Beiträge von SixtyNiner

    Ehrlicherweise sind die Experten gar nicht so ratlos. Die Politik allerdings schon, deswegen ist es unbedingt zu begrüßen, dass sie sich den Rat der Experten holen.

    Das meinte ich. Die politisch verantwortlichen Experten waren anfangs recht Ratlos. Es hat gedauert, bis Corona zur Chef-Sache wurde. Das hat wertvolle Zeit gekostet. Inzwischen holt die Politik aber gedanklich auf. Ich verweise hier mal auf eine Publikation, die nicht aus dem Wissenschaftskreis im engeren Sinne kommt, aber von der man im Zusammenhang mit den Maßnahmen wohl noch öfter hören wird: "The Hammer and the Dance"


    https://medium.com/@tomaspueyo…nd-the-dance-be9337092b56

    Shrew Danke! Der Gedankenaustausch tut mir gut.

    Deine Eltern sollten unbedingt zuhause bleiben und keinen Fuß vor die Tür setzen. Es sollte jemand für sie einkaufen und die Taschen vor der Tür abstellen. Mit der Latte an Vorerkrankungen wäre jeder der zu Besuch kommt ein potenzielles Risiko. Aber so wie ich dich hier kennengelernt habe weißt du das schon und setzt es auch um so gut es geht

    So habe ich es den Eltern nahegelegt. Ich stelle meine Einkäufe in die Garage. Mit meinen Beziehungen in das deutsche Corona-Epizentrum bin ich gerade ohnehin maximal in der Gefahrenabwehr. Offenbar bin ich mit meiner Alu-Hut-Mentalität dann doch nicht ganz allein. :rolleyes:

    Aber in deinem anderen Post hattest du ja gesagt dass Corona potenter ist als die anderen

    Ich habe es nicht nachgelesen, was ich dort geschrieben habe. Aus der Erinnerung: Ich wollte ausdrücken, dass das Corona (neu) irgendwie deutlich leistungsfähiger ist, als die bekannten Corona- bzw. SARS- und MERS-Erreger der Vergangenheit. Politiker sprechen hier gern von "Heimtücke", so als würde ein Virus bewusst handeln. X/ Es lebt nicht. Es kann nicht denken. Was diese spezifischen Leistungs-Merkmale bestimmt, wüsste ich dennoch gern.


    Von EHEC weiß ich noch, dass man nach einigem Rätselraten zunächst spanische Gurken im Verdacht hatte. Diese Fährte hat sich dann aber als Irrweg entpuppt, der die Gurken-Bauern fast die Existenz gekostet hätte. BSE habe ich auch schon miterleben dürfen. Es hat hier in Deutschland recht lange gedauert, bis man von den ersten Meldungen durch die Veterinärin Dr. Margrit Herbst schließlich den Übertragungsweg über das Viehfutter verstanden hatte. Dazwischen habe ich die Politik als relativ Hilf- und Ratlos erlebt. Ganze Bestände wurden gekeult. Keiner aß mehr Rinderwahnfleisch. Nicht falsch verstehen: Ich möchte die Erreger nicht vergleichen. Vergleichbar ist jedoch dies: Ich erlebe die selbe Ratlosigkeit der Experten nicht zum ersten Mal. Diesmal ist es nur eine in jederlei Hinsicht andere Dimension.


    Das beschäftigt mich gerade sehr. :/


    schneehoernchen


    Chillen kann ich grad nicht. Es gibt hier Leute in meinem unmittelbaren Umfeld, deren gesamte wirtschaftliche Existenz geht gerade den Bach runter. Und andere zahlen noch einen höheren Preis.

    Also was die aktuelle Entwicklung angeht würde ich lieber folgende Quellen nutzen:

    Johns Hopkins University

    RKI

    European Centre for Disease Prevention and Control

    Diese Quellen stehen bei mir ohnehin unter Dauer-Beobachtung. Auch lese ich aktuelle Preprints, habe diese Quellen aber alle bewusst nicht verlinkt, weil die Artikel drt nicht "peer reviewed" sind, und für die meisten Mitleser wohl ohnehin zu weit führen würden. Ich sehe es schon als Erfolg an, wenn sich ein paar Leute, die sich vielleicht nur über Facebook und Foren informieren, mal auf Qualitätsjournalismus stoßen.


    Die Beispiele EHEC, Noro-Vieren dienen mir nicht als Vergleich zum Corona-Virus, sondern zum Infektionsgeschehen im allgemeinen und der Schwierigkeit die Infektionsketten nachzuvollziehen, selbst wenn die Quelle wie zum Beispiel eine Klimaanlage nicht in der Gegend herumläuft.


    SleazyMartinez


    Lies bitte noch einmal meinen Eingangspost vom 29.Februar. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Entwicklung schon eine ganze Weile auf dem Radar. Ende Februar war dann für mich bereits ein Punkt erreicht, an dem ich die allgemeine Untätigkeit gerade auch der lokalen Vertreter auf Landratsebene nicht länger ausgehalten habe. Mit meinen Überlegungen war ich den offiziellen Empfehlungen der Politik um Tage wenn nicht gar Wochen voraus.


    Für die Laberecke eines Snowboardforums finde ich das fachliche Niveau die Informationsqualität und die Kommunikationskultur daher mehr als adäquat. Wir schreiben hier ja keine Sondergutachten für den Kriesenstab. Trotzdem gab es schon praktische Lebenshilfe, als offizielle Stellen noch "Keine Panik aber wachsame Aufmerksamkeit" (oder so ähnlich) propagierten. Ich habe mich mit Personalverantwortlichen darüber unterhalten. Wir haben die Aussage für uns mal in ein Mitarbeitergespräch übersetzt und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Botschaft für die meisten Leute hieß: "Läuft! Weiter so!" Und genau das haben dann ja auch viele so gemacht.


    Ich bin nun gespannt auf die weitere Entwicklung und das bevorstehende "Feintuning" am Maßnahmenkatalog.


    Zum Schluss noch ein Appell und etwas persönliches: Meine Eltern sind um die 80 und mit der ganzen Palette multipler Vorerkrankungen geschlagen: Bluthochdruck, Diabetes Typ II, COPD, Sarkoidose. Ich muss irgendwie sehen, wie ich die Alten durch den Sommer bringe. Deshalb beschäftigt mich das Thema ganz ohne Spaß und ohne Loch weiter, mit oder ohne den gepflegten Diskurs hier.


    SleazyMartinez


    Mach was Du willst.


    @All


    Bitte beachtet die aktuell offiziellen Empfehlungen. Macht euch dabei aber auch immer bewusst, dass das RKI und auch die Regierung von "hochdynamischen Lernprozessen" sprechen und selbst Virologen einräumen müssen, dass die Empfehlungen und Anordnungen sich aufgrund neuer Erkenntnisse rasch ändern können.



    Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

    Das Contact Tracing ist sicherlich auch eine wirkungsvolle Maßnahme. Wie bei allen Gegenmaßnahmen ist aber auch hier das Timing ganz entscheidend. In einigen Bundesländern geht das jetzt eventuell noch. Es gibt aber auch dabei einen gewissen Punkt, ab da ist das nicht mehr zu stemmen, es sei denn, man nutzt Big-Data und trackt elektronisch.


    Auch das aktuelle Kontaktverbot ist sicherlich ein guter Ansatz, den man früher hätte zur Anwendung bringen können. Da Politiker aber immer darauf achten, keine unpopulären Entscheidungen zu treffen, begegnete man dem Problem zunächst mit Geldmitteln und nicht gleich mit einschneidenden Maßnahmen für die Bürger. Nachdem in Heinsberg die Schulen dicht waren, ist man dort zum Schwimmen, Skifahren und Fußball in die Nachbarkreise gefahren. Der Denkanstoß, dass man jetzt besser zu Hause bleibt, ist bei den zuständigen Politikern auf Widerspruch gestoßen. In den ersten Wochen, als hier noch über Fußball diskutiert wurde, fand man Stadionverbote für Heinsberger Fans "diskriminierend".


