Chill & Destroy Tour Finale in Arosa


Eines kann getrost vorweggenommen werden: Eine bessere Kulisse für das ChillanDDestroy (CAD) Snowboard Finale wie Arosa hätte es nicht geben können! Da waren sich alle Rider und die zahlreichen Zuschauer einig!
Sie wurden Zeugen des bisher besten und hochkarätigsten CAD-Finales in der bereits seit sechs Jahre andauernden und mittlerweile größten deutschsprachigen Slopestyle Wettkampfserie. Snowboarder und Snowboarderinnen aus zahlreichen Nationen sind angereist, um bei einem der letzten europäischen SWATCH TTR Worldtour 3star Events noch einmal richtig Ranglisten-Punkte abzugreifen...

Bereits am Freitag Nachmittag nutzen viele der Rider die Möglichkeit, um sich einen ersten Eindruck von dem exzellent geplanten und geshapeten Slopestyle Funpark zu verschaffen. Und nicht nur vom Funpark, denn das hochalpine Bergpanorama von Arosa dürfte auch eingefleischte Bergfexe zu einem lauten Zungenschnalzer verleitet haben. Denn ringsum ragen die Gipfel der Graubündener Alpen in die Höhe und geben dem weitläufigen Wintersportgebiet einen würdigen Rahmen. Doch zurück zum Funpark! Das Shaper-Team Raul und Carlo, sowie ihre fleißigen Helfer haben wirklich ganze Arbeit geleistet und einen fantastischen Spielplatz für die Finalisten der ChillandDestroy Tour geschaffen. Die Rider dankten auf ihre Art und shreddeten den Slopestylepark mit allen möglichen Variationen. Das Wetter hielt an diesem Tag auch was es in den Tagen zuvor versprochen hatte! ‚Besser noch - die Sonne war zwar immer präsent, jedoch knallte sie nicht mit der Vehemenz des Vortages, so dass die Schneequalität letztendlich länger als erwartet Spitzenleistungen zuließ. In der Qualifikation hatte jeder Rider drei Runs zur Verfügung, von denen die besten zwei in Addition gewertet wurden. Den Anfang am Samstag Morgen machten die „Snowboard-Minishreds“. Die Favoriten der Kategorie „Snowboarder unter 16 Jahren“, wurden in der Quali auch gleich ihrer Rolle gerecht. Der Österreicher Max Glatzl - Führender in der CAD-Tourwertung, legte mit Cab 540 Mutegrab am ersten Kicker, Halfcab Croocked an der Straightbox, 50/50 Bs180 off am Straightrail, Nosepress to Fs Noseslide an der Kinkedbox, BS Rodeo 540 am Spine-Kicker, sowie Bs Tailslide to fakie an der Elephantbox und schließlich einen Fs Lipslide to fakie an der Wallridebox, einen richtig harten Lauf hin.

Einzig der Lokalmatador aus Arosa, Urs Hediger war in der Qualifikation noch einen Tick besser und konnte diesen Run noch toppen! Dritter nach der Qualifikation war der Deutsche Linus Birkendahl der sich an diesem Tag für seine Verhältnisse zu wahren Höchstleitungen trieb. Er zeigte einen wunderschönen Bs 3er indy und auch auf den Obstacles gab er ordentlich Gas (u.a. Bs Tailslide 270 off an der Straightbox). Und noch ein weiterer Deutscher rockte den Park als ob es kein Morgen gäbe: Luis Eckert, der erst zwölfjährige Snowboard-Mini aus Deutschland. Platz vier für ihn in der Quali. Angelo Gastl (AUT) und Julian Bachmann platzierten sich, in dieser Reihenfolge, dahinter. Das Starterfeld bei den Snowboard Girls konnte sich ebenfalls sehen lassen! Hier tummelte sich einiges am Berg, was im Damen-Snowboard-Zirkus Rang und Namen hat... Ob die zweifache Deutsche Meisterin Steffi Hamann (GER), oder die „Iron Night“-Gewinnerin Andrea Lucht (GER). Auch die große Favouritin auf den CAD-Tour-Gesamtsieg, Nadine Härtinger (GER) und die Belgische Slopestyle Kanone Elke Cogghe gaben sich zusammen mit der Berlinerin Pia Gärtner die Ehre. ZIMTSTERN schickte seine Geheimwaffe Helene Nadig (SUI), Miriam Seip brachte noch Maike Haller mit und Sarah Jane Phillips und Erika Schöpf hielten die rot-weiß-rote Fahne der Österreicher in Ehren...! In der Qualifikation zeigte Stephanie Hamann gleich mal was Sache ist. Switch Halfcab 180 Mutegrab am ersten Kicker, Tailslide to fakie an der Straightbox, dann einen stylischen Backside 1er mit Mellongrab am Spine-Kicker und noch allerhand 50/50’s und Nose to Tailslides an den Jib- Obstacles. Mit den beiden höchsten Scores lag sie nach der Quali deutlich vorne! Gefolgt mit einigen Abstand von der Fünfergruppe Helene Nadig, Sarah Jane Phillips, Martine Zollner, Nadine Härtinger und Maike Haller - allesamt nur anderthalb Punkte auseinander. Da ins Finale leider nur die besten Fünf einzogen, durfte Maike Haller beim Finale nur zuschauen.

