Check Your Line - Das einmalige Leitsystem für Freerider

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Das Prinzip des "Check Your Line"-Systems ist denkbar einfach: Entlang des Variantenbereichs werden an vier unterschiedlichen Positionen Warnschilder aufgestellt und begleiten den Freerider vom Lifteinstieg (Kabinenbahn Karlesjochbahn) bis hin zum Ende eines 683 Höhenmeter Runs am Kaunertaler Gletscher im unvergletscherten Bereich. Das Ganze sollte ohne Verbote auskommen und nur den Rider im Einzelnen ansprechen.

Das Erste Schild steht an der Talstation der Karlesjochbahn auf 2.750 Metern Höhe. Der Freerider soll hier im Voraus anhand einer Checklist sich selbst und seine Umgebung analysieren, damit einem unbeschwerten Tag im Gelände nichts im Wege steht. Überpunkte sind hier u.a.: ICH (meine Psychische/ Physische Verfassung), GRUPPE (mit wem bin ich unterwegs?), ALPIN (aktuelles Wetter, d.h Sicht, Schnee, Wind) sowie AUSRÜSTUNG (Sonde, LVS-Gerät, Schaufel und Erste Hilfe-Package dabei?) In der jeweiligen Kategorie gilt es dann noch zahlreiche andere Fragen zu klären.

Das zweite Schild steht an der Bergstation der Karlesjochbahn, wobei es hier nach den grundlegenden Fragen an der Talstation ans Eingemachte geht. Wieder gilt es in den vier Kategorien ICH, GRUPPE, ALPIN und AUSRÜSTUNG für sich selbst einige Fragen zu beantworten, so z.B. ob das Gelände bzw. die Route zu mir und meiner Gruppe passt, ob es besondere Gefahrenstellen gibt und ob allle LVS-Geräte eingeschaltet sind.

Position 3 ist am Ferner Egg auf 3.065 Meter. Bevor es hier endgültig in den Powder geht, steht nochmal ein Sicherheitscheck an, den man gründlich studieren und im Sinne der Sicherheit für sich beatworten sollte. Die Frage sind hier mehr auf die Psyche ausgelegt, so soll man nochmal sein Bauchgefühl konsultieren, sich fragen, ob die Entscheidung für alle transparent und nachvollziehbar ist, man soll die Hanglage mit der Lawinenwarnstufe vergleichen und das Schild weist auf die letzte Chance hin, sein LVS-Gerät einzuschalten. Kann man nicht alle Fragen postitiv beantworten, sollte man die Finger von dem Drop-In lassen und verzichten, auch wenn der Powder noch so verlockend ist. Safety First! lautet hier die Devise. Ist das Gegenteil der Fall, so kann man sich dem Freeride-Erlebnis hingeben und sich mit ein paar Minuten Hiking weitere Varianten erschließen. Es erwarten den Rider 683 Meter reinsten Powdervergnügens.

Das letzte Schild befindet sich dann wieder auf 2.425 Metern Höhe und bietet die Chance, den Tag nochmal Revue passieren zu lassen und eventuell Verbesserungen für das nächste Mal zu erschließen. So will die Tafel wissen, ob mein Können den Anforderungen gerecht wurde, ob es Verbesserungen gibt, ob die Verhältnisse so waren, wie man sie eingeschätzt hatte und es wird auf einen weiteren Materialcheck hingewiesen.

Insgesamt kann man sagen, dass dieses Leitsystem mal eine sinnvolle Alternative zu den Verboten der anderen Gebiete sit, denn wer Freeriden will, der macht das, Verot hi, Verbot her. Vor allem wurden die Fragen so verfasst, dass nicht wieder der erhobene Zeigefinger ausgepackt wird, sonder sie sind freiwillig und garnatieren einen geilen Tag abseites der Pisten. Also, wer im Kaunertaler Gelände unterwegs ist, sollte sich die Zeit nehmen und die Fragen beantworten, es doch nur zu Eurere eigenen Sicherheit. 

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