    Auch Dank Ischgl hat man deutschlandweit jetzt unzählige Brandnester. Dass die Einschläge näher kommen, bemerke ich auch daran, dass enge Freunde in häuslicher Quarantäne sind, weil sie im Beruf und in der Freizeit Kontakt zu nachweislich infizierten hatten. Eine Nachbarin der Eltern hat sich nach der Rückkehr aus Ischgl gleich selbst isoliert. Der anschließende Test war positiv - so wie bei mindestens sechs weiteren Mitreisenden. Hier hat vor allem Selbstdisziplin die weitere Ausbreitung unterbunden.


    Was das jetzige Kontaktverbot bringt, wird man in einigen Tagen sehen. Ich beobachte dazu verschiedene Quellen, die die Fallzahlen und Rohdaten unterschiedlich aufbereiten. Besonders gut finde ich die Darstellung der Süddeutschen Zeitung:


    https://www.sueddeutsche.de/thema/Coronavirus


    Dort beobachte ich vor allem die Verdoppelungszeit und den Trend.


    Für NRW betrachte ich die interaktive Karte der RP:


    https://rp-online.de/panorama/…rte-und-tote_aid-49470887


    Die Challenge und bescheidene Hoffnung ist, dass sich die Verdoppelung innerhalb der kommenden Tage verlangsamt und die Steigung abnimmt. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Kranken der nächsten 5-10 Tage jetzt schon infiziert sind und die eigentliche Krankheit gerade ausbrüten. Einige Verdoppelungen werden wir also noch sehen, bevor die Kontaktverbote eine erste Wirkung in der Kurvendiskussion der Fallzahlen zeigt.


    Wenn die Transmission auch indirekt durch Schmierinfektion oder Fäkal-Oral über Oberflächen oder über Zwischenwirte laufen kann, dann bringt Abstand zum Mitmenschen nur Teilerfolge. Will sagen: Wenn SARS-CoV-2 beispielsweise auch auf dem Griff vom Einkaufsagen lauert, kappt ein Kontaktverbot auch nur einen Teil der Infektionsketten.


    Ich erinnere mich noch gut an "übersichtliche" lokal begrenzte Epidemien in der Vergangenheit. Selbst bei bekannten, gut erforschten Erregern und stationären Infektions-Quellen ist die Rückverfolgung oft nicht leicht. Ich denke an:


    EHEC: https://www.spiegel.de/wirtsch…ie-gefunden-a-923249.html


    Legionellen in Warstein: https://de.wikipedia.org/wiki/…Ausbruch_in_Warstein_2013


    Noro-Virus in TK Erdbeeren auch China: https://www.bfr.bund.de/de/nor…ausbruch_2012-133211.html


    Der neue SARS-Erreger ist noch relativ unbekannt. Nur eines ist sicher: SARS-CoV-2 ist in vielerlei Hinsicht deutlich potenter als seine verwandten Vorgänger. Auch ich wüsste nun zu gerne, was das Muster hinter dieser viralen Erfolgsgeschichte ist.


    Auch wenn ich kein Virologe bin, betrachte ich dieses Rätsel mittlerweile als meine persönliche Herausforderung.


    Und zum Schluss noch eine Seuchen-Anekdote:


    https://www.spiegel.de/gesundh…pidemie-an-a-1149927.html

    In den letzten Tagen haben wir erleben müssen, dass die Hygiene-Basics, die ich bereits in einer ganz normalen Erkältungssaison praktiziere, allein offenbar noch nicht ausreichen, um bei den Covid-19 Neuinfektionen eine Trendwende herbeizuführen. Der Staat wirft inzwischen unbegrenzte Mittel in die Waagschale, Politiker sprechen von der größten Herausforderung seit Kriegsende und Mediziner schieben schon jetzt Sonderschichten. Auch der Einzelne ist nun explizit aufgefordert, seine Bemühungen zu erhöhen.


