Boardercross Tour Finals in Laax

Beide mussten sich beim ISF-Weltcupfinale in Laax jedoch mit dem 2. Platz im Rennen begnügen. Bei den Frauen sorgte Fabienne Reuteler für einen überraschenden Schweizer Sieg. Der Kanadier Drew Neilson gewann den Männer-Final.

Der 27-jährige Philippe Conte aus Annecy ist seit einem Jahr mit einer Schweizerin verheiratet und wohnt jetzt in Genf. Nach einem Zwist mit dem französischen Verband startete er diese Saison mit einer Schweizer Lizenz. In Laax widerstand Conte den Angriffen seiner beiden Konkurrenten Christoph Maierhofer (AUT) und Xavier Delerue (FR). Beide hätten mit einem Erfolg im letzten Rennen der Saison dem Europameister aus dem Vorjahr den Tour-WM-Titel noch wegschnappen können.

Conte liess indes nichts anbrennen und qualifizierte sich souverän für den Finallauf der besten sechs Rider. Dort lag der dreifache Saisonsieger vom Start weg hinter Neilson auf dem 2. Platz. Diesen verteidigte Conte vor Delerue (3.) und dem besten Schweizer Bertrand Denervaud (4.) bis ins Ziel. Der Freiburger Denervaud verteidigte damit seinen sechsten Gesamt-Rang. Thomas Vas, der 24-jährige Lokalmatador aus Flims, rundete als Sechster die gute Schweizer Bilanz ab. Alpin-Weltmeister Ueli Kestenholz (12.) war in den Halbfinals nach einem Sturz ausgeschieden.

Reutelers 1. Weltcup-Sieg

Bei den Frauen kam Fabienne Reuteler überraschend zu ihrem ersten Weltcup-Sieg. Die 20-Jährige aus Wollerau gilt eigentlich als Halfpipe-Spezialistin (Junioren-Weltmeisterin 1999), zeigte aber bereits letztes Jahr mit dem 2. Platz in Laax ihr Potenzial im Boardercross® an. "Aber warum es jetzt ausgerechnet im Boardercross® zum ersten Weltcup-Sieg gereicht hat, ist mir ein Rätsel", meinte die Schwyzerin. Reuteler profitierte in Laax von einem Patzer der lange in Führung liegenden Line Östvold. Die Norwegerin wurde schliesslich unