How to Select a Snowboardshape

  • Hallo zusammen,


    da man in letzter Zeit immer wieder die gleichen Threads vorgesetzt bekommt - und auch immer wieder oft seltsam
    anmutende Fragen sieht, erstelle ich diesen Thread. Es ist sozusagen mein Versuch hier mal Klarheit in das Thema "ich will ein Board das alles kann" zu bringen. Der Threadtitel könnte auch: Allgemeine Kaufberatung genannt werden.


    In der Kaufberatungsvorlage werden immer fleißig % für Park Piste und Backcountry verteilt. So weit so gut.


    Oft sieht man sowas wie 80% Backcountry 20% Park. Ich schau dann meistens 2x hin und denke mir: Wie bitte? Vllt. lese ich es auch nur falsch aber die 20% Park bedeuten für mich nicht, dass jemand im Backcountry auch mal Switch landen will, sondern dass er damit in den Park will - nämlich dann wenn es nicht schneit. Eins vorab: für den Parkteil bin ich eher der Newbie - aber ich meine zumindest die Theorie verstanden zu haben (über einen Wackeligen 3er und ein paar Anfängerjibs komme ich bis jetzt nicht hinaus...)


    Was bedeutet also eigentlich Park:


    meistens kürzere Bretter, oft auch mit
    Rockertendenz, meistens weicher, eine kontinuierliche Form ist zu
    bevorzugen (wer will schon
    Rocker,Camber,Rocker,Doublecamper,Tripplerocker,Flat hintereinander als Profil an seinem Board haben und dabei "geschmeidig" auf einer Rail entlanggleiten? Ich vermute niemand...- denn das Boardverhalten soll ja möglichst "predictable" sein)
    Twins stehen hier hoch im Kurs.


    Ergo: sobald Ihr euch um den Park
    kümmert verliert Ihr Auflagefläche/Länge vom Board, sobald Ihr
    Auflagefläche verliert verliert Ihr Auftrieb im Tiefschnee, sobald Ihr
    Länge verliert, verliert Ihr Kante, sobald Ihr Kante verliert
    verliert Ihr Pistentauglichkeit, sobald Ihr weicher werdet verliert Ihr
    Stabilität bei Geschwindigkeiten und damit büßt Ihr auch beim Thema komfortable Pistenraserei ein


    Was bedeutet eigentlich Backcountry:


    Hier muss man eigentlich eine
    Zusatzfrage stellen: ein Board für Pow only Tage oder ein Board was vorwiegend im Backcountry bewegt werden soll aber auch bei schwereren
    Bedingungen (wechselnde Bedingungen --> besonders für Leute wie mich interessant die eigentlich IMMER nach Tiefschnee suchen und
    damit auch an blöden Tagen härtere Passagen überqueren müssen um am EndePow zu finden).


    für die Pow Only Tage: kann man
    eigentlich alle Shapes nehmen irgendwie Aufschwimmen: sei es S-Rocker
    oder Camber mit Rocker in der Front oder Flat mit Rocker in der Front
    oder auf beiden Seiten oder ein reines Rocker Board
    -> Hauptsache die Nase ist lang und groß genug; alternativ gehen
    auch extra lange Camber Boards mit viel Setback oder Taper.


    Sobald es aber in Richtung "nicht nur
    Pow" geht sind eigentlich Hybridcamber/Minicamber/Camber+Rocker/lange Camber mit Taper und Setback zu bevorzugen:
    bedeutet: ein großer Camberanteil in der Mitte oder am Tail und ein Rockeranteil in der Nase (ich persönlich finde viele davon bei z.B. Jones gut)
    warum das Ganze? weil man eben auch in schwierigeren Bedingunen die Normale Response/Halt vom Camber will und braucht: positiver Nebeneffekt: mit solchen Boards kommt man meist auch gut bis sehr gut auf der Piste klar (Beispiel Jones Hovercraft: sieht aus wie Pow only, zieht aber so manche Hybridcamber/Minicamberboards auf der Piste ab;Jones Flagship z.B. super stronk im Hinterland aber auch weit vorn auf der Piste)


    Grundsätzlich will man beim Thema Backcountry eigentlich nicht viel von "seiner" Boardlänge abgeben.
    (kollidiert wieder stark mit Parkambitionen)


    Was bedeutet Piste eigentlich?