Bevor die Snowboard-Männer in die Qualifikation gingen, gab es an der zünftigen BBQ-Foodstation die großzügiger Weise von der SIT-HÜTTE inklusive Grillmeister zur Verfügung gestellt wurde ordentlich Grillwürste im Brotmantel und alles was sonst noch so zur Stillung von Hunger und Durst für alle anwesenden Rider, Medienleute, Zuschauer und CAD-Teamer so nötig war. Dazu gab es noch RED BULL, heißen Tee und heiße Suppe aus der ChillandDestroy-Kantine.
Es war den Ridern deutlich anzusehen, wie sie sich über den Freischuss in der Quali freuten. Nachdem nur die Besten zwei Runs von drei zählten, feuerten sich die Jungs über die Kicker und ließen schon in der Qualifikation zahlreiche Neuner, Zehner und Rodeos aus dem Sack. Alessandro Boyens, der frisch aus den USA mit seinem Scheck von den gewonnenen „Chevy Champs“ angereist war, strotzte nur so vor Selbstbewusstsein und stickte einen krassen Sprung nach dem Anderen. Sehr nice seine sw bs1er to Cab 9er Tailgrab to Fs Rodeo 720 Combo!!! Damit lag er nach der Quali auch in Führung. Jedoch schlief die Konkurrenz nicht! Petter Kristiansen aus Norwegen (Anm. Gewinner des CAD/TTR 3star in Alpendorf) legte ebenfalls furios los. Shifty late Fs180 und Bs Rodeo 7er ließen ihn in auf Platz zwei nach der Quali rücken. Knapp dahinter sammelte Lukas Blaser „Fleißpunkte“ bei den Judges in Sachen „Style-Ergonomische Park-Nutzung“. Mann konnte ihm deutlich ansehen, dass er viel Spaß in diesem Slopestylepark hatte. Keiner fuhr an diesem Tag so kreativ wie Lukas. Sei es, dass er schnell mal das Ende der Pipe für einen Handplant mitnahm oder sein gezeigter Fs 540 Bonk an der Jibtonne! Wenn einer Style hat, dann der sympathische ZIMTSTERN-Teamrider! Platz drei in der Quali für ihn! Dahinter nutzten zwei eidgenössische Kumpels ihren „Heimbonus“ - zumindest was die Landesgrenzen betraf... Vierter und fünfter der Quali - Raphael Nerz und Bastian Jauslin! Dabei überzeugte besonders Bastain mit sehr dynamischn und stylischen riding! Da hat sich die Trainingssaession am Freitag Nachmittag wirklich gelohnt... Weitere Rider die ins Finale der besten zehn einzogen: Friedrich Gram (AUT), der auch ein Feuerwerk nach dem andern zündete! Paul Dreher (AUT), der sich noch Chancen in der Tour-Gesamtwertung ausrechnete. Patrik Habegger (SUI) ein weiterer Schweizer, der it einer Wildcard ausgestattet wurde; Mikkel Bentzon, der Shred- Kumpel von Petter (dem Zweitplatzierten) aus Oslo im hohen Norden. Auch ein Pinzgauer schaffte es noch in die elitäre Runde der Finalisten: Michael Kaltenhauser aus Uttendorf/AUT stylte sich gerade noch so ins Finale.

Man mag es gar nicht für möglich halten, aber die weiteren Platzierten hätten locker noch ein hochkarätiges Finale an anderer Stalle ausfahren können, denn fast alle bewegten sich in einer Punkte-Range von 28 bis 25 Gesamtpunkten.
Die Sonne brutzelte in der Zwischenzeit dermaßen vom Himmel dass zahlreiche Rider, Zuscheuer und Medienleute die Hüllen fallen ließen und sich der Gefahr aussetzten von der Strahlung gegrillt zu werden... Sicherlich hatten einige der Anwesenden am Abend dringend eine After-Sun-Behandlung nötig.

