 85Grad


    Die Kombination Board-Boot ist Eurocarving fähig, aber nicht mehr anfängertauglich.

  • und hier noch die von supermo angesprochene winkelreduktion beim schmalen board.

    262mm min waist

    Boot 307mm

    19mm Überstand hinten

    Bindungswinkel 15 Grad

    Bei Einsinktiefe 2cm anstelle von 72Grad (0cm Einsinktiefe) nur mehr 66Grad Aufkantwinkel.


    Hinweis: je geringer der Aufkantwinkel ohne Einsinktiefe gemessen umso höher auch die Reduktion in Grad bei 2cm Einsinktiefe

    (Im Umkehrschluss bei 90 Grad möglichem Aufkantwinkel spielt die Einsinktiefe bei dieser Messung keine Rolle mehr, die 90Grad bleiben unabhängig von der Einsinktiefe erhalten)

  • Dank für die Messungen im Grenzbereich. Sehr interessant, welche Aufkantwinkel sich mit deiner Boot-Bindungs-Kombi ergeben. Bei mir wären die Aufkantwinkel bei gleichem Überstand übrigens umgekehrt. Vorne ginge mehr Neigung hinten weniger. Dies ist wohl der Bootgeometrie und der ausformung der Ferse geschuldet.


    Die Einsinktiefe würde ich wie gesagt bei diesen Messungen vernachlässigen - bzw. immer von einer parkettartigen Schneeoberfläche ausgehen. Am schönsten ist es sowieso mit einer Einsinktiefe um die 30cm. Und ich denke, da sind wir uns vermutlich einig, dass es 30 cm unter der Schneeoberfläche keine Rolle mehr spielt, ob der Überstand jetzt 2,0 oder 2,5 mm beträgt. Toedrag ist da kein Thema - nur der Auftrieb.

  • Zitat

    @SixtiyNiner

    Dank für die Messungen im Grenzbereich. Sehr interessant, welche Aufkantwinkel sich mit deiner Boot-Bindungs-Kombi ergeben. Bei mir wären die Aufkantwinkel bei gleichem Überstand übrigens umgekehrt. Vorne ginge mehr Neigung hinten weniger. Dies ist wohl der Bootgeometrie und der ausformung der Ferse geschuldet.

    --------> der Berührungspunkt und daraus resultiere de Winkel zehen und fersenseitig sind bei mir beim schmäleren board auch umgekehrt, bei gleichem Überstand ist der Winkel bei meinem schmalen dann auch vorne leicht besser.


    Zitat

    Die Einsinktiefe würde ich wie gesagt bei diesen Messungen vernachlässigen - bzw. immer von einer parkettartigen Schneeoberfläche ausgehen.

    -------->Ist bei schmalen boards, siehe mein 262mm min waist board, nicht zu vernachlässigen (6 Grad, siehe Fotos), und besonders bei deinem 253mm board nicht.



    Zitat

    Am schönsten ist es sowieso mit einer Einsinktiefe um die 30cm. Und ich denke, da sind wir uns vermutlich einig, dass es 30 cm unter der Schneeoberfläche keine Rolle mehr spielt, ob der Überstand jetzt 2,0 oder 2,5 mm beträgt. Toedrag ist da kein Thema - nur der Auftrieb.

    --------> über Tiefschnee sprechen wir aber beim bootout Thema nicht. Carven und sideslip auf steiler piste und slasher bomb Notanker sind vom bootout betroffen.

    4 Mal editiert, zuletzt von Winterzahn ()

  • also beim fish ( 26cm ww, aber sidecut radius mitte ziemlich weit hinten ) war toe drag nen thema - halten am steilen krustigen hang - aua

    einen stein hatte ich auch mitm toe erwischt (board ging vorbei/ kein kontakt) aber das ist auch schon 6 jahre her :) so leichtsinnig schmale bretter fahr ich nicht mehr


    sonst stimmts aber, minimaler drag stört nicht


    ich weiß nicht wie euer fazit des threads ist

    ich für meinen teil habe schuhlänge -5 cm verfestigt - für normale fahrer die luft nach oben haben wollen

    für carver mehr

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  • Ja sehe ich auch so,

    Für normalfahrer und Anfänger schuhlänge-5cm


    Eurocarven im duck stance wird dann so ab min waist= Schuhlänge-3cm interessant/brauchbar

    3 Mal editiert, zuletzt von Winterzahn ()

  • Hallo Leute ;-)


    Erst mal danke an SixtyNiner


    sehr Interessant zu lesen hier.


    Werde, wenn noch gewünscht, meine beiden Boards mit Messungen mit Boots auch noch einmal einstellen.


    Hab auch zwei schöne Beispiele ( WW 26,5 und eines mit WW 28,6 jeweils mit 32,2 Boots )


    ich weiß nicht wie euer fazit des threads ist

    ich für meinen teil habe schuhlänge -5 cm verfestigt - für normale fahrer die luft nach oben haben wollen

    für carver mehr


    Das ist auch mein Fazit nach diversen Wochen an Probieren, Recherche und Messen gewesen. Daher habe ich das auch so in die Empfehulng geschrieben.


    Das viele andere Faktoren auch noch mit spielen sehen wir in diesem Thread. Sehr Interessant und für den Boarder der an die Grenzen gehen möchte eine schöne Informationsquelle.


    Gruß

  • welches board (Marke/Typ) hat 28.6cm min waist?

  • nitrofoska


    Ja, die Messwerte wären natürlich interessant. Insbesondere das Zusammenspiel von Überstand und Aufkantwinkel. Letzterer ergibt sich nämlich aus dem Verhältnis von Boot-Überstand und der Höhe des Kontaktpunktes über der Base. Je höher der Boot über der Base steht und je kleiner der Überstand desto größer der Aufkantwinkel.


    Die "Gelehrtenmeinungen" wie der Überstand idealerweise eingestellt werden sollte, gehen auseinander:


    1. "Gelehrtenmeinung":


    Der Bootüberstand sollte vorne und hinten möglichst gleichmäßig sein. Nachteil: Je nach Bootgeometrie führt dies zu ganz unterschiedlichen Aufkantwinkeln, zum Beispiel wenn der Boot vorne viel höher über dem Schnee steht, als die Ferse.


    2. "Gelehrtenmeinung":


    Vorne sollte der Aufkantwinkel größer sein als hinten, weil man sich vorne meist weiter in die Kurve legen kann, als hinten. (Nachteil: Was passiert dann im steilen Gelände mit der Ferse?


    Da die sogenannten "Gelehrten" früher auch propagiert haben, dass man die Baordlänge an der Körpergröße festgemacht, bin ich bei solchen Aussagen immer skeptisch. Mittlerweile ist diese Herangehensweise ja auch überholt.

  • ich stimme für gelehrtenmeinung 2 (die alte 2/3 zu 1/3 regel)

    nichts passiert, weil der normale user nicht so stark aufkanten kann auf der backside ohne das es anfängt zu hüpfen, die technik viel druck auf die backside zu bringen ist einfach viel komplexer und kraftaufwändiger; wenn schuhänge-5cm eingehalten wird gibts bei 2/3 1/3 keine probleme auf der backside


    leute die sich bewusst sind was sie wollen (eurocarve auf beiden seiten) machen 50/50 , der rest (auch ich und ich will hin zum eurocarve) mache 2/3 1/3


    50/50 ist ne 1 promille zielgruppe

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