    Irgend eine Form von Camber sollte dabei sein - idealer Weise ein großer Anteil an Camber, meistens minimal in eine Richtung ausgerichtet: also leicht setback (und vllt leicht am Ende verjüngt aka Taper).
    Hier ist ganz einfach zu sagen: um so weniger Camber Ihr unter den Füßen habt um so weniger Spaß habt
    Ihr auf der Piste (beim reinen Pistenfahren/schnell Fahren). Auch hier will man eigentlich nicht viel von "seiner
    persönlichen" Boardlänge abgeben. Man kann sogar drüber nachdenken ein
    paar cm länger zu werden für NOCH mehr Pistengaserei. Härte zahlt sich im oberen Geschwindigkeitsbereich aus, wird aber auch bockiger (was aus meiner Sicht auch zu einem schnellen und sauberen Lernerfolg führt)


    ganz allgemein Twin:Switch: Benötigt man nur weil man 20% Switch fährt unbedingt ein Twin - ich finde überhaupt nicht. Ich schaue mich oft auf der Piste um und überhole auch echt viele Leute - dabei seh ich eigentlich niemanden der überhaupt versucht 50% seiner Zeit switch zu fahren/im Freundeskreis sehe ich viele die sich aktiv am Switchfahren beteiligen, aber 50%? niemals! - warum sollte man also z.B. bei Pistenbrettern explizit nach einem Twin suchen? Höchstens wenn man Piste und Park
    kombinieren will (Bsp. wäre hier ein Custom Twin (ohne Flying V).


    Es gibt natürlich viele Board die einen ganz guten Kompromiss darstellen: aber hier muss immer klar sein:
    spätestens sobald man versucht 3 Bereiche zu vereinen macht man harte
    Abstriche (Hier fällt mir z.B. das Jones Mountain Twin ein, dass ich selber fahre). Ein Twin was versucht ganz leichte Parkambitionen mit guten Pisteneigenschaften und überdurchschnittlichen Pow Eigenschaften zu
    vereinen. Ja das Brett macht im Pow Spaß, Ja es geht gut auf der Piste
    (kommt aber bei hohen und schnellen Schräglagen
    schnell an die Grenzen meines persönlichen Kantenhalts) und ja man kann
    damit verspielt (Parklastig) fahren - jedenfalls viel mehr als mit
    einem reinen Pisten oder Pow Board --> aber wirklich wow ist es weder auf der Piste noch im Pow noch im Park.


    Nachdem man sich über diese Themen Gedanken gemacht hat (vllt. kauft man sich also kein Twin weil man 10x am Tag switch fahren will?) kann man sich dann über die Breite eines Snowboards Gedanken machen: passt das was ich mir ausgesucht habe für meine Anwendung? Stichwort große Füße und schmales Pistenbrett (keine gute Idee).


    Das man die Boardlänge nicht von der persönlichen Körperlänge abhängig machen sollte, sondern vom Gewicht sollte sich ja inzwischen rumgesprochen haben (hoffe ich).


    Soviel zu meinen Gedanken dazu - ggf. hilft der Thread ja einigen der aktuell suchenden - ggf. verschwindet er auch wieder schnell in der Versenkung.


    Im Idealfall führt dieser Thread ja bei Einigen dazu, dass lieber 2 richtig gute Bretter gekauft werden statt einem komischen was alles irgendwie kann aber gar nichts richtig.
    Im Zweifel sollte es aber dazu führen, dass sich potentielle "Kaufberatungsausfüller" schon über Bretter Gedanken gemacht haben und vllt. schon eine Auswahl von einigen Boards auflisten können.