Ja, es war fast schon so ein Feeling wie auf einem Sommercamp. Erinnerungen an SPC, BASE oder GAP1328 wurden laut. Aber nein wir waren ja beim CAD-Finale in Arosa und da standen die Superfinales an. Jeweils die besten fünf Kids und Girls, sowie die besten 10 Männer hatten jetzt noch mal zwei Runs zur Verfügung, von denen der bessere davon zählen sollte. Begonnen wurde wieder mit den Jungs unter 16 Jahren. Hier erwischte Urs Hediger aus Arosa leider keinen so guten Lauf und landete letztendlich auf Platz fünf. Die spektakulären Backflip-180ies von Angelo Gastl reichten diesmal zum vierten Platz und der kleine Haudegen Linus Birkendahl (GER) steigerte sich nochmals und verteidigte seinen dritten Platz aus der Quali. Luis Eckert aus Hinterzarten im Schwarzwald legte alles in die Wagschale und wurde belohnt. Bs Shifty to Bs inverted 7er Mutegrab to Barrelroll am Spine-Kicker, so lautete seine Combo, die ihn zum internationalen deutschen Vizemeister im Slopestyle machten. (Insgeheim ist er ja eigentlich der Deutsche Meister, wenn man mal das „International“ weglässt...!) Sein zweiter Platz im CAD-Final katapultiert Luis auch noch auf den zweiten Rang der CAD-Tourwertung. Gratulation! Jedoch war an einem Jungen an diesem Tag kein Vorbeikommen: Max Glatzl belegte seine stetig gute Form in der ganzen vergangenen Saison und gewinnt mit Abstand die internationale Deutsche Slopestyle Meisterschaft und gleichzeitig aufgrund seiner konstant guten Leistungen auch den CAD-Gesamttoursieg! Sein Sieges-Run: Cab 5er to BS 540 to Straigt Air mit Nosegrab! Ausser dem Preisgeld von 450,- US Dollar gab es den CAD-Siegelring und auch noch einen Surfcamp-Gutschein von enDoSurf .com, nach Marokko!

