Helmpflicht in den Alpen!

Snowboardhelm und HelmpflichtNun ist es offiziell: Von ca. 800 Votern sind fast 70 Prozent für eine Einführung der Helmpflicht in den Alpen, 15 Prozent ist es egal und nur knappe 8 Prozent sind dagegen. Auf Grund dieses Ergebnisses haben wir uns gedacht, das kann man nicht so untergehen lassen und haben die Statistik an offizielle Stellen weitergeleitet, die uns die freudige Nachricht überbrachten:  ab nächster Saison wird in den Alpen der Snowboardhelm eingeführt! Wir sind zufrieden, denn das zeigt mal wieder die Macht der Medien und noch dazu können wir uns auf die Schultern klopfen, haben wir doch einen Teil hin zu mehr Sicherheit auf den Pisten und in den Parks geleistet. Und das alles nur dank Eures Engagements und Eurer Abstimmfreudigkeit.

Das heißt für alle Shredder und die, die es noch werden wollen: Ab in den nächsten Laden und eine schmucke Kopfprotektion erwerben. Denn wer nächstes Jahr ohne Helm unterwegs ist und dabei erwischt wird, muss mit drastischen Bußgeldern von bis zu 500 Euro rechnen. Wer Pech hat, dem wird sogar noch ein Fahrverbot für das jeweilige Resort erteilt. Also tut Euch und allen anderen den Gefallen und wehrt Euch nicht dagegen: Es ist doch nur zu Eurem Besten!

So oder so ähnlich könnte eine Pressemitteilung und ihre Auswirkungen aussehen, hätten wir wirklich das getan, was oben beschrieben wird. Wir können jedoch für alle, die gegen eine Helmpflicht votiert haben oder lieber weiterhin mit Mütze fahren, Entwarnung geben: Nichts dergleichen ist passiert und auch weiterhin kann jeder seinen Kopf bedecken, wie er will. Dies ändert jedoch nichts am Ergebnis der Umfrage, bei der zwei Drittel für die Helmpflicht gestimmt haben. Man kann also zusammenfassend sagen,  dass auch unter den style-orientierten Snowboardern  ein Hang zu mehr Sicherheit da. Und wenn allein diese 70 Prozent die anderen 30 überzeugen könnten, so wären unsere heimischen Alpen ein Hort der Sicherheit und die Krankenhäuser in deren Nähe könnten wenigsten ein bisschen aufatmen.  

Mancher mag nun sagen, das ist die Entscheidung jedes Einzelnen und schließlich leben wir ja in einer Demokratie, da kann mir keiner vorschreiben, wie ich mich anzuziehen habe und außerdem ist es ja mein Problem, wenn ich mich verletze. Das stimmt schon in gewisser Weise. Außerdem, wer will schon die lustigen und bunten Stylings missen, die derzeit überall aus dem Boden sprießen und vielleicht hat jemand sogar so etwas wie einen Schweißkopf, der kann gar keinen Helm tragen, muss der dann das Boarden aufgeben? Und das alles nur wegen einem Ministerpräsidenten aus Thüringen, der nicht aufpassen konnte? Auf der anderen Seite würde eine Helmpflicht die Zahl der Schwerverletzten am Berg sicherlich verringern. Man darf aber die Skigebiete nicht vergessen, die Angst haben, dass ihnen mit der Helmpflicht Gäste ausbleiben. Und er Tourismus ist und bleibt nun mal in den Alpenländern eine nicht zu unterschätzende Macht.

Diese Diskussion wird auch weiterhin die Gemüter erhitzen, nur eines soll gesagt sein: Den Spaß am Shredden wird’s uns nicht verderben, denn wer es wirklich liebt, seine Turns in frischen Powder zu ziehen oder eine paar Spins über eine Kicker zu drehen, der ist auch weiterhin am Berg, Snowboardhelm hin, Helmpflicht her.

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