ISF Junior World Championships 2001

Die Bewohner des kleinen Wintersportortes Sappada (ITA) staunten nicht schlecht, als sie gestern einen Blick auf die Hauptstraße warfen. Eine Horde über 400 singender, bestens gelaunter, sportlich gekleideter Jugendlicher aus 29 Nationen machten sich auf den Weg zur Eröffnungszeremonie und zogen dabei von einem Ortsende zum anderen. Stolz folgte jede Nation ihrem "Fahnenträger" und es mutete an, als seien sie bei einer Eröffnungszeremonie der olympischen Spiele. Ausgesprochen fröhlich wurden alle von den Organisatoren begrüßt, die Junioren WM mit einem Feuerwerk offiziell eröffnet und als Höhepunkt von einigen Athleten die Bühne gestürmt, um anschließend dem übrigen Publikum Artistik- und Breakdance-Einlagen zur Musik zu präsentieren.

Obwohl die äußerlichen Bedingungen nicht optimal waren - Nieselregen, Schneefall und Sonnenschein wechselten sich ab - tat dies den sportlichen Leistungen und der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch. Die Piste war gut gesteckt und trotz des Wärmeeinbruchs in den letzten Tagen bestens präpariert worden. Im Finaldurchgang musste man auch schon genauer hinschauen, um zu erkennen, dass es sich um Jugendliche handelte, die auf dem schnellsten Wege versuchten die Tore zu umfahren, um vor ihrem Kontrahenten die Ziellinie zu überfahren. Vielleicht waren die Bewegungen noch nicht so rund, die Tore wurden weiter umfahren oder es gab auch mehr Stürze als bei den Profis, sie agierten aber nicht minder ehrgeizig und begeistert und gratulierten sich im Ziel wie die "Großen".

Tanja Uhlmann (SUI), heute Alpin-Siegerin weibl. Jugend (16 J.) und bereits zum dritten Mal dabei, gab wohl noch etwas schüchtern ihr erstes Fernseh-Interview, ihre zwei dritten Plätze im Snowboardcross und in der Kombination (Bewertung aller drei Disziplinen) im letzten Jahr hatten allerdings schon ihre Möglichkeiten angedeutet. Sie war - wie viele der Mädchen - durch den Bruder zum Snowboarden gekommen und bereits mit neun Jahren begonnen. "Ich wollte hier einen Podestplatz erreichen, das es natürlich gleich beim ersten Rennen geklappt hat, ist super. Gestern war ich noch zum Trainieren in Cortina und abends bin ich früh ins Bett gegangen. Die Stimmung hier gefällt mir sehr, wir haben viel Kontakt mit den Kollegen aus den anderen Ländern und im nächsten Jahr will ich unbedingt wiederkommen." Die Lehre will sie beenden, aber "am liebsten will ich mal Profi werden wie Ursula Bruhin. Sie ist mein Vorbild." Darin ist sie sich einig mit Mieke Verlinden (NED), die trotz ihrer geringen Trainingsmöglichkeiten in ihrer Heimat heute Zweite wurde. Sie will noch die Schule beenden, ein Sportinternat, und dann möglichst viele Rennen fahren, um routinierter zu werden. Alice Allegrini (FRA), Dritte heute, will sogar noch das Abitur machen, das Training kann sie ganz gut damit vereinbaren. " Am Wochenende bin ich halt auf der Piste, nicht in der Disco."

Jason Hale (USA), Silbermedaillengewinner männl. Jugend, brachte zum Ausdruck, was alle wohl so empfanden: "Ich hätte nie gedacht, dass ich heute so weit komme, aber ich bin sehr stolz darauf, die erste Medaille für die mein Land geholt zu haben." Der Sieger, Masaki Siba (JPN), liess sich sogar auf den Schultern seiner Kameraden und eingehüllt in eine japanische Fahne zum Siegerpodest tragen!


