Kreatives Snowboarding beim Final Strike in Oberstdorf am Fellhorn

An insgesamt 9 Qualifikationstourstopps der laufenden CaD Tour haben sich jeweils die Erstplatzierten Snowboarder für das als TTR Worldtour 3Star Event homologierte CaD Tourfinale im ALMDUDLER FELLHORNPARK qualifiziert. Zusätzlich wurde das Starterfeld noch mit einigen vielversprechenden Wildcards aufgefüllt. Das Wetter machte den Veranstaltern und vor allem dem Shaperteam um Friedl May im Vorfeld schwere Bauchschmerzen. Noch eine Woche vorher stand der Snowpark praktisch perfekt geshaped da. Doch anhaltender Regen und die milden Temperaturen ließen Zweifel aufkommen, ob das Setup am Veranstaltungstag noch eines Finales würdig sein könnte. Auch am Morgen des finalen Contests machte Petrus keine Anstalten einer Wetterbesserung. Ganz im Gegenteil: dichter Nebel, Regen, Wind und immer noch milde Temperaturen erwartete die Rider an der Fellhornbahn Talstation. Etwas weiter oben im ALMDUDLER FELLHORNPARK schneite es wenigstens dank etwas niedrigerer Temperaturen. Viele Rider riefen besorgt per Mobiltelefon nach oben, ob es sich denn überhaupt lohne, mit der Bahn nach oben zu kommen...?

Die schlechte Sicht, der Wind und auch der langsame Schnee machten es unmöglich und viel zu gefährlich, die Kicker-Line zu befahren. Das Wetter war zwar immer noch relativ bescheiden, aber nachdem sich dann doch knapp 40 Starter im Park eingefunden hatten, wurde kurzerhand entschieden, eine ausgiebige Jam-Session von fast drei Stunden nur in der Jib-Section abzuhalten.

Und diese Entscheidung war goldrichtig! Und es lohnte sich letztendlich doch für die Rider...! Auf der „Payroll“ des O’NEILL FINAL STRIKE, welcher auch gleichzeitig als offizielle Deutsche Snowboard Slopestyle Meisterschaft des SVD ausgetragen wurde, standen ein Preisgeld und Sachpreise im Wert von mehr als 5.000,- US Dollar. Den größten Batzen davon hat sich der Österreicher Philipp Frötscher mit Platz eins bei den Männern abgeholt. Erik Bastiaansen aus Holland gewann eindrucksvoll die Kids-Wertung und freute sich auch über ein großzügiges Taschengeld. Die deutsche Nadine Härtinger gewann die Girls-Wertung und wird demnächst sicher zum Shoppen gehen...

Trotz des anhaltenden Schneefalls hatten die Teilnehmer bei der Jam-Session sichtlich Spaß. Die Jib- Section des ALMDUDLER FELLHORNPARKs bot neben einem Double Kinked Rail auf der rechten Seite noch einen Wallride, der auch seitlich als Obstacle gecleart werden konnte. Neben einer Industry Tube mit kurzem Kink lud natürlich auch das Stairset, sowie ein Straightrail und die Curvedbox zum Jibben ein. Anfahrten wurden ge-reshaped, Obstacles wurden abgekehrt und somit hatten die Shaper um Friedl May zwischenzeitlich immer viel Arbeit, damit der Park fahrbar blieb.

Das Starterfeld des Kids Finales war trotz DM von belgischen und niederländischen Fahrern geprägt. Mit Tjark Fritsch, Felix Wild und Maximilian Preissinger trauten sich gerade mal ganze drei deutsche Fahrer an den Start. Das spricht nicht gerade für den Deutschen Nachwuchs! Der CaD Toursieger der vergangenen Saison Stefke Vanderweyer wurde von seinen belgischen Kollegen Jordy Keesmeekers und Dieter Demey begleitet. Der Schweizer Meduri Stecher belegte seine gute Form in dieser Saison und landete auf dem 3. Platz. Zweiter und damit offizieller Deutscher Jugendmeister wurde Maximilian Preissinger. Den Tagessieg holte sich der Niederländer Erik Bastiaansen. Den Tourgesamtsieg und damit auch den „CaD Ring of Glory“, sowie ein Longboard holte sich mit 124 Punkten überlegen der Belgier Stefke Vanderweyer (BEL), vor Menduri Stecher (SUI) mit 78 Punkten und Jordy Keesmeekers mit 69 Punkten.

In der Girls-Wertung holte sich Nadine Härtinger (GER), nachdem sie im Vorjahr in der Quali nur ganz knapp den Einzug ins Finale verpasst hatte, den Tagessieg und darf sich somit ab sofort Deutsche Meisterin im Slopestyle nennen. Martina Zollner (GER) schloss eine erfolgreiche Saison mit der deutschen Vizemeisterschaft ab. Dritte wurde Lana Behla (GER). Die Tourwertung ging in diesem Jahr ganz knapp aus – Pia Gärtner gewann den CaD „Ring of Glory“ mit insgesamt 84 Punkten und erhielt ein Surfboard. Zweite wurde die Deutsche Annette Hammerschmidt, die ebenfalls auf 84 Punkte kam, aber im direkten Vergleich ultra knapp unterlegen war. Und Dritte der Tourwertung wurde die sympathische Schweizerin Simone Haering mit 80 Punkten.

