Schneeschuhe oder Splitboard?

  • Liebes Forum


    In der Suche habe ich nur das zu meiner Frage gefunden:


    https://www.snowboarden.de/for…sse-13646.html#post165166


    Ich rätsel gerade ob ich mir Schneeschuhe oder ein Splitboard holen soll.

    Einige von euch haben ja Splitboards und kennen die Vorteile und Nachteile besser. Könnt ihr die Mal zusammenfassen?


    Mein Ziel: 2 bis 4h aufsteigen am liebsten durch Wald z.b. Reith im Winkl zur Steinplatte und dann größtenteils abseits runter. Nichts steileres und auch nur wo die Lawinengefahr extrem gering ist. Balme vallorcine als weiteres Beispiel. Neben blauen und maximal roten Pisten hoch und dann treeruns. Ca. Alle 2 Wochen einen Tag oder 2 Tage Januar bis März oder April


    Mit ca. 200 euro Schneeschuhen hoch, Board am Rucksack oder doch lieber ein teures Splitboard? Über 1000 Euro mit Bindungen. Favorit rossignol xv oder Arbor iguchi


    Ist es mit dem Splitboard kraftschonender hoch als mit den Schneeschuhen und nochmal 5kg am Rücken? Passen die softboots in Schneeschuhe?


    Schneeschuhe hab ich schon Mal 6h getestet. Ging so. Sanken oft tief ein.


    Wo kann man Splitboards testen?


    Stöcke brauch ich bei Schneeschuhen und Split. Konnte meine Wanderstöcke mit Schneetellern ausrüsten, wären dann aber vielleicht zu kurz.


    Vielen Dank schon Mal

  • Ich habe mich lange mit der gleichen Frage beschäftigt und mich für ein Splitboard entschieden.


    Durch meine Hochtouren hatte ich Schneeschuhe und die Softboots passen da auch rein und laufen geht ganz gut.


    Mich hat das Board auf dem Rücken ziemlich genervt wenn ich z.B zu Beginn einer Tour durch den Wald bin. Ständig bleibst du irgendwo hängen. Auch hat das Board eine nicht zu unterschätzende Angriffsfläche wenn der Wind etwas stärker wird.

    Hast du das ganze noch mit einem Lawinerucksack kombiniert liegt der Schwerpunkt auch sehr weit hinten und das ging mir ordentlich auf den Rücken.


    Bei der Abfahrt nerven die Schneeschuhe am Rucksack ziemlich. Auch hier, Wald hängen bleiben und Abflug.

    Einige Lawinerucksäcke funktionieren mit Schneeschuhen nicht.


    Das Splitboard hat diese Probleme nicht und wenn du noch ein Bindung nimmst die leicht zum umbauen ist wirst du damit viel mehr Freude haben.

    Das geringe Gewicht auf dem Rücken ist ebenfalls ein grosser Bonus.

    Es kostet zwar deutlich mehr, macht aber viel mehr Spass.


    Wird Dir vermutlich nicht viel helfen, aber der Store in meinem Nachbardorf bietet Splitboards zum mieten an (Jones)

  • ist nicht aus eigener erfahrung; vom hören sagen...

    nebst den oben bereits beschriebenen nachteilen kommt folgendes dazu: schneeschuhe musst du jeden einzelnen schritt deinen schinken heben, machst ne distanz von paar cm, sinkst ein, hebst deinen anderen fuss aus dem schnee, usw usf...

    splitboard: gerade im flachen, oder gar kurzer abstieg, neigung nach unten; kannst du das splitboard „schieben“, fast gleiten... kurzum: splitboard ist wohl um einiges kräfteschonender und schneller.

    aber klar: die kosten für schneeschuhe und vernünftigen rucksack sind ungleich tiefer als splitboard ausrüstung...

  • Danke schon Mal euch beiden.

    Das mit den Fuß heben kenne ich von den letzten 3 Tagen und von den 6h Schneeschuhen. Das Gleiten/Schieben sieht jedenfalls effizienter aus. Echt peinlich von Skitourern im Rentenalter ständig überholt zu werden. Auch wenn die hier sicher ziemlich fit sind.


    Da es mir hauptsächlich um den Spaß geht und die Schneeschuhe da wohl deutlich im Nachteil sind, werde ich mich Mal nach Splitboard Testmöglichkeiten umsehen. Chamonix hat vielleicht leihequipment oder ich schaue Mal in Rosenheim oder so zu ein paar einheimischen Experten mit Erfahrung.