    Just my 2 cents =)

    follow me on youtube

    ...see my Hovercraft, Stormchaser, Solution, Mountaintwin slashing through fresh pow pow

    2 Mal editiert, zuletzt von supermo ()

  • Schön geschrieben, @supermo :thumbup:


    Dein Text ist dem einen oder anderen Suchenden sicher eine gute erste Orientierung. Und damit er nicht untergeht, ist er jetzt im Materialcheck angepinnnt.


    Ergänzend sei noch auf den Artikel "Snowboards im Überblick" hingewiesen, der die verschiedenen Profile nochmal mit einer Grafik illustriert.


    Für alle weiteren Diskussionen zum Thema bitte einen eigenen Thread starten und für eine Kaufberatung am besten gleich den Musterfragebogen ausfüllen ;)

  • Und hier etwas Hilfestellung um euch bei den Dimensionen, Größen und Maßen eurer Ausrüstung zu helfen.


    Boots

    • Also, Boots sind das absolute A&O und dass diese gut passen. Daher sollten zuerst Boots gekauft werden. Was bedeutet gut passen?: Beim aufrecht stehen stossen die zehen vorne leicht an. Du spürst das ende des Schuhs. Beim in die Knie gehen, rutschst du im schuh etwas nach hinten und der Kontakt vorne ist kaum mehr warnehmbar. Natürlich sollten sie auch bequem sein. Beim längeren tragen keine Druckstellen verursachen, oder das gar der Fuss einschläft.

    Wie kannst du am besten gleich mit der evtl. richtigen Bootgröße starten:


    Diese Länge sollte ungefähr der Mondopoint Angabe auf deinem Boot entsprechen.

    Meist passt die Mondo Angabe besser als die EU Angabe. Meist ca Fußlänge +5mm = Mondo.

    (bei mir z.b. gemessen 29,6 längerer Fuß und trage Mondo 30)


    Aber wie gesagt A&O der dir persönlich passende Boot, daher wenn möglich im Geschäft mehrere Boots testen und probetragen.Ein kleiner Tipp noch für Großfüßler. Erfahrungsgemäß bauen Burton oder Adidas etwas kürzer von der Aussenlänge.

    Das ist so wichtig, weil die Bootaussenlänge zur Bestimmung deiner Board Waist führt und daher sollte zuerst der Boot gekauft werden.

    Bitte auch darauf achten das gerade auch für Pisten-Anfänger der Boot nicht zu weich ist.




    Das Board ... Waist ? Wide ? Normal ? Camber ? Rocker ? Länge ? .......



    • Welchen Snowboardshape suche ich ? Bitte den Beitrag von supermo oben aufmerksam lesen.
    • Zum Rechenweg Waist :

    Als erstes benötigen wir die Aussenlänge der passenden Boots.

    Dazu die Boots mit der Ferse gegen eine Wand stellen und vorne ein Buch oder den Schuhkarton vor die Boots parallel zur Wand.

    Dann an beiden Enden des Buches oder des Schuhkartons Richtung Wand messen und so ausgleichen bis das Buch oder der Karton wirklich parallel zur Wand steht. Der Abstand vom Buch oder Karton zur Wand ist nun die Bootaussenlänge.


    Um auch ordentlich mit dem Brett carven zu können und auf einer schwarzen Piste ordentlich halten zu können berechnen wir die minimale Waist:


    Rechenweg minimale Waist:

    Bootaussenlänge - 4cm (2cm maximaler Überhang pro Seite) - ca. 1cm (ist das Board ca. breiter an den Bindungen) - ca. 0,5cm (wegen dem Bindungswinkel) = min. Waist


    Der Einfachkeit halber:

    Board Waist +5cm = maximale Bootaussenlänge

    ( alles ist möglich bis hin zum tiefen Carven)

    oder bei grenzwertigen Fällen:

    Board Waist +6cm = maximale Bootaussenlänge

    (für normales Fahren, bremsen und auch stoppen in jeder Lage ausreichend)


    Das ganze variiert jetzt je nach Board, Bindungswinkel, Stance und vor allem auch deinen Anforderungen beim Fahren. Wenn du etwas über die Rechnung hinaus kommst, wirst du nicht gleich im Schnee liegen aber richtig tiefes Carven wird nicht mehr möglich sein. Das ganze ist ein Anhaltspunkt um nicht komplett daneben zu liegen bei der Boardwahl. Je nach Fahrstil etc. kann es natürlich abweichen.