2. Renntag - PGS Junioren / HP Jgd.

Ergebnisse Parallel Riesenslalom - Junioren (17-18 J.)
Juniorinnen: 1. Fl. Valdenaire (FRA), 2. I. Grossenbacher (SUI), 3. M. Sauerbrei (NED)
Junioren: 1. F. Boivin (CAN), 2. C. Egger (AUT), 3. A. Deubl (GER)

Ergebnisse Halfpipe - Jugend (bis 16 J.)
Weibl. Jugend: 1. M. Narita (JPN), 2. K. Oelhafen (USA), 3. T. Bright (AUS)
Männl. Jugend: 1. G. Zebrowski (FRA), 2. R. Beslisle (CAN), 3. A. Vogel (SUI)


Parallel Riesenslalom Junioren

Es regnete und schneite den ganzen Tag im Wechsel, der Schnee war nass und schwer und verlangte den Finalisten alles ab, was sie an Kraft, Technik und Motivation noch aufbieten konnten. Und dennoch ließen Sie sich nicht die gute Laune verderben. Obwohl er "nur" Platz 1008 im Motorola ISF ranking einnimmt, konnte sich heute Francois Boivin aus Kanada gegenüber seinen favorisierten Kollegen durchsetzen und wurde - etwas überraschend - Sieger: "Ich habe in diesem Jahr mehr Rennen in Kanada gefahren und daher konnte man mich wohl nicht so richtig einordnen." Bei der letzten Junioren WM war er verletzt, in ein Jahr zuvor in Telluride/Colorado hatte er schon mal gewonnen, insofern war Christoph Egger (AUT) schon gewarnt. Er meinte ein wenig enttäuscht über seinen 2. Platz: "Letztes Jahr bin ich Dritter geworden und heuer wollte ich unbedingt gewinnen, denn nächstes Jahr kann ich nicht mehr mitmachen, da bin ich zu alt. Schade eigentlich, denn die Stimmung ist bei den ISF Junioren Weltmeisterschaften immer super. Ich bin aber mit dem zweiten Platz auch zufrieden. Ich bin zwar nicht der Party-Typ, aber ich glaube, heute werde ich mit meinen Freunden etwas feiern." Christoph ist auch auf der Motorola ISF Tour bei den Profis kein Unbekannter mehr und ist bereits auf Platz 47 im world-ranking. Ähnlich wie Alexander Deubl aus Deutschland, der sich bereits auf Platz 22 im world-ranking vorgekämpft hat und heute Dritter wurde. Er hätte sogar das Zeug gehabt, ins große Finale zu kommen, scheiterte aber leider durch einen Fehler im Halbfinale gegen den späteren Sieger. "Danach hatte ich eine gesunde Portion Wut in mir und wollte zumindest einen Platz auf dem Treppchen haben. Ich habe aber bei den Profirennen gelernt, einen schlechten Lauf abhaken zu können und mich dann wieder auf den nächsten Lauf zu konzentrieren. Diese Routine hat mir sicher geholfen. Sappada gefällt mir als Veranstaltungsort supergut, weil die Teams nicht so verstreut untergebracht sind und daher viel Kontakt untereinander haben. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Junioren WM." ." Alexander ist erst 17 Jahre jung und kann daher bei der kommenden Junioren WM wieder dabei sein.



Auch bei den Juniorinnen setzten sich die Favoritinnen und Erstplatzierten aus dem letzten Jahr durch: Siegerin wurde - wie im letzten Jahr in Les Menuires - die Französin Florine Valdenaire, die sich im Laufe des Rennens immer mehr gesteigert hatte. "Ich war hier schon mit einem guten Gefühl gestartet, denn der 2. Platz bei den französischen Meisterschaften vor einer Woche hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben. Der Kurs war trotz des Regens ok." Zweite wurde Ilona Grossenbacher aus der Schweiz, die auch kein unbeschriebenes Blatt ist, denn sie war in den vergangenen Weltmeisterschaften bereits Zweite und Sechste geworden. Ursula Bruhin (SUI) (2. im Motorola ISF Championship-ranking) ist ihr Vorbild, so gut will sie auch mal werden.
Dritte und ebenso Favoritin aus dem letzten Jahr wurde Marieke Sauerbrei (NED). Sie war bereits Zweite in Les Menuires geworden.


