Traumhafter Chill and Destroy Tourstopp am Maiskogel - 2010

Maiskogl
Die Wettervorhersagen lagen durchaus nicht falsch mit ihrer Prognose. Nachdem alle bisherigen Chill and Destroy (CaD) Tourstopps nicht gerade von der Sonne verwöhnt waren, war das phantastische „Kaiserwetter“ geradezu Balsam für die Seelen der Teilnehmer und aebenso das Organisations-Team.

Der Maiskogel erstrahlte in seiner schönsten Form und alle Rider waren so heiß aufs Shredden, dass sie die Entscheidung der Jury dankbar annahmen und statt mehreren Einzel-Runs, eine ganz gechillte, 2-stündige Jam-Session im Obstacle Park ausfuhren.

Bei den Snowboard Kids beeindruckten bereits in der Qualifikation drei Fahrer: Der kleine, gerade mal zehn Jahre alte Stef Vandeweyer aus Belgien mit sehr sicheren 50/50 Slides, sowie FS 540 am Style-Kicker und die beiden Deutschen, Timo Offensperger aus Kiefersfelden und Alex Walcher aus Wonneberg. Das Finale entschied Timo Offensberger für sich. Er zeigte einen soliden Railrun mit BS Noseslide an der Kinked Box, FS Shifty Stalefish, FS Boardslide am Downrail, einen fetten BS Shifty am Style-Kicker und zum Abschluß noch einen BS Boardslide to fakie an der Curved Box. Somit steht der „Youngster“ bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche auf dem CaD-Podest, denn schon vor einer Woche in der Axamer Lizum stand Timo als Drittplatzierter auf dem „Stockerl“. Hätte der kleine Belgier seinen FS 540 Shifty gestanden, dann hätte es um Platz Eins ziemlich eng werden können. So gab es nur Platz zwei für Stef Vandeweyer, der aber seinem Punktekonto für die CaD-Gesamtwertung wieder einige wichtige Punkte zufügen konnte. Dritter wurde der Wonneberger Alex Walcher. der 50/50 Tailslide an der Kinked Box , FS 360 am ersten Style-Kicker, 50/50 an der Up Box mit anschließendem Stalefish Grab, sowie Straight Air Nosegrab am Style-Kicker, zeigte.

Die Snowboard-Girls strahlten regelrecht mit der Sonne um die Wette. Gut gelaunt drehte Pia Gärtner ihre Runden im Obstacle-Park. Weniger gut gelaunt dürften Chevi Challis aus Kaprun und Melanie Gleisner aus München sein. Chevi musste wegen Schmerzen, aufgrund einer älteren Verletzung bereits in der Qualifikation aufgeben und Melanie Gleissner machte ebenfalls eine ältere Verletzung im Finale zu schaffen. Die Münchnerin konnte zwar noch drei Runs in der Quali Jam Session fahren, doch irgendwann ging es dann doch nicht mehr... Gute Besserung Melanie und Chevi! Dafür lief es für Cosima Wild ausgezeichnet. Die sympathische Breisgauerin mit momentanen Wohnsitz in München und im Zillertal zeigte mit 50/50 to Boardslide Nosepress (und das extrem tief!) mit einem der schönsten Railtricks des Tages, fuhr als einzige das Rainbow Rail und machte auch so rundum einen fresh'n Eindruck. Sie holte sich den verdienten dritten Platz im Finale. Einmal mehr auf dem Podest vertreten – diesmal als Zweite – war die Belgierin Elke Cogghe. Sie rückt damit ihrem gesteckten Ziel – dem CaD Tour Gesamtsieg einen großen Schritt näher. Ermöglicht hat sie sich diese Platzierung mit sicheren Runs, in denen u.a. BS Noseslides an Kinked Box und Straight Rail, FS Shiftys, SW BS Boardslide am Picknick Table, sowie BS Boardslides to fakie am Down Rail, gestyled wurden.

Sarah-Jane Phillips ist keine Unbekannte im CaD-Tour Zirkus. Bereits in der vergangenen Saison holte sie sich mit einem Sieg in der Axamer Lizum ihr Ticket für das CaD Finale in Arosa ab. Diesmal suchte sie sich den Maiskogel aus um sich mit very, very nice FS Boardslides an der Kinked Box, FS 180 am ersten Style Kicker, BS Lipslide am Down Rail, FS Shifty und Boardslide an der S-Box, den Tagessieg und damit die begehrte Qualifikation für das CaD-Finale zu sichern. Gratulation Sarah-Jane...!!!

