Die Backcountrytouren Packliste und alles was rein muss

Ein Abstecher ins Backcountry sollte nie ein spontaner Entschluss sein, sondern eine geplante Abfahrt. Dazu gehört genauso die unverzichtbare Ausrüstung. So sollte sich neben dem Abschätzen von Risiken vor jeder Backcountrytour die Frage in deinem Kopf nach dem Inhalt deines Freeride-Rucksacks stellen.

Hier die Antwort auf deine Frage:
Ich packe meinen Koffer und nehme mit…


Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät)

Im Ernstfall kann dieses Gerät manchmal die einzige Überlebenschance bieten. Ein unter einer Lawine verschütteter Snowboarder kann mit Hilfe dieses Gerätes geortet werden. Moderne LVS-Geräte können elektromagnetische Wellen aussenden und empfangen. Die vom Gerät des Verschütteten ausgesandten Signale können mit einem zweiten Gerät eines Suchenden empfangen werden. Voraussetzung dafür ist, dass beide Geräte eingeschaltet sind und der Suchende mit der Funktionsweise seines LVS-Gerätes vertraut ist. Für den Freerider auf dem Snowboard heißt das gleichzeitig, dass er Sorge dafür tragen muss, dass sein LVS-Gerät immer eingeschaltet und voll funktionstüchtig ist. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von LVS-Geräten, analoge und digitale. In ihrer Funktion und Effizienz bei der Suche unterscheiden sie sich kaum. Analoge LVS-Geräte führen den Suchenden mittels akustischer Signale zum Ort des Verschütteten. Zusätzlich erleichtern ein Ohrhörer-Ausgang sowie optische Anzeigen die Suche bei widrigen Bedingungen wie Sturm und schlechter Sicht. Digitale LVS-Geräte arbeiten mit einem Display, das den Suchenden bei der Suche leitet. Für Ungeübte ist die Bedienung dieser Geräte meist etwas einfacher. Einzelne Zusatzfunktionen wie z.B. die Anzeige einer Mehrfachverschüttung ergänzen die moderneren digitalen Geräte. Bei der Auswahl des Herstellers steht an aller erster Stelle die garantierte Funktionstüchtigkeit des Gerätes. Das Überprüfen dessen ist aber immer noch dem Snowboarder selbst überlassen. Regelmäßige Checks sowie Tragesysteme, deren Verschluss mit dem LVS-Gerät verbunden ist, tragen zu einer risikoärmeren Abfahrt bei. Empfehlung: - Pieps DSP (ca. 350 €) - Tracker DTS (ca. 300 €)

Recco-System

ImageDas Recco-System stellt eine weitere Möglichkeit zur Unterstützung bei der Suche nach Verschütteten, wenn auch keine wirkliche Alternative zu den LVS-Geräten, dar. Ein Reflektor an einem Kleidungsstück des Snowboarders kann mit dem Recco-Detektor durch ausgesandte Wellen aufgespürt werden. Der Reflektor ist inzwischen in Boots, Jacken, Handschuhe und andere Snowboardbekleidungsstücke mit eingearbeitet. Da der Recco-Reflektor nur passiv Wellen empfangen bzw. reflektieren kann, ist eine Suche nach unter einer Lawine verschütteten Personen damit unmöglich. Ein Lawinenopfer ist also darauf angewiesen, dass das betreffende Skigebiet mit dem Recco-System und den dazugehörigen Detektoren ausgerüstet ist. Nur das dafür ausgebildete Rettungsteam hat eine Möglichkeit, das Opfer zu orten. Daher dient das Recco-System allein dem Selbstschutz. Ein funktionstüchtiges LVS-Gerät kann es allerdings nie ersetzen. Daher steht das LVS-Gerät bei der Packliste an aller erster Stelle. Wer zusätzlich mit Recco ausgestattet ist, sorgt im doppelten Sinne vor. Als Ergänzung zum LVS-Gerät ist das Recco-System daher ein sinnvolles Hilfsmittel für die Bergwacht bei der Suche nach Verschütteten.

Lawinensonde

Die Lawinensonde dient der Suche nach Verschütteten unter einer Lawine. Eine zusammensteckbare Stange kann kompakt transportiert und zur Suche auf entsprechende Länge zusammengebaut werden. Die Metallspitze am vorderen Ende der Sonde sticht durch die Schneedecke. Aufgrund des unterschiedlichen Widerstandes unter der Schneedecke kann ermittelt werden, wo sich der Verschüttete befindet. Die Sonde unterstützt somit die Suche mit einem LVS-Gerät und dient der Feststellung der Verschüttungstiefe. Ohne ein LVS-Gerät stellt die Lawinensonde für einen Laien auf der Suche nach einem Verschütteten die einzige Möglichkeit dar, den Verschütteten zu orten.

