CAD Feldberg 1Star TTR

Einige der 75 online angemeldeten Rider trauten dem Wetter dann wohl doch nicht über den Weg und blieben der Veranstaltung fern. Schade! Jedoch fanden trotzdem noch 56 Starter den Weg zum Feldberg. Belohnt wurden sie mit einem perfekt geshapten Funpark und der einzigartigen Stimmung, die so nur am Feldberg existiert...

Jedenfalls herrschte am vergangenen Samstag Morgen reges Treiben im Funpark am Seebuck. Es wurde emsig nachgeshaped, da es über Nacht noch einmal knapp zehn Zentimeter geschneit hatte. Der Parkbulli zog noch einmal den gesamten Slopestyle Park ab und das CAD-Team dekorierte Selbigen mit Fahnen, Bannern und Zelten. Die Wettkampfarena zeigte sich in diesem Jahr leicht verändert. So gab es neben dem gewohnten Kicker mit zwei Absprüngen ganz oben, auch noch drei Schanzen, über die sich die Rider katapultieren konnten. Unmittelbar nach dem ersten Sprung konnten die Teilnehmer noch einen zweiten fetten Sprung am Kicker-Roller auf der rechten Seite hinzufügen. Links stand ein etwas kleinerer Style-Roller zur Verfügung. Danach konnte entweder die Corner in der Mitte genommen werden, oder man entschied sich für das neue Obstacle, die Buttered- Fun-Box mit abschließendem neuen 6m Downrail. Letzteres wurde schließlich zum Lieblings- Obstacle, vor allem bei den Jungs über 16 Jahren. Auf der linken Seite stand auch noch ein Up-Rail, welches die Snowboarder nach gelungenem Slide weit raus katapultierte... In der Mitte zwischen den beiden Jib-Obstacles hatte Park-Designer Dimas Lauinger und sein Team noch eine kleine Style- Pyramide gebaut. Alles in allem ein feiner Wettkampfparcours, der für jeden etwas zu bieten hatte. Und geboten wurde allerhand an diesem Tag.

Los ging es mit den Snowboard Girls. Lokalmatadorin und "Boardshop-Freiburg Teamfahrerin" Sonkoy Mamani-Bath hätte an diesem Tag alles klar machen können, wenn sie ihre Bs 360er sicher gestanden hätte.... Hat sie jedoch nicht! Somit wurde die Konstanz der belgischen Freestyle Waffe Elke Cogghe belohnt. Sie holte sich mit Fs 180er am großen Kicker und Fs Shifty am Zweiten, sowie 50/50 am Up-Rail - alles sicher gestanden und in sauberer Ausführung, den Tagessieg. Sonkoy freute sich aber auch über den zweiten Platz. Der dritte Platz ging an Pia Gärtner aus Grefrath. Anna Kniesbach aus Feldberg wurde Vierte.

Bei den "Mini-Shred's" - genau genommen den Jungs unter 16 Jahren, zeigte der jüngste Teilnehmer wie es geht! Luis Eckert, zwölf Jahre alt und ebenfalls Boardshop Teamfahrer gab gehörig Gas und stellte gleich nach seinem ersten Run klar, das es nicht so leicht für seine Konkurrenz sein würde, heute an ihm vorbei zu ziehen. Er zeigte Straight-Air’s mit Nosegrab und Fs Shifty über den ersten Kicker, außerdem einen bs 720 und bs 3er am Roller-Kicker auch die Rails bearbeitete er mit
spielerischer Sicherheit. Für den Zweitplatzierten Clemens Simon (Bs 180 Tailgrab, Shifty's und 50/50's am Up-Rail) war Luis einfach zu stark. Platz drei ging an Jonas Hammerschmidt, der sich über seinen dritten Platz scheinbar so gefreut hat, dass er am Abend auf der Party in Freiburg bereits zu früher Stunde mit spektakulären "Breakdance-Einlagen" am Boden den Weg zum Ausgang freimachte... Aber zur Party später mehr!

Die Qualifikation der "Jungs" über 16 Jahren startete mit vielen alten Bekannten. Unter anderem gaben sich die ehemaligen Feldberg Tourstopp-Gewinner Lukas Wolfer (2005), Mathias Vogt (2007) und Malte "Mucki" Musik (2008) die Ehre. Die Locals Philipp Scherzinger, Markus Scheele und Kristoffer Thoma starteten als alte "CAD-Hasen" entsprechend selbstsicher durch. Auch weitere ehemalige CAD-Tourstopp Gewinner witterten Ihre Chance und gingen am Feldberg an den Start. So reiste aus Düsseldorf mit Gianni Baggenstos ein CAD-Rider und Tourstopp-Gewinner der "ersten Stunde" an. Auch Richard Enzmann aus dem „Bayerwald“, Gewinner des CAD Heubach 2008 wollte zeigen, dass er es immer noch drauf hat.

Aufhorchen ließ auch der Name Bastian Jauslin. Noch eine Woche vorher landete der sympathische Schweizer beim CAD in Ehrwald (SWATCH TTR Worldtour 3star Event), im starkem internationalen Fahrerfeld, auf einem respektablen fünften Rang. Entsprechend neugierig war man auf seinen Auftritt am Feldberg.

