Verletzungsprophylaxe beim Snowboarden

Anders als beim Skifahren sind beim Snowboarden eher die oberen Extremitäten insbesondere Handgelenk, Kopf und Thorax gefährdet. „Etwa die Hälfte aller Knochenbrüche beim Snowboarden betreffen das Handgelenk“, erklärt Sporttherapeut und Snowboardlehrer Andy Möckel vom CJD Asthmazentrum Berchtesgaden, „Hauptursache ist der Sturz nach hinten auf den ausgestreckten Arm“. Besonders bei seiner Arbeit mit den chronisch kranken, koordinativ oft schwachen Kindern und Jugendlichen aus dem Asthmazentrum muss er deshalb besonders auf die Verletzungsprophylaxe achten.
Eine weitere Schwachstelle der Snowboarder sind wegen der flexibleren Brett-Schuh-Verbindung die Sprunggelenke. Man spricht auch vom "Snowboarders Ankle". Typisches Verletzungsmuster ist hier der Sturz nach vorne bzw. eine unglückliche Landung nach einem Sprung. Immer häufiger kommt es auch zu schweren Verletzungen wie z.B. mehrfache Knochenbrüche, schwere Schädel-Hirn- oder Wirbelsäulenverletzungen. Betroffen davon sind überwiegend junge männliche Snowboarder mit höherem Fahrkönnen und großer Risikobereitschaft. Sie fahren zu schnell oder stürzen nach einem gewagten Sprung.

„Zu einer sinnvollen Verletzungsprophylaxe gehören ein vorbereitendes Fitnesstraining, die Einweisung durch einen professionellen Snowboardlehrer, das Aufwärmen und die richtige Ausrüstung“, so Andy Möckel.
Schon alleine eine gute Fitness durch richtiges Training im Ausdauer- und Kraftbereich kann vielen Verletzungen vorbeugen. Besonders wichtig ist die Kräftigung der Oberschenkel- und Rückenmuskulatur. Die Ausdauer kann gut mit Radfahren, Walken, Joggen oder Inline-Skating trainiert werden. Viele Verbände, Sportvereine oder Fitnesscenter bieten vier bis sechs Wochen vor Saisonstart spezielle Trainingprogramme für den Ski- und Snowboardsport an.

Da die meisten Verletzungen gerade in den ersten Tagen passieren, ist es unbedingt empfehlenswert, sich von einer professionellen Ski/Snowboardschule ausbilden zu lassen. Der Unterricht muss Sturztraining, ggf. Kindertraining, Koordinationstraining sowie die Aufklärung über Risiken umfassen. Und natürlich auch den gezielten Warm-up, denn vor der ersten Abfahrt und nach längeren Pausen sollte man sich intensiv aufwärmen.

Ganz wichtig ist die richtige Ausrüstung: Dazu gehören Handgelenks-, Ellenbogen-, Knie und WS-Schoner. Nicht sparen darf man beim Helm. Billige „Modeaccessoires“ bieten keinen ausreichenden Schutz vor Schädelverletzungen. Vor jedem Skitag sollten Kanten, Bindung, Schuhe, Fangriemen sowie persönliche Schutzausrüstung überprüft werden.
Zum sicheren Fahren gehört auch, dass man sich auf der Piste wohl fühlt. Deshalb ist adäquate wasserabweisende Kleidung und Sonnenschutz für Augen und Haut wichtig. Gerade bei Kindern sollte man keine Kompromisse eingehen und auf Helm und passende Kleidung achten - auch wenn die Kleinen recht schnell aus den Sachen herauswachsen. „Der wichtigste Punkt, um Unfälle und Verletzungen zu vermeiden“, so Andy Möckel, „ist jedoch nach wie vor ein rücksichtsvolles Verhalten auf der Piste“.        

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