  • Ich war in Japan auf Schneeschuhen und hatte überhaupt keine Probleme, mit den Tourenskiläufern mitzuhalten.


    Vor 10 Jahren waren wir mal in einem Tourenlager, da gings auch schon mal 1'500 Höhenmeter auf Schneeschuhen hoch (aber klassischer skitourenschnee, voll festgebacken...) und auch das ohne grosse Probleme. Die Abfahrten waren bescheiden, aber der Aufstieg machte Spass.


    Oftmals war ich in Japan deutlich schneller, weil man einfach geradeaus den Berg hoch konnte, während die auf Skiern ihre grossen "Passstrassen" laufen mussten. Ein 148er Fishcuit auf dem Rücken war dabei auch in den Bäumen nicht sonderlich störend.


    Die Schneeschuhe auf dem Rücken nerven hingegen wirklich...



    Was mich an splitboards stört, ist nicht der Preis, sondern die Tatsache, dass die Dinger sich offenbar "völlig anders" fahren als die normale Version.. Solange die Technik nicht perfekt ist, für mich keine Option.


    Letztlich wäre noch zu sagen:

    Wenn du wirklich so 1 hike : 1 Abfahrt willst und das immer nur in tiefem perfektem powder, dann merkst vermutlich das gespaltene board gar nicht und schonst die Kräfte mehr.


    Dann würde ich aber klar ein Fish shape wählen, Jones Hovercraft, oder ähnlich.

    With great powder comes great responsibility

  • Danke pillowhead für deine Erfahrungen


    Hab ich das so richtig verstanden:

    Bei tragfähigem, festgebackenem Schnee insbesondere an steilen Hängen wären Schneeschuhe im Vorteil und die Abfahrt macht weniger Spaß als der Aufstieg.

    Hm bei solchen Bedingungen würde ich glaube ich nicht losmarschieren sondern eher Lift nehmen und mit dem normalen Board Piste fahren.

    Hab bei gemischten Bedingungen schneeschuhe probiert und das erklimmen von sehr steilen Hartschneehängen war erstaunlich einfach aber die weichen flachen Passagen fand ich anstrengend.


    Ja ich würde eher bei weichem Neuschnee abseits gehen lockerer bis etwa schwereren Pulver aber nicht bei einer dicken firnschicht wobei man das ja vorher in der Regel nicht genau weiß, was einen erwartet. Lieber flachere Waldhänge im Zickzack hoch als steil und direkt.


    Das mit dem Fishshape habe ich mir gestern auch überlegt und ich denke du hast da Recht. Der würde bei den bevorzugten Bedingungen mehr Spaß machen. Das Hovercraft Split wäre dafür schon ziemlich ideal.


    Bei den neuen Boards mit plum und Spark system soll man quasi keinen Unterschied mehr zum normalen Board spüren. Weiß nicht ob das stimmt und welches System da besser wäre.

    Hovercraft mit Spark scheint mir eine gute Lösung. Mit plum vielleicht noch besser aber auch deutlich teurer.

  • also in Japan war der Schnee alles andere als festgebacken... Japow halt.. :D


    Auf der Skitour schon.. Aber da gehen nur skifahrer gerne, weil die im powder nur wie Schneepflüge vorankommen...


    Ich würde da (im tiefen Schnee) aber schneeschuhe mit Verlängerung nehmen (die geht in den backpack), dann geht das mit dem Einsinken. (will mir die MSR Lightning Ascent für Wanderungen und freeriding holen. Unbedingt ascent, da der Steigbügel in der Vertikalen wichtig ist, um Zeit zu sparen.)


    Nachteile von splitboards, neben den horrenden Kosten:

    "surfy" geht mit den Bindungen nicht; du kannst keine Winterwanderung machen; unglaublich viel Gewicht an den Füssen..



    Also ja, für mich sind Schneeschuhe klar erste Wahl, da ich auch wandern gehen will und eher sidecountry (lift accessed backcountry) mache und keine 6std Aufstiege.

    With great powder comes great responsibility

  • Einen Unterschied beim fahren merke bei meinem Splitboard nicht, +- genau gleich.


    Mit Schneeschuhen kannst du teilweise wirklich senkrecht hoch was dann Splitboard nicht gut geht, aber wenn du mal einen steileren Hang traversieren musst, bist du mit dem Split deutlich besser dran. Bei den Schneeschuhen ist die Auflage sehr gross und der Schneeschuh liegt dann immer parallel zur Hangneigung auf was dann ein ständigen Knick im Sprunggelenk zur Folge hat.