Lawinenschaufel
Eine Lawinenschaufel ist bei der Bergung eines Verschütteten unverzichtbar. Nur mit der speziellen Schaufel ist es dem Suchenden möglich, das Opfer frei zu graben. Grundsätzlich dienen alle Fabrikate dem gleichen Zweck. Dennoch gibt es Unterschiede in der Qualität. Eine Schaufel aus Metall ist in jedem Fall stabiler als eine Schaufel aus Kunststoff. Die Größe der Schaufel sollte so gewählt werden, dass die Fläche ein zügiges Freilegen einer Schneedecke ermöglicht. Gleichzeitig sollte sie kompakt zerlegt werden können und bei einem eventuellen Sturz kein Risiko durch scharfe Ecken und Kanten darstellen. Auch das Gewicht spielt beim Transport eine Rolle. Eine Lawinenschaufel aus Aluminium ist mit Sicherheit relativ leicht wie auch bruchsicher.

Erste-Hilfe-Ausrüstung

Die Ausrüstung zur Hilfe anderer sollte zum einen vollständig sein. Zum anderen muss der Helfer in der Lage sein, seine Hilfsmittel richtig einzusetzen. Eine Ausbildung hierfür ist mit Sicherheit der professionellste Weg, sich dieses Wissen anzueignen. Das Material zur ersten Hilfe findet sich häufig in fertig zusammengestellten Taschen wieder. Eine Garantie auf Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit ist bei diesen verkaufsfertigen Erste-Hilfe-Taschen allerdings nie gegeben. Ein verantwortungsbewusster Helfer stellt sich seine Ausrüstung selbst zusammen.

Biwaksack: Zur Unterbringung von Verletzten.

Verbandtuch: Steriles Tuch, mit dem offene Verletzungen abgedeckt werden können.

Dreiecktuch: Nützlich in verschiedensten Funktionen. Zum Tragen, Verbinden usw. Sterile Wundauflagen,

Kompressen: Die Wundauflage sollte antihaft-beschichtet sein. Wunddesinfektionsmittel

Schere: Eine gute Verbandschere hat den Vorteil, dass sie alle möglichen Materialien schneidet. Eine stumpfe Schneide und eine spitze Schneide machen sie vielseitig einsetzbar.

Rettungsfolie: Hält ein potentielles Opfer warm und trocken.

Wundschnellverband: Für kleinere Verletzungen. Die Klebeeigenschaft lässt nach zu langer Aufbewahrungszeit nach.

Heftpflaster: Zum Verkleben von Verbänden, Prävention gegen Blasen u.ä.

Verbandpäckchen: Kombination aus Mullbinde und Wundauflage. Elastischer, selbstklebender

Mullverband: Wundauflagen können damit an allen möglichen Stellen fixiert werden. SAM Splint Eine rollbare Kunststoffschiene zum Schienen von Gelenken und Gliedmaßen.

Elastische Binde: Zum Verbinden und Stützen.

Optional:

Compeed-Pflaster:
Pflaster aus gummi-ähnlichem Material, die den Schmerz einer Blase erheblich mindern können.
Medikamente:
Von Schmerzmitteln bis zu Mitteln gegen Verdauungsstörungen. Hier muss jeder seine eigenen Bedürfnisse kennen.

Wundnahtstreifen:
Wunden, die eigentlich genäht werden müssen, können so provisorische geklammert werden.

Sonnencreme
Die Sonnencreme als kleines Detail wiegt nicht viel, wird trotzdem gerne vergessen und ist doch so nützlich gegen nervige und krebserregende Sonnenbrände.

Mobiltelefon
Überall hin schleppt man sein Handy. Wieso also auch nicht auf die Piste bzw. mit ins Backcountry? Gerade hier, vorausgesetzt das Netz ist flächendeckend vorhanden, ist Kommunikation über weite Wege eine große Unterstützung der Sicherheit. Am besten speicherst du dir die wichtigsten Notfallnummern in dein Handy, um jederzeit Hilfe holen zu können. Wenn du die Nummern unter „A“ in dein Telefonbuch eingibst, kommst du besonders schnell an sie heran. Hier ein paar der wichtigsten Notfallnummern:
- Rettungsdienst Deutschland: 112
- Rettungsdienst Österreich: 144
- Rettungsdienst Schweiz: 144
- Rettungsdienst Frankreich: 17
- Rettungsdienst Italien: 113

Taschenmesser/Werkzeug
Für jegliche Arten von Schnellreparaturen ist ein Taschenmesser unabkömmlich. Wichtige Handgriffe, die mit dem Taschenmesser nicht gemacht werden können, sollten durch Tools zum Schrauben u.ä. abgedeckt werden.

Ersatzteile
Gerade im Backcountry ist ein gerissenes Strap an der Bindung oder eine verloren gegangene Schraube besonders ärgerlich. Daher sollten in deiner Packliste hilfreiche Dinge wie Kabelbinder, Ersatzschrauben und strapazierfähiges Klebeband nie fehlen.

Verpflegung
Je nachdem, wie lange du dich abseits der Pisten und damit abseits von Verpflegungsmöglichkeiten aufhältst, solltest du deinen Rucksack mit mehr oder weniger großen Portionen an Energieriegeln und anderer sinnvoller Nahrung bestücken. Mindestens ein Liter Wasser sollte dabei immer noch in deinem Rucksack Platz finden.

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