Das Finale der Snowboard Girls war schon eine spannende Sache! Konnte Dauergewinnerin Steffi Hamann auch diesmal wieder den Sack zumachen und abräumen? Die Antwort dazu gibt es später! Vorher zeigte noch Nadine Härtinger, dass sie außer gutem Aussehen auch noch andere Attribute zu bieten hat: Nämlich auch Ausstrahlung, Sexappeal und - genau Snowboarden kann die kleine auch! Und zwar so gut, dass sie mit dem fünften Platz im Finale und konstant guten Platzierungen bei der ChillandDestroy Tour, die Gesamtwertung der Chilanddestroy Tour gewonnen hat. Dafür bekam sie auch vom netten, eloquenten Moderator Markus den CAD-Siegelring an den Finger gesteckt und sie darf sich auch noch über einen Kimasurf.com Surfcamp-Gutschein für Bali freuen. Helene Nadig holt sich mit dem vierten Platz wiederum eine super Contest-Platzierung für ihre Vita und Sarah Jane Phillips bestätigt mit dem dritten Platz ihre Leistung aus der Qualifikation. Die Spannung bei der Siegerehrung stieg, denn noch standen zwei Damen die im Finale richtig abgeräumt hatten zur Verfügung. Die Sensation war perfekt, als Steffi Hamann für den zweiten Platz zum Prizegiving gerufen wurde. Ihr gebührte diesmal der Deutsch Vizemeistertitel, denn neue Internationale Deutsche Meisterin im Snowboard Slopestyle wurde eine andere: Martina Zollner konnte ihr Glück kaum fassen! Ihr Sieger-Run war aber auch wirklich schön anzusehen: Zuerst ein Shifty 180, dann BS 360 Melongrab, Straight BS Shifty, dann noch die Jibtonne gebonkt und zu guter Letzt noch, quasi als Abschluss noch einen Fs Lipslide to Fakie am Elephant hinterher. Respekt und Gratulation...! Sie darf sich über einen 1.000,- US Dollar Scheck freuen!
Das Finale der Männer war eine Abfolge von Tricks auf höchstem Riding-Niveau. Gottfried Gram stickte eine switch BS 180 Indy to Bs 720 Melongrab- Kombo um später noch 270on 270off am Elephant zu stehen. Diese Combo reichte in diesem Finale letztendlich „nur“ zu Platz acht...! Sehenswert auch die Cab 5er Melon to Cab 7er Melon Kombination von Patrik Habegger (SUI), der damit auf dem siebten Platz landete. Paul Dreher aus Dornbirn gab im Finale ebenfalls noch mal alles, da es bei Ihm ja auch noch um die CAD-Tourwertung ging. Cab 3er to Cab 9er (Revert) und zahlreiche 50/50 to Fs Boardslides an den Obstacles reichte für Platz sechs - und für Ihn überraschend auch für den Sieg in der Gesamtwertung der Chillanddestroy Tour 2009. Voller Stolz präsentierte er seinen CAD-Siegelring. Er fährt demnächst ebenfalls zum Surfen nach Bali...! Platz fünf ging an den Norweger Mikkel Bentzon und der „undankbare“ vierte Platz ging an den sympathischen Schweizer aus Basel - Bastian Jauslin. Für ihn bedeutet das gleichzeitig auch den zweiten Platz in der CAD-Tour Gesamtwertung. Um die ersten drei Plätze herum wurde die Luft gaaanz dünn...! Petter Kristiansen, der irgendwie immer ein bisschen an „Wickie“ von der wilden 13 erinnert, haute als besten Run einen late Halfcab 180, to Fs 7 Indy (...von der Frontsidekante abgesprungen...!) und dann noch einen BS Rodeo vom feinsten raus. Dritter Platz! Dann wurde es spannend. Wer hat den ersten Platz belegt? Diese Frage sollte letztendlich am „Grünen Tisch“, aufgrund eines Einspruchs von Alessandro Boyens, geklärt werden. Das 6-Köpfige Judges Team sah eigentlich Lukas Blaser minimal vorne. Sein Run: Switch Bs 5er Melongrab, to „very stylisch“ Bs 7er Melon, to Fs „smoooth 360“. Dann Fs 540 Bonk an der Jibtonne, switch Bordslide to Fakie am Elephant und Bs 360 über die Wallbox! Wenn an diesem Tag die Stylepolizei Wache am Berg geschoben hätte, dann hätten sie, zu Lukas Ehren, ihn bestimmt mit Martinshorn und Blaulicht zur Siegerehrung eskortiert Mehr Style geht nicht! Dem gegenüber war nun der Run von Alessandro Boyens zu stellen: Switch Bs 180, to Cab 9er Tailgrab, dann Double Corked BS 9er, bei dem jedoch vom Judgetable aus die Landung nicht eindeutig einsehbar war und deswegen nur als 7er gewertet wurde...! Dazu kam noch ein kleiner Bail am Elephant, was ebenfalls Abzüge bei den Punkten bedeutete.. Nun ja, wir alle kennen das ja: Der Stürmer fällt beim Fußball im Strafraum, der Schiedsrichter pfeift und es gibt Elfmeter. Wenn es eine Schwalbe war, dann war es halt eine Fehlentscheidung! Und Tage später kräht kein Hahn mehr danach...
Beim Finale der ChillandDestroy Tour jedoch kann man Entscheidungen nach Anhörung aller Beteiligten revidieren. So wurde Allessandro angehört, die Meinung von Lukas Blaser und auch von anderen Finalisten. Letztendlich einigte man sich darauf zwei erste Plätze zu vergeben, weil beide Rider - Lukas und Alessandro an diesem Tag einfach die Besten waren. So zogen alle glücklich von dannen und die Gerechtigkeit hat gesiegt! Lukas Blaser ist der Internationale Deutsche Meister und Alessandro Boyens der Deutsche Meister! Und die 1.700,- US Dollar für Platz eins und zwei wurden einfach geteilt! So Einfach kann das manchmal sein!

Das sechste Finale der ChillandDestroy Tour hat auf jeden Fall voll gerockt! Die Stimmung im Park war sensationell, der Park war einfach nur fett, die Rider zeigten Snowboard Slopestyle vom feinsten und die Sonne hat an diesem Tag quasi die Grinser in die Gesichter aller anwesenden hinein gebrannt. Am Abend wurde auf der offiziellen ZIMTSTERN After-Contest Party - CAD meets Bergbeaz, im Kitchen Club, ausgiebig auf den Abschluss einer langen aber sehr erfolgreichen ChillandDestroy Tour 2009 angestoßen.

Die Tour 2009 ist vorbei, die Sieger sind gekürt - es lebe die Tour 2010! Bis nächstes Jahr...! 

Zurück