    Vorteil bei Schneeschuhen sind noch die integrierten Harschkrallen. Beim Splitboard musst du die zusätzlich montieren.


    Beide Systeme haben Vor und Nachteil und je nach Verhältnissen sind mal die Schneeschuhe oder mal das Splitboard besser.

    Am besten ist wohl du leihst dir beides mal aus und testest es selbst. Schneeschuhe kannst ja fast überall leihen und ein Splitboard lässt sich sicher auch auftreiben.


    Falls dich dein Weg mal in die Schweiz führst, melde dich einfach und dann treffen wir uns. Ich habe beide Systeme hier.

  • Danke nochmal. Wie Infos helfen mir sehr.

    Schneeschuhe hab ich schon getestet. Also werde ich versuchen nach Weihnachten ein Splitboard zu testen.


    Das Gewicht von Splitboard mit Fellen und Stöcken hatte ich jetzt Mal auf 1 bis 2kg mehr geschätzt.


    Das Splitboard wiegt um die 3kg quasi identisch zu einem normalen

    Der Bindungssatz/Pucks& Interface etwa 1kg?

    Beide Bindungen Spark zusammen etwa 2kg ähnlich wie normale

    Als Schuhe teste ich erst Mal mit meinen Ion.

    Stöcke 0,4kg vielleicht, Felle auch so etwa 0,4kg?


    Schneeschuhe wie die msr lightning ascent wiegen ca. 1.9kg also schon Mal 4kg weniger an den Füßen als das Splitboard. Aber gleiten geht damit nicht.


    Hilft nix. Werde es testen müssen

  • Falls du dich für ein Splitboard entscheidest auf keinen Fall bei der Bindung sparen.

    In meinen Augen das wichtigste und bei einem komplizierten System kann es dir den ganzen Spass verderben. Wenn dann z. B. der Mechanismus vereist ist bist am rotieren.


    Karakoram Prime SL ist unglaublich gut, eigentlich sind alle von Karakoram unglaublich gut ^^

  • ganz klar splitboard


    alles was du mit schneeschuhen erreichst ist so dicht - oder du brauchst so lange um da zu sein... und dann musst du sie auch noch schleppen


    einziger vorteil bei schneeschuhen: der preis


    wir hatten auch die überlegung und sind dann klar beim splitboard gelandet


    tag 0-2 nach starkem pow fall: liftunterstütztes freeriden, kurze hikes zu fuß bis 30 min

    ab tag 2 (also echtem tag 3) denken wir meist über splits nach


    Wo kann man Splitboards testen?

    google mal nach splitboard camp

    oder leih dir vor ort welche aus

    wenn du bei nem guten guide anfragst macht der mit dir auch split touren und sagt dir wo du das zeug her bekommst

    follow me on youtube

    ...see my Hovercraft, Stormchaser, Solution, Mountaintwin, Powfinder Morris limited slashing through fresh pow pow or Carving my Korua Cafe Racer around the Austrian Alps ..."Carving is work and people are lazy, thats why so many people just skid their life away" <3

  • Kurzes Update/leichte Revision meiner vorherigen Aussage:

    War letztes Weekend auf einer Skitour mit meinen Schneeschuhen (156cm Fish aufem Rücken)


    1'200 Höhenmeter in 3-3,5 Stunden (meine erste grosse Tour seit vielen vielen Jahren) und ging eigentlich ganz gut, wenn man bedenkt, dass ich überhaupt nicht fit bin (0x pro Woche Ausdauertraining, bis im November aber noch 1-2x pro Woche Krafttraining (seither ne Pause wegen Snowboarden und Zeitmangel; sonst gar kein Sport!).

    Da das Gelände extrem flach war, waren die Skifahrer deutlich schneller und die letzten 200 Höhenmeter waren brutal anstrengend.


    Für mich persönlich, der ich wohl zukünftig nur 3-5 Touren pro Saison machen werde, scheinen die Schneeschuhe immer noch die richtige Wahl. Man muss aber wirklich fitter sein als auf Skiern; wobei das ja mal ein guter Vorsatz ist :D .


    Als Splitboard käme für mich nur ein Jones Hovercraft in Frage, da ich auf keinen Fall auf das Fahrgefühl verzichten möchte. Die langen Freerideplanken machen zwar auch Powder, aber der Vergleich Fish vs. Aviator ist dann doch irgendwie Äpfel mit Birnen... (das Aviator fahre ich mit ~4cm Setback und habe überhaupt keine Probleme (Camber) im tiefen Schnee, aber an den Spass mit dem Fish kommt das niemals ran.)

    With great powder comes great responsibility