Zwischenzeitlich hätte man meinen können, es ist bereits tiefstes Frühjahr, so heftig ballerte die Sonne vom wolkenfreien Himmel herab. „Summercamp-Feeling“ beschreibt es wohl am besten! Da waren Rider, die nur mit T-Shirt (...wohl aber mit Rückenprotektor drunter!) bei knapp 15 Grad plus durch den Park jammten, der BBQ-Grill der wieder auf Hochtouren lief, Sonnenhungrige Leiber fläzten sich im Schnee um ihre „Eule“ um die Augen noch ein wenig zu intensivieren, während sie vom Speaker Harry Döpfert immer schön auf dem Laufenden gehalten wurden, was gerade so beim Contest abging.

Wer Jonel Fricke kennt, weiß dass der Begriff „snowboard addicted“ für ihn noch untertrieben ist! Der Mann rockt einfach bei jedem Contest den er mitfährt. So auch diesmal, als er in der Qualifikation eben mal alle anderen Rider mit mehr als elf Punkten Vorsprung im Gesamtscore deklassierte. Jonel zeigte unter anderem SW Boardslide to FS Boardslide, FS 360 am ersten Style Kicker, Frontboard am Wave Rail, 270on-270out an Up- und Curved Box, Frontflip Nosegrab am zweiten Style Kicker wie auch am großen Kicker. Außerdem zimmerte er den schönsten Trick des Tages in den Schnee. Einen extrem hohen und weiten BS Rodeo 540 am großen Kicker! Es war einfach eine Freude ihm in der Qualifikation zuzuschauen. Jedoch zeigte Jonel im Finale Nerven und setzte alle Runs die er noch in der Quali so sicher gestickt hatte auf den Hintern, oder er bailte sie... Somit reichte es für Mr. Fricke letztlich nur noch zum sechsten Platz. Knapp davor landete Alexander Proyer aus dem Bayerischen Wald mit FS 540 Indy, auf dem fünften Rang. Auf dem undankbaren vierten Platz landete Danjel Worschitz aus St. Johann ebenfalls mit FS 540. Matthias Meier aus Cham in Deutschland bailte im ersten Run des Finales seinen FS 720, zimmerte jedoch im zweiten Run den FS 540 Indy einigermaßen sicher in den Schnee, so dass er mit hauchdünnen Vorsprung, jedoch verdient auf den dritten Platz landete. Sehr sehenswert auch der Gap-270 FS Boardslide den Matthias an der Kinked Box raus knallte...!

Geknallt hat es auch bei Renè Smolinger, der in der Railpark-Session „switchte“, was das Zeug hielt! SW Noseslide to BS Tailslide oder SW Nose to FS Boardslide an der Kinked Box, 50/50 Frontflip off an der Up Box, Cab 180 Melon oder BS 180 am ersten Style Kicker. Im Finale ließ er dann auch noch einen FS 540 Indy raus und schnappte sich damit den zweiten Podestplatz. Strahlender Sieger bei den Männern war an diesem Tag Samy Kehn aus Niederau vom SC Kitzbühel. In den Rail-Sessions war er mit schönen SW Boardslide to FS Boardslide, Nosepress to BS 180 an der Up Box, oder FS 540 Revert am Style Kicker aufgefallen. Im Finale auf dem großen Kicker reichte ihm ein superstylo FS 360 Indy – der ohne auch nur einen kleinen „Zucker“ in der Landung gestickt war, an diesem Tag aus, um den Sieg bei den Männern zu holen und damit auch sein Ticket für Arosa zu lösen.

So ging einer der chilligsten CaD Contests der Saison, der ganz im Zeichen der Sonne stand, über die Bühne. Einige der Rider dürften am nächsten Tag ziemlichen Muskelkater gehabt haben, ob der vielen Runs, die an diesem Tag zusammengekommen sind.

Einziger Wehrmutstropfen an diesem Traumtag, war die fast komplette Abwesenheit aller Pinzgauer Snowboard-Locals, die so die Gelegenheit ausließen, ihre Region, bei der mittlerweile größten Slopestyle Nachwuchsserie Europas, würdig zu vertreten und dafür zu sorgen, dass auch in Zukunft der Pinzgau für solche Wettkampfserien interessant bleibt...

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