Halfpipe Jugend weiblich

13 Jahre jung und 142 cm groß ist Mero Narita aus Japan, die heutige Siegerin in der Halfpipe. Seit sechs! Jahren (sie begann also mit 7 Jahren) nimmt sie bereits an den ISF Junioren Weltmeisterschaften teil, das Boarden ist ihre Welt, denn auch im Wakeboard-Fahren und Monoskifahren ist sie japanische Meisterin in ihrer Altersklasse. Ihr Vater, der seine Kinder bei den sportlichen Ambitionen unterstützt und sie zu den Rennen begleitet, bestätigte dies. Mero´s Bruder Domu wurde übrigens Siebter bei der männlichen Jugend. "Wir sind eine board-verrückte Familie, selbst unser drittes Kind stand schon mit 1 Jahr auf dem Snowboard und möchte bald an Wettkämpfen teilnehmen. Ich habe nichts dagegen, dass meine Kinder Profis werden, erst sollen sie aber die Schule beenden." Er scheut keine Kosten und Mühen und fährt seine Kinder jedes Wochenende in das von Osaka fünf Stunden entfernte nächste Wintersportgebiet. "Wir können unter der Woche nicht trainieren, daher versuche ich ihnen Vieles über mentales Training beizubringen. Ich beschreibe meinen Kindern die Bewegungen und sie versuchen es zu verinnerlichen." Mero hatte die vier Punkterichter mit Frontside to Backside-Sprüngen und 540er inkl. Grabs (1,5 Umdrehungen um die Längsachse bei gleichzeitigem Griff ans Brett) überzeugt.

Kimberly Oelhafen aus den USA wurde Zweite und hatte sich zum letzten Jahr um einen Platz gesteigert: "Ich bin überrascht, wie gut das Niveau geworden ist. Jedes Jahr werden die Leistungen besser und das, obwohl die Pipe etwas weich war." Die Dritte auf dem Podest, die 14Jährige Torah Bright aus Australien schien am glücklichsten über ihren Sieg, denn sie hatte ihn am wenigsten erwartet: "Ich hatte mir erhofft, unter die ersten 10 zu kommen, aber nicht gleich aufs Podium. Gestern habe ich schon im Parallel Riesenslalom teilgenommen und morgen will ich beim Snowboardcross teilnehmen, um in die Kombinationswertung reinzukommen." Auch ihr Bruder ist Teilnehmer in Sappada. "Wegen ihm habe ich auch angefangen, Snowboard zu fahren, er ist mein Vorbild. Ich freue mich jetzt schon auf nächstes Jahr, da bin ich wieder dabei. Ich habe hier so viele nette Leute kennengelernt."

Halfpipe Jugend männlich

Die Startnummer 13 hat ihm heute Glück gebracht, denn Gary Zebrowski (16 Jahre) aus Frankreich wurde Sieger und gewann mit einem Haakon Flip (Salto und Schraube rückwärts), 720er und gar 900er-Sprüngen (2 und 2,5-fach Drehungen). "Ich habe die Startnummer "13" mit Humor hingenommen und habe mir einfach vorgestellt, die bringt mir heute Glück und so war´s auch." Zweiter wurde - etwas überraschend - Renaud Belisle (CAN): "Ich war selbst überrascht, dass ich mich im Finale so steigern konnte, denn die Quali hatte ich ja als 16. beendet, somit war ich der Letzte der sich zum Finale qualifiziert hatte." Den dritten Platz belegte Alvaro Vogel aus der Schweiz, der hinterher gestand: "Ich hatte nicht viel trainiert in der letzten Zeit, der 3. Platz ist wie ein Traum für mich."