Die Jam Session der Männer ab 16 Jahren war einmal mehr der Beweis, dass Kreativität sich in jedem Fall auszahlt. Wurde anfangs gejibbed was das Zeug hielt, so eröffnete Alex Proxer mit einem Straight Method quer über die Box des Wallrides ganz neue Perspektiven für die Rider. Ab sofort wurde getestet, ob der Speed ausreichte, um „noch Mehr“ über diesen improvisierten Kicker zu zeigen. Philipp Frötscher (AUT) clearte das Teil zuerst mit einem schönen Shifty Indy Nosebone. Es folgten einige Versuche von Renè Werner (GER) via BS Rodeo über das Teil zu fliegen. Auch Jonel Fricke (GER) ließ es sich nicht nehmen als letzter Starter der Session dann noch einen BS Rodeo zu wagen. Doch die Landung, die eigentlich nicht wirklich eine war, entpuppte sich als zu flach. Auch Patrick Cinca fing Feuer und hätte fast einen astreinen BS 720 Indy hingestellt, wenn ihn die Kompression keinen Strich durch die Rechung gemacht hätte. Matze Vogt wartete erst noch mit „Kickern“ und nahm das Teil via switch 50/50-to-Frontflip-out, um dann im Folgenden das Stairset auch noch per SW Frontflip zu chargen. Und Luis Eckert (GER), eigentlich ein Kickerfahrer vor dem Herrn und dazu eigentlich noch startberechtigt für die Kids-Wertung, besann sich auf seine Jib-Künste und startete frech in der „Mens“- Wertung. An der Wall-Box zeigte er u.a. 50/50-BS-Shifty-off und am Stairset u.a. BS180-Hardway-five-O- 180-off oder auch einfach mal 180-to-Bluntslide-270-offs. Nicht schlecht Herr Eckert! Die Rider hatten nun sichtlich Spaß an der Session und pushten sich gegenseitig. Jedoch hieß es hier trotzdem auch für die Fahrer clever und sicher zu fahren, da die zwei besten Scores von den besten vier aller gefahrenen Runs zusammengezählt werden sollten.

Ganz vorne, mit zahlreichen schönen Runs und eben unter anderem auch den zwei besten Runs von allen, landete der Vorjahressieger Philipp Frötscher (AUT) aus Nauders. Er gappte die Wall u.a. erst mit FS 360 Indy Nosebone und später auch mit FS 540. Ganz knapp dahinter Zweiter, wurde Matze Vogt aus Freiburg. Unter anderem clearte er die Wall mittels wunderschönen FS 360 Tailgrab und flippte abermals vorwärts über das Stairset. Er wurde damit auch offizieller Deutscher Meister im Slopestyle. Deutscher Vizemeister und der Drittplatzierte an diesem Tag wurde der erst 15-jährige Luis Eckert aus Hinterzarten. Sehr sehenswert von Ihm auch die FS-to-BS-Boardslide-Combo an der Wall-Box und die darauf folgende 180-on-Bluntslide-270-off-Combo. Alex Proyer holte sich einen bemerkenswerten vierten Platz. Auch sein letzter Run ist durchaus erwähnenswert: BS 360 Japan (Wall-Kicker) und FSBlunt am Stairset. Philipp Scherzinger aus dem Schwarzwald wurde fünfter und Patrick Cinca landete auf dem sechsten Platz.

Toursieger bei den Männern wurde Roman Hausamman aus der Schweiz mit 91 Punkten. Auch er bekam den CaD „Ring of Glory“ an den Finger gesteckt und er wird sich demnächst auf seinem Brandneuen 6’8“er Light „Wavecatcher“ in die Wellen stürzen können. Zweiter der Tourwertung wurde Urs Hediger (SUI) aus Arosa, der an diesem Tag „nur“ auf dem 10. Platz landete. Er freut sich, da er nun zusammen mit Annette Hammerschmidt (Tour 2. Girls) und Menduri Stecher (Tour 2. Kids) von RED BULL zu den Red Bull X-Fighters am 11. August nach München eingeladen wird. Und zur Vervollständigung: Dritter der CaD Tourwertung bei den Men wurde Luis Eckert aus Deutschland. Nein! Eigentlich war es kein würdiger Rahmen für ein finales Event oder eine Deutsche Meisterschaft, wie dem O’Neill FINAL STRIKE! Zu schlecht war das Wetter und zu weggeschmolzen der Park. Aber – letztendlich waren es die Rider selbst, die sich mit ihren teilweise inspirierenden Runs in der Jam Session gegenseitig hoch gepusht haben, so dass das Zuschauen eine reine Freude war. Und für das Wetter kann letztendlich auch keiner was. Die Judges hatten ebenfalls sichtlich Spaß und auch die zahlreichen Zuschauer kamen trotz des Wetters voll auf ihre Kosten. Somit haben die Rider selbst das CaD Finale zu einem grandiosen Erlebnis für alle und zu einem letztendlich doch noch gelungenen Abschluss einer tollen, erlebnisreichen und aufregenden Tour gemacht. „Erneut ist es uns gelungen eine Nachwuchs Slopestyle Serie, mit 9 Qualifikations-Tourstopps, einen grandiosen Finale und dabei insgesamt über 600 Teilnehmern zu realisieren. Darauf können wir stolz sein!“, so das Fazit des Tourmanagers Frank „Facy“ Knuerr. „Wir freuen uns bereits jetzt schon auf das 10-Jährige Jubiläum der Chill and Destroy Tour im nächsten Jahr (2013) und darauf möglichst viele von den Ridern im nächsten Winter wieder bei uns auf der CaD Tour zu sehen...! Jetzt wünschen wir allen Ridern erst einmal eine tolle Sommerzeit...!“

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