Wie erwartet zeigte der Freiburger Mathias Vogt bereits in der Qualifikation, das an diesem Tag auf jeden Fall mit Ihm zu rechnen ist (z.B. bs 5er to sw bs 540 Tailgrab). Zusammen mit Bastian Jauslin aus Basel/CH (2. Quali/ z.B. bs 720 u. fs 720), dem Freiburger Lukas Wolfer (3. Quali/ z.B. fs 720 u. bs Rodeo 540) und dem Halbschweizer Gianni Baggenstos (4. Quali / fs 360 indy u. fs 720 melon) bildete er die Speerspitze der Quali. Dabei war auch schnell klar, dass der Sieg an diesem Tag, unter diesen Vier ausgemacht wird. Leider verletzte sich der Vorjahrsgewinner aus Freiburg, Malte Musik (7. Quali / fs 360 u. bs inv. 540 indy) beim zweiten Run der Quali, an seiner sowieso schon angeschlagenen Schulter. Wahrscheinlich hätte er sonst sicherlich auch noch ein Wörtchen über den Sieg mitgesprochen.


Das es am Samstag ein Hammer-Tag für das Boardshop-Freiburg-Team wurde, lag nicht zuletzt auch am glänzend aufgelegten Contest-Speaker und Boardshop-Mitarbeiter Flo Duse, dem auch ein Ausfall der Sound-Anlage nicht davon abhielt, für Stimmung zu sorgen. Dabei erklärte er auch noch fachkundig die gezeigten Tricks und fand sogar noch Gelegenheit die defekte Soundanlage zusammen mit den CAD-Technikern zum Laufen zu bringen. Die ca. 300-400 Zuschauer dankten dies mit Szenen-Applaus und die Rider mit allgegenwärtigen "Shake-Fives"... So stand nach kurzer Pause, welche von den Teilnehmern ausgiebig zum "Essenfassen" am großzügigen CAD-BBQ-Grill genutzt wurde, das Finale der Snowboarder über 16 Jahre an. Frisch gestärkt und mittels Red Bull auch mit der nötigen flüssigen Energie versorgt, wurden die besten Zehn der Qualifikation hinauf zum Start geschickt. Was dann folgte, war ein Feuerwerk an hochkarätigen Tricks, dass selbst die Judges, rund um Headjudge Flo Müller aus Regensburg, kaum ihren Augen zu trauen wagten.


Matze Vogt legte mit Cab 720 to inverted 540 und fs Boardslide am Downrail vor. Bastian Jauslin legte
mit einer sagenhaften Cab 720 to sw bs 720 Combo und ebenfalls fs Boardslide am Downrail nach. Das brachte dem Schweizer den höchsten Score des Tages ein! Dann kam Lukas Wolfer. Der Wahl- Züricher zauberte einen wunderschönen fs Rodeo 720 to bs 540 und 270 fs Boardslide am Downrail aus dem Hut. Wahrlich nicht von schlechten Eltern! Auch Gianni Baggenstos wollte sich hier nicht lumpen lassen und switchte Cab 3er to Cab 5er im ersten Run.

Wenn Philip Scherzinger seinen fs Rodeo Seven sicher gestanden hätte, dann wäre er mit der Folgekombo fs 360 und 270 fs Boardslide noch in die Reichweite des "Stockerls" gekommen. So reichte es letztendlich "nur" zum fünften Platz. Das Stockerl fuhren die besten Vier aus der Qualifikation aus. Gianni Baggenstos eröffnete die Entscheidung mit fs 540 mute to sw bs 540 und fs Boardslide am Downrail. Das reichte am Ende für einen sehr guten vierten Platz im Endergebnis. Lukas Wolfer verdiente sich den dritten Platz, indem er wiederum eine sw bs inverted 540 to bs 540 Rodeo mit 50/50 am Downrail zeigte. Die Spannung stieg bis zum Schluss an, da jetzt nur noch die beiden Führenden aus der Qualifikation am Start übrig waren. Bastian Jauslin eröffnete den Zweikampf mit einer sw bs 720 to Cab 900 Kombination, die er leider nicht ganz so sauber in den Schnee stellen konnte. Somit konnte der letzte Starter an diesem Tag, Matze Vogt auf Sicherheit fahren. Der Boardshop-Teamrider stylte sich mit einem Cab Shifty 3er und einen Double Shifty 180 mit anschließenden bs Lipslide am Down-Rail, verdient zum Tagessieg.

Letztendlich ist es erstaunlich, wie die Szene rund um den Feldberg und Freiburg die CAD-Tourstopps
immer wieder zu einem besonderen Erlebnis werden lassen. Der Riding-Level braucht sich nicht hinter dem im Süden zu verstecken. Somit haben die Breisgauer wieder einmal bewiesen, dass auch auf der höchsten Erhebung nördlich der Alpen Snowboarding auf hohem Niveau geboten werden kann! Jedenfalls hatten am Nachmittag bei der Siegerehrung alle
einen riesigen "Smiley" im Gesicht. Der Tag hat richtig Spaß gemacht! Ende gut alles gut!

Am Abend auf der After-Contest-Party im Klub Kamikaze wurde dieser Tag standesgemäß gefeiert und die Abenteuer des Tages bei zahlreichen Cocktails und Bier zum Besten gegeben. Einen besseren Ausklang für den CAD-Tourstopp hätte es nicht geben können!

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