    Eventuell könnte man jetzt neben den Hand-Hygiene-Basics und Ausgangssperren auch in Erwägung ziehen, einfach seine unmittelbare Umgebung und persönliche Gegenstände etwas sauber zu halten, als sonst. Es gibt bislang keine Studie, die belegt, dass sich SARS-CoV-2 ausschließlich nur direkt über Tröpfchen und Aerosole (Airborne) überträgt. Tatsächlich rätseln die Wissenschaftler noch, über die genauen Infektionswege, weil es auch Infektionsketten gibt, die nicht zweifelsfrei mit einem unmittelbaren Kontakt von Mensch-zu-Mensch erklärt werden können. Shrew Besonders gespannt bin ich auch auf die Ergebnisse von Dr. Ricarda Schmithausen, von der Uni Bonn, die Luft- und Oberflächen-Proben in Heinsberger Haushalten genommen hat. (Leider weiß ich nicht, wo und wie die Uni Bonn die neuen Untersuchungsergebnisse publizieren wird. Vielleicht hast du da andere Recherche-Möglichkeiten.)


    Ob man die neuen SARS Krankheitserreger in "ausreichender" Menge von Oberflächen aufnehmen kann, ist bislang tatsächlich noch nicht belegt. Es ist aber auch nicht bewiesen, dass Sauberkeit im persönlichen Umfeld schadet. Selbst wenn man dadurch nur erreicht, dass man sich jetzt keine anderen überflüssigen Infektionen einfängt, ist das in meinen Augen schon ein Gewinn. Auch auf die Art entlastet man das Gesundheitssystem, einfach weil man nicht in der Sprechstunde hockt und damit die andernorts eventuell dringender benötigte Aufmerksamkeit eines Mediziners oder eines Labors bindet.


    Deshalb plädiere ich nochmals dafür, nicht nur Handys sondern auch andere häufig berührte Oberflächen sauber zu halten. Ich spreche hier bewusst nicht von Desinfektion, sondern nur vom regelmäßigen Reinigen. So wie hier:


    https://www.tk.de/techniker/ma…ne-haende-hygiene-2009266


    Das bekannte Leben gerät gerade aus den Fugen. Einige von uns haben ja jetzt etwas mehr Zeit. Und ich denke nicht, dass es unter den gegebenen Umständen zu viel verlangt ist, noch etwas mehr zu geben, als nur "nicht-husten".


    Sollte man dagegen in einem Krankenhaus tätig sein, müsste man eigentlich noch deutlich umsichtiger sein.



    Das Problem ist hier mE, dass gerade diese sehr häufig berührte Oberfläche "Smart-Phone" vom Reinigungspersonal nicht erreicht wird. Firmen und Krankenhäusern wird zwar empfohlen, Tastaturen, Gemeinschaftsdrucker, Aufzugknöpfe u.s.w. regelmäßig zu Reinigen und zu desinfizieren, weil bekannt ist, dass sich hier besonders "fiese" Keime tummeln. Das private Handy, also einer der meist-betatschten Gegenstände, entzieht sich im Krankenhaus leider sehr erfolgreiche diesen institutionellen Hygiene-Maßnahmen. Ich finde das in Hinblick auf die Krankenhaushygiene sehr bedenklich.

    Dafür habe ich leider gerade keine Zeit. Ich werde das nachholen. Ich habe keinen Nerv 100% Performance von einem Snowboard zu fordern, um mich dann an dieser Stelle mit 80% zu begnügen. Dies entspricht nicht meinem Naturell. Familie und Gesundheit gehen vor. Gute Nacht.