3. Renntag - SX Jgd./HP Junioren

Ergebnisse Snowboardcross - Jugend (bis 16 J.)
Jugend weibl.:1. L. Jacobellis (USA), 2. T. Stenshagen (NOR), 3. T. Uhlmann (SUI)
Jugend männl. 1. T. Orr (CAN), 2. T. Fischer (GER), 3. R. Baker (AUT)
Ergebnisse Halfpipe - Junioren (17-18 J.))
Juniorinnen: 1. K. Oestgard-Buaas (NOR), 2. M. Nicoll (CAN), 3. Y. Hatanaka (JPN)
Junioren: 1. M. Grilc (SLO), 2. H. Sorsa (FIN), 3. S. Berger (SUI)

Der Tag begann schon ganz anders. Die Sonne lugte bereits durch die Wolken und es war kälter geworden. Good news für die Snowboardcrossfahrer, die Strecke versprach schneller und härter zu werden, wie auch für die Freestyler, die in der Halfpipe eine gutes ´coping` (Kante) brauchen, um genau im richtigen Moment hoch und kraftvoll abspringen zu können.

Snowboardcross Jugend
Der Kurs: viele Roller (kleine Kamelbuckel hintereinander), die nicht übersprungen, sondern in der tiefen Hocke überfahren wurden, 5 Steilkurven, drei Sprünge, wobei der Höchste vor dem Zieleinlauf war. Der Schwierigkeitsgrad: mittel, angemessen für Junioren, die Sprünge eher einfach. Schon bei den Qualifikationen stellte sich heraus: "Der Start war heute meistens entscheidend dafür, ob man am Ende unter den ersten war. Ich habe mich mit voller Kraft aus dem Startblock geschwungen, denn es gab einige sehr enge Passagen, in denen man an den anderen nicht mehr vorbei gekommen wäre." Für Tanja Uhlmann (SUI) endete dieses Rennen bereits zum zweiten Mal auf dem Podest, denn bereits vorgestern war sie Siegerin im Alpin-Rennen, heute wurde sie Dritte. Sie rechnet sich zudem gute Chancen in der Kombinationswertung aus, denn am Halfpipe-Wettbewerb nahm sie gestern auch teil. "Ich habe mich erst langsam gesteigert, mein erster Time Trial (Zeitqualifikation) war superschlecht, die Brille war angelaufen, ich habe nichts gesehen. Und dann habe ich im 2. Lauf Vollgas gegeben, später habe ich mich von Lauf zu Lauf gesteigert bis ins Finale." Jeder hatte 2 Qualifikationsläufe, die bessere Zeit wurde gewertet und damit qualifizierten sich die besten acht Fahrerinnen bzw. 16 Fahrer fürs Finale. Von da an galt das KO-System, zwei kamen weiter, zwei schieden aus. Zweite wurde Thea Stenshagen (NOR), die in Norwegen auf eine Snowboardschule geht und fünf Mal die Woche Training hat und als Berufsziel ohne zu zögern "Pro" (Profi) angibt. Die Goldmedaille ging an die US-Amerikanerin Lindsey Jacobellis. Auch sie geht zu einer "..snowboard/ski and Nordic skiing-academy in Stratton Mountain. Mein Vater hat mir zum 9. Geburtstag ein Snowboard geschenkt, mein großer Bruder hat es mir beigebracht und mein großer Traum ist es Profi zu werden. Wir trainieren täglich 3-4 Stunden." Die Erfolge der Jüngsten sind kein Zufallsprodukt, sie sind geplant und planen ihre Zukunft dahingehend. Tobias Fischer (GER), Silbermedaillengewinner, besucht auch aus dem Grund das Christopherus Gymnasium in Berchtesgaden. Er will "möglichst viel Snowboarden - neben der Schule - aber auch unbedingt Abitur machen." Unverhofft rückte er noch im Finish von Platz 3 auf 2 "Tim`s (Tim Orr aus CAN wurde 1.) Sieg war eigentlich nicht mehr gefährdet, er hat sich sicher gefühlt, und hat daher kurz vor dem Ziel noch mal einen hohen Sprung mit ´Grab` (Griff ans Brett) gemacht. Er ist aber gestürzt und auf dem Rücken ins Ziel gerutscht. Durch den Sturz waren die beiden anderen (Paul Henry Delerue FRA wurde 4. und Rick Baker AUS wurde 3.) etwas gestört und haben sich gegenseitig behindert.