    Generell zur Waist bzw Boardbreite:


    Diese Grafik zeigt schön wie breit ein Board an den Bindungen optimal sein sollte:



    Du solltest also mit den Zehen / Ferse ( ohne Boot ) auf die Kante kommen oder zumindest an die Kante ( auf Höhe der Bindung natürlich und im passenden Winkel ). Dann kommt es noch auf deinen Boot an, das dieser eben nicht zu weit überhängt. Das ganze ändert sich natürlich wieder je nach Bindungswinkel. Um ein optimal passendes Board zu kaufen, würde ich daher die Formel mit Waist + 5cm = max. Bootaussenlänge emfehlen und es wird keine Probleme geben. Ebenso sollte dein nackter Fuß nicht sehr viel kürzer sein als das Board auf höhe der Bindung im entsprechenden Bindungswinkel, das würde das umkanten unnötig träge machen.

    Was ich hier empfohlen habe richtet sich ca nach Duck Stance Bindungswinkel von ca +15 / -15 Grad.


    Wide Board ? Wegen einem Wide Board hast du im Endeffekt keine "Nachteile" es muss einfach passen. Ein zu breites Board führt dazu, dass du schlechter (träger) die Kante wechseln kannst. Ein zu schmales Board führt dazu, dass du mit den Zehen oder Ferse im Schnee hängen bleibst und die Kante den Gripp verliert --> Du stürzt.


    • Die Snowboardlänge: Bei der Snowboardlänge würde ich eher nach dem Gewicht gehen, welches der Hersteller angibt.
      Also erst Waist berechnen, dann in der Tabelle nach Gewicht sehen. Und wenn du dann noch Spielraum hast zwischen 2 Boards das längere läuft stabiler bei mehr Speed, das kürzere ist etwas verspielter und Anfängergeeigneter bzw Parklastiger. Ich denke das sind dann aber meist nur Nuancen. Das kann auch noch variieren je nach Vorliebe und Einsatzgebiet. Ein(e) Boarder(in) kann für den Park ein Board fahren das 5-10 cm kürzer ist als das Board für die Piste und dann wiederrum ein Board für den Tiefschnee das dass Pisten Board noch einmal wesentlich überragt.

    Bindung

    • Zur Bindung gibt es viele persönliche Vorlieben. Ob Schnelleinstieg oder normale Ratsche, jedes System hat seine Freunde oder Feinde.

    Generell kann man sagen der Flex der Bindung steigt von Park über Piste, Schnelle Piste, Carven bis Freeride.


    Die klassische und bewährte Bindung für dein Snowboard ist die Ratschenbindung. Der Boot wird mithilfe zweier Straps – einem am Knöchel, einem über den Zehen – befestigt. Jedes Mal, wenn du in den Lift einsteigst oder fahren möchtest, musst du diese Straps öffnen, und schließen, sobald es wieder ans Riden geht.Trotz allem geben dir zwei Straps aber den besten Halt und somit die beste Performance.


    Du magst es schnell, einfach und unkompliziert, dann ist eine Schnelleinstiegs Bindung das Richtige für dich.

    Super wenn du oft nur auf einen kleinen Hügel liftest und sehr oft am Tag ein und aussteigen musst.


    Auswahl expliziter Modelle von Boots/Bindung und Board:


    Dazu ist es ratsam je nach Einsatzgebiet und Budget die Kandidaten einmal vorher abzuchecken und mit der Vorlage für die Kaufberatung einen eigenen Thread zu eröffnen.



    Gruß Nitrofoska

  • lukas

    Hat das Thema geschlossen