    Wenn dir die Welt nicht seriös genug ist, kann ich mich noch steigern:


    https://www.krone.at/2113803

    Dann betrachten wir es einmal aus Perspektive des infizierten. Hier nimmt das Handy meiner Meinung nach auch eine interessante Rolle ein, weil es vor dem Mund platziert ein "Droplet-Catcher" erster Güte darstellt, wie eine Hand oder ein Taschentuch. Taschentücher werden entsorgt und Hände können gewaschen werden. Meine These: Händewaschen bringt in diesem Szenario nicht viel, wenn man anschließend sofort wieder in den eigenen Speicheltröpfchen auf dem Display rumrührt.


    Hier noch eine Studie, die ich leider noch nicht vollständig lesen konnte, in der es auch um die möglichen Übertragungswege geht:


    https://www.journalofhospitali…-6701(15)00367-9/fulltext


    Man beachte die Abbildung: Transmissions routes: Indirect contact (routes involving a combination of hand and surface.)


    In der Abbildung niest man aufs Bett oder auf die Hand und berührt dann das Bett wodurch das Bett

    Shrew


    Ich weiß natürlich auch, dass die Tröpfcheninfektion eigentlich der klassische Weg einer solchen respiratorischen Erkrankung ist. Aber auch die direkte und indirekte Schmierinfektion über Patientenhände und Gegenstände wird im Zusammenhang mit Corona als möglicher Infektionsweg genannt.


    Wo findest du solche aktuellen Studien? Vielleicht kannst bei Gelegenheit mal einen Recherchelink posten.


    Das ich bei der Schmierinfektion noch etwas weiträumiger denke, könnte auch damit zusammenhängen, dass ich früher mal im Pflegebereich und in Großküchen arbeiten durfte. Dort hat mich mal ein alter Dragoner von Schwester (noch dieser Typ in Uniform/Tracht) dabei erwischt, wie ich in Straßenkleidung auf einer Arbeitsfläche gesessen habe. Das gab dann erst einmal eine Hygiene-Nachschulung von dem alten Besen. Seither bin ich etwas umsichtiger, wie ich Oberflächen durch meine Präsenz impfe. In der Lebensmittelhygiene spricht man da glaube ich auch von Kreuzkontamination. Dabei wandern die Hepatitis und Noro-Virus auch mehrstufig über Werkzeuge / Objekte. Also vom rohen Fleisch aufs Messer, von dort auf den Salat und weiter in den Mund. Auch andere Berufsgruppen kennen diese Szenarien. Sanitärinstallateure, die mal eine Hygieneschulung in Sachen Trinkwasserhygiene genossen haben, sollten wissen, dass man mit Werkzeugen, die auf der Abwasserseite waren nicht so einfach an die Trinkwasserleitungen geht. (eigentlich) Die Mehrheit denkt sich da natürlich gar nichts bei. (Ich glaube, es war in der VDI 6023)


    Solange man weiter Großveranstaltungen zulässt, ist dieses Szenario aber vermutlich nicht der Übertragungsweg Nummer 1.


    Schmierinfektion für Einsteiger:


    https://www.infektionsschutz.d…ege/schmierinfektion.html


    https://www.infektionsschutz.d…ern-im-alltag.html#c10766


    Und im Wartezimmer beim Arzt immer vor dem Umblättern schön am Finger lecken ... :)

    Besonders gut gefällt mir dieser Hinweis:

    Das CDC empfiehlt ebenso häufig verwendete Objekte und Oberflächen regelmäßig mit einem normalen Haushaltsspray oder einem feuchten Tuch abzuwischen, das ist schon richtig.

    So wird am Ende noch ein Schuh daraus. Eine OP-mäßige chemische Flächendesinfektion optisch sauberer und trockener Oberflächen durch Alkohol hatte ich ursprünglich auch gar nicht im Sinn. Meine Idee hier war das regelmäßige Entfernen von sichtbarem Schmierschmutz von einem der im Alltag am häufigst verwendeten Objekte, das sich nicht nur dadurch auszeichnet, dass es uns überall hin begleitet, sondern uns auch noch besonders nah kommt.