Davon habe ich profitiert und bin noch vom dritten auf den zweiten Platz vorgefahren. Da habe ich einfach ein wenig Glück gehabt. Ich habe mich am Start gut rausgezogen und mein Board war auch gut gewachst. Das war bei dem heutigen Schnee sicher wichtig. Heute ist genau das passiert, was uns Sven (Sv. Gittermann, Trainer der deutschen FahrerInnen) immer gepredigt hat. Beim SX niemals aufgeben, auch wenn man an letzter Stelle ist, und das hat sich heute ausgezahlt."

Halfpipe JuniorInnen:

"Wir haben heute kaum ein Leistungsgefälle zwischen ´Jugend` und ´Junioren` feststellen können. 540er McTwists (1 vertikale Drehung plus eine halbe laterale Drehung bei gleichzeitigem Griff ans Brett), zwei 720er hintereinander (2fach Drehungen), ja sogar schon 900er (2,5 fach) haben die meisten der Finalteilnehmer hier gezeigt". Alex Schwan muss es wissen, er ist ´head-judge` (Herr über vier Punkterichter), hat die Stimme mit dem meisten Gewicht und achtet darauf, dass das Urteil ausgewogen ist. "Wir bewerten die Qualität einzelner Sprünge,Sprung-Kombinationen und natürlich auch die Häufigkeit anspruchsvoller Sprünge, weniger den Style, denn das ist eher der individuelle Ausdruck eines Freestylers."

Zwar hat mit Kjersti Oestgaard Buaas aus Norwegen bei den Juniorinnen eine bereits auf der Motorola ISF Tour erfolgreiche, erfahrene Fahrerin gewonnen, gefragt war aber in dieser Pipe, die eher kleinere Ausmaße hatte, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. "Wer vorne mit dabei sein wollte, musste die Pipe ´lesen`, aufmerksam die anderen beobachten, denn die Voraussetzungen für eine optimal ´geshapte` mit einer gleichgeformten ´Transition` (Rundungsgrad an beiden Seiten) waren einfach nicht gegeben. Die Pipe hat in den letzten Tagen Temperaturunterschiede von einigen Grad erlitten," so der Kommentar vom ´Spezialisten` Schwan. "Das Finale war super hier, auch obwohl die Pipe nicht so gut war, aber es hat Spaß gemacht. Schließlich ist es immer schöner, wenn die Sonne scheint," meinte die Goldmedaillen-Gewinnerin zu ihrem Erfolg. Zweite wurde Mercedes Nicoll (CAN), die bei dieser Weltmeisterschaft auch dem sozialen Aspekt etwas hat abgewinnen können: " Ich bin sehr zufrieden mit meinem 2. Platz. Sappada ist zwar sehr klein, aber es gefällt mir trotzdem. Dadurch haben wir uns untereinander viel besser kennen lernen können und es hat sich nicht so verlaufen. Ich hoffe, ich sehe viele im nächsten Jahr wieder.!" Bronze gewann Yoshie Hatanaka aus Japan, die wohl so überwältigt von ihrem dritten Platz war, dass sie bei der Siegerehrung kaum einen Blick in die jubelnde Menge wagte. Ebenso überrascht aber weniger schüchtern reagierte Marco Grilc (SLO), auf seinen Sieg. Er ließ sich bei der Siegerehrung auf einem Stuhl zum Podest tragen und lauschte der slowenischen Nationalhymne. "Ich war überrascht, denn alle guten Fahrer in meiner Altersklasse waren hier. Aber ich habe Halfpipe am meisten trainiert, insofern hat es sich tatsächlich ausgezahlt. In Slowenien haben wir ja keine Pipes, da muss ich auf Naturschanzen trainieren, wahrscheinlich ist mir das heute zugute gekommen. Gestern beim PGS ist es ja nicht so gut gelaufen für mich." Marco ist "Kombinierer", er wird morgen auch beim Snowboardcross teilnehmen. Favorit und Silbermedaillengewinner Heikki Sorsa aus Finnland hatte schon während des entscheidenden Laufs gespürt "dass ich heute nicht gewinnen konnte, sondern maximal Zweiter werden konnte." Er sammelte in dieser Saison erste Erfahrungen auf der Motorola ISF Tour und wurde Zweiter beim ´Corner Jump` in Fieberbrunn (AUT). Bronze gewann der Schweizer Sergio Berger, der in Davos (SUI) auf ein Sportgymnasium geht, sein Zuhause in Laax (SUI) hat, also auch in Zukunft gute Voraussetzungen für vordere Plätze hat.