    Vielleicht ist meine Überlegung ja auch völlig übertrieben und es ist doch nur das Miasma.

    Ich weiß nicht genau worauf du mit deinem Post hinaus willst

    Ich denke, es geht jetzt darum die Aufmerksamkeit und Sensibilität für das Thema zu wecken und dafür zu sorgen, dass sich möglichst viele Leute mal ihre Gedanken um die zentrale Frage machen:


    Was kann der Einzelne dazu beitragen, um die Infektionsketten soweit zu unterbrechen, dass die Kurve der Neuinfektionen in absehbarer Zeit mal wieder abflacht. Andernfalls haben wir bald italienische Verhältnisse. Und das wäre nicht lustig.


    Ich mache mir diese Gedanken auch, aber nicht nur, weil wir respiratorische Vorerkrankungen in der Familie haben. Davon mal abgesehen, hätte auch ich gerne weiterhin ein funktionierende Gesundheitsversorgung ohne personelle Ausfälle. Auch sind wir wirtschaftlich davon Abhängig, dass die Produktion läuft. Das alles ginge aber nicht, wenn die halbe Belegschaft mit einem Krankenschein in Quarantäne säße.


    Nies-Etikette, Handhygiene und Abstand halte ich inzwischen eigentlich für selbstverständlich.


    Handhygiene nutzt meiner Meinung nach wenig, wenn die Finger sofort wieder in Hochfrequenz auf kontaminierten Oberflächen unterwegs sind. Ich denke, wir müssen die Handhygiene auch mal weiterdenken und exponierte Oberflächen in unserer unmittelbaren Umgebung anders wahrnehmen. Klobürsten sind bah. Aber Mamas Handy bekommen die Kinder sogar beim Essen zum Spielen. Gleiches gilt natürlich für Einkaufswagen, Computer-Tastaturen im Büro, Tablets, die in Schulen im Unterricht geteilt werden etc.


    Ich denke, dass auch dieser Gedankenaustausch einen kleinen Beitrag leistet, das Bewusstsein für Hygienemaßnahmen im Alltag zu verändern und im Idealfall noch etwas zu verbessern.


    Also bleibt aufmerksam und generell Gesund.

    Ich habe mir die Studie mal durchgelesen. Hier geht es, wenn ich das richtig verstehe, um das Überleben verschiedener Vieren auf "trockenen unbelebten Oberflächen".


    Ich denke im Augenblick jedoch nicht an die nackte, trockene Oberfläche auf der sich im mikroskopischen Bereich ein paar Vieren tummeln, sondern an den auf manchem Tablet oder Smartphone-Display sichtbaren, makroskopischen Schmier aus Fingerschweiß, Hauttalg und Mucus, der ständig frisch angespuckt, angefeuchtet und mit dem Finger durchgemixt und bei Anruf direkt ins Gesicht transportiert wird. Zum Vergleich: Aus Virenperspektive ist ein einziger Fingerabdruck das, was für einen Menschen die Alpen sind - weites Land.


    https://www.wsj.com/articles/f…navirus-fears-11583512719


    ...weil Geldscheine gerade dann, wenn diese immer schön mit frischen Spuren von organischen Absonderungen der menschlichen Schleimhäute versorgt werden, besonders gute Überlebensbedingungen bieten:


    https://www.welt.de/wissenscha…ang-auf-Geldscheinen.html


    "Mit frischen Spuren menschlicher Absonderungen versorgt." Ich denke, dass gleiche gilt in besonderem Maße auch für Smartphones. Patient 0 Spuckt beim Telefonieren ständig sein Aerosol darauf, rührt darin herum, Patient 1 hält mit seinem Schweiß alles schön frisch und feucht, was er tagsüber so aufsammelt und auf der Oberfläche abklatscht.


    Manche Handys, sind vermutlich ebenso verseucht, wie Dollar-Noten. Allerdings könnte es sein, dass ein Phone als ein "persönlicher Gegenstand" irrtümlich irgendwie als "sauber" wahrgenommen wird, wie "mein Teller" und "mein Löffel"?


    Das wäre wohl ein Irrtum.

    Ride trident

    Der Boot ist genial. Ich habe den Insano, weil mir der Trident für einen Zweitschuh doch etwas zu teuer war. Heute bereue ich es ein wenig und hätte lieber den Trident. Der Wrap Innenschuh ist z.B. besser. Ich habe noch nie einen Boot probiert, in den man leichter hinein schlüpfen konnte. Der Boot kombiniert, wie der Insao Spine-Back und die Kunststoffverstärkte Zunge. Ich glaube, der Boot bricht nicht so schnell ein, wie andere. Außerdem lässt sich der Schuh 1A einstellen. Null-Heel-Lift. Meiner Meinung nach is der Boot deutlich besser als der Insano, aber leider auch teurer.

    Ich mag das Niveau und die Diskussionskultur hier! Vor allem solche Sätze muss ich mir merken: Korrelation bedeutet nicht unbedingt Kausalität.


    Wie war das gleich? Wenn rote Autos signifikant häufiger in Unfälle verwickelt sind, muss man doch eigentlich nur die Autos anders lackieren? :)


    Und jetzt lese ich mal den verlinkten Fachartikel.

    Also das mit der Übertragung durch Handys ist vermutlich möglich, wird aber nur sehr selten vorkommen. Behüllte Viren sind nicht sehr stabil gegen Trockenheit. Die Infektion von Mensch zu Mensch über Sekrete ist da schon deutlich dominierend.

    Genau dahin geht meine Überlegung. Außerhalb des Wirtes sind Vieren nur relativ Kurz überlebensfähig. Außerhalb des Wirts tickt die Uhr gegen ein Virus. Wie lange genau diese Corona-Vieren außerhalb des Körpers überleben können, ist vermutlich noch gar nicht hinreichend erforscht. Die Frage ist ja auch erst seit ein paar Wochen in der Welt. Man vermutet nun, dass es sich ähnlich verhält, wie bei anderen bekannten SARS-Erregern. "Vielleicht ein paar Stunden oder Tage", so genau kann einem das momentan keiner beantworten. Entscheidend scheint mir daher die "Reisegeschwindigkeit". In den Raum genießt, erreicht der Erreger 200Km/h. Mit dem Handy würde der Erreger zwar deutlich langsamer, aber auch sehr treffsicher von Mund über Hand zu Gesicht reisen. Auch unterläuft der Virus dort unsere "Deckung" weil die Aufmerksamkeit gegenwärtig auf dem Nießer, der Maske und bestenfalls der gelegentlichen Handhygiene ruht.

    Und ich glaube, dass es in Nordkorea noch zu keinem Ausbruch gekommen ist, liegt daran, dass die Bevölkerung nicht reisen darf und das Land auch nicht durch viele Touristen heimgesucht wird. Zusätzlich wage ich zu bezweifeln dass die Berichte aus Nordkorea immer der Wahrheit entsprechen. ;)


    Das sagte ich a auch schon.


    Ob es tatsächlich eine statistisch signifikante Korrelation zwischen Handynutzungsfrequenz und der Verbreitungsgeschwindigkeit des Erregers gibt, müsste man untersuchen. Ich habe hier einfach mal ein paar wenige vorhandene Daten extrapoliert. ;-) Oder wie hast du das neulich ausgedrückt? "Reine Spekulation", wie meine Frau sagen würde. :-)


    Wenn man aber ein geschwächtes Immunsystem hat, sollte man wohl besser kein fremdes Handy in die Hand nehmen, geschweige denn damit telefonieren.


    Das denke ich auch, aber ich beobachte auch die gedankenlosen Bewegungsmuster in meiner Umgebung. Erst alles anfassen, dann tip, tip, tip auf dem Display und schwupp ab damit ins Gesicht.


    Hände waschen und nicht ins Gesicht fassen, sind gute Tipps, die man derzeit sehr oft hört. Ich glaube aber dabei entgeht unserer Aufmerksamkeit etwas ganz wesentliches.


    Fettige und nur durch kaltes Wasser gezogene Biergläser verdränge ich einstweilen ganz. Sonst fange ich noch an, darüber nachzudenken, dass der Nordkoreaner im Allgemeinen und im Besonderen auch keinen Sitzungskarneval kennt. ^^

    Corona, der "Handy-Virus"?


    Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr meine ich hier ein Muster zu erkennen. Besonders stark von Corona betroffen erscheinen derzeit Länder in denen das Handy in der Gesellschaft allgegenwärtig ist. In China geht schon lange nichts mehr ohne Handy. Südkorea ist das Mutterland von Samsung. Der Japaner kann ebenfalls nicht ohne und Italien war schon immer das Mutterland des Telefonino. Über die Handynutzung im Iran weiß ich zu wenig, aber die Iraner, die ich hier aus Deutschland kenne, legen das Handy auch kaum aus der Hand. Und auch bei uns in Deutschland ist das Klugtelefon inzwischen ja omnipräsent.


    Ich möchte mit meiner Überlegung nicht von der Möglichkeit einer direkten Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch ablenken. Aber falls sich Corona-Vieren auch über infektiöse Sekrete auf unbelebten Gegenständen übertragen können, sehe ich das Handy als mögliche Zwischenstation und Transportvehikel ganz weit vorn. Beim Telefonieren ist die Handy Oberfläche in unmittelbarer Nähe des Mundes und den Tröpfchen, die beim Sprechen ausgeworfen werden, direkt ausgesetzt. Nach dem Telefonieren legt man auf und fasst dazu noch mitten hinein, in das frische Sekret. Von dort geht die Reise rasch weiter über die Türklinke an nächste Hand, die es dann beim anschließenden Mail-Check gleich wieder aufs Handy schmiert. Von dort hat der Erreger nun die besten Chancen gleich ohne weitere Umwege ins Gesicht und damit in die Nähe der Schleimhäute zu gelangen. Sobald es klingelt, ist das Handy nämlich im Gesicht und damit wäre der Erreger schon gefährlich nah ein den Einfallspforten Mund, Nase und Auge angekommen. Mit dem Handy als Zwischenstation und Transportmittel, werden die Wege für den Erreger von der Aerosolbildung beim Telefonieren, bis ins Gesicht des potentiellen Wirtes sehr kurz.


    Man könnte es nun als Propaganda abtun, aber Nord-Korea hat nach eigenen Angaben (noch) kein Problem mit Corona. Das könnte einerseits daran liegen, dass es kein attraktives Reiseland ist und daher nur wenige Erreger dort eingetragen werden. Dass es sich dort wenn überhaupt, eventuell nicht so explosionsartig verbreitet, wie andernorts, könnte eventuell auch daran liegen, dass in Nordkorea kaum ein "Schwein" ein Smartphone besitzt und der Erreger dort auf der Türklinke dann oft genug regelrecht "verhungert".


    https://de.wikipedia.org/wiki/…_Anzahl_an_Mobiltelefonen


    Shrew (Das war jetzt mal so ein "halbgebildeter" Guess meinerseits)


    Ich würde mir wünschen, wenn das RKI nicht nur darüber nachdenken würde, was im Gesundheitsbereich mit dem Nachttisch, dem Türgriff und dem Stethoskop zu passieren hat. Man sollte auch einmal hinterfragen, was auf dem Handy des Docs wohnt. Davon liest man leider nichts in den Hygieneempfehlungen des RKI:


    https://www.rki.de/DE/Content/…_Coronavirus/Hygiene.html