Ergebnisse Snowboardcross - Junioren (17-18 J.)

Die SX JuniorInnen wurden mit dem heutigen Tag versöhnt. Das Rennen konnte aufgrund des Nebels am Donnerstag nicht gestartet werden, heute erwartete sie ein blauer Himmel, guter Schnee und eine bestens präparierte SX-Strecke. Die Schweizer Juniorinnen beeindruckten mit einem Dreifach-Sieg: 1. Corinne Mottu :"Ich bin natürlich superglücklich, Erste geworden zu sein, aber wichtiger ist mir noch, dass wir gemeinsam alle Medaillen gewonnen haben.", 2. Helene Nadig: "Ich bin sehr zufrieden über den zweiten Platz, vor allem, weil wir alle drei auf dem Podium sind, das ist doch viel wichtiger. Am Anfang war ich noch Dritte, aber dann ist Olivia (Nobs später 3.) gefallen und ich bin auf den 2. Platz vorgerückt.", 3. Olivia Nobs (alle SUI): "Die Organisation war super hier in Sappada. Es hat uns allen gut gefallen. Wir waren so froh, dass wir heute das beste Wetter erwischt haben, denn wir haben ja 3 Tage warten müssen." Die Schweiz hat sich durch das heutige Ergebnis in der Nationenwertung auf Platz 2 vorgeschoben. Bei den Junioren gewann Mickael David aus Frankreich: "Ich hatte einen guten Start, und war sofort in Führung. Das Final-Rennen war sehr eng, vor allem Tommaso (Tommaso Tagliaferri aus Italien gewann die Silbermedaille) hat noch mal versucht, an mir vorbeizukommen. Ich wollte nicht mit ihm kollidieren, daher bin ich bei der einen Steilkurve ganz hoch gefahren, um ihm auszuweichen. Danach war ich schneller und konnte meinen Abstand bis ins Ziel halten." Bronzemedaillengewinner Christian Mosiman (USA) brachte zum Ausdruck, was die meisten schon zuvor geäußert hatten: "Das war eine super-organisierte Weltmeisterschaft. Wir haben uns in diesem kleinen, schönen Ort sehr wohl gefühlt. Ich bin froh, dass ich dabei war."

Nationenwertung: (Modus: Die ISF-Punkte des besten Ergebnisses pro Disziplin pro Land werden addiert):
1. Frankreich, 2. Schweiz, 3. Kanada, 4. Deutschland, 5. Österreich, 6. Polen, 7. USA, 8. Australien, 9. Italien, 10. Slovenien, 11. Japan, 12. Norwegen, 13. Schweden, 14. Finnland, 15. Neuseeland...

Kombinationswertung: (Athleten, die an allen Disziplinen teilgenommen haben: HP, Alpin, SX)

Jugend weibl.: 1. Tanja Uhlmann (SUI), 2. Stacy Thomas (USA), 3. Margot Rozies (FRA)
Jugend männl.: 1. Benedikt Nadig (SUI), 2. Domen Bizjak (SLO), 3. Tyler Emond (USA)
Juniorinnen: 1. Helene Nadig (SUI), 2. Morgane Fleury (FRA), 3. Merrick Johnston (USA)
Junioren: 1. Marko Grilc (SLO), 2. Mickael David (FRA), 3. Benjamin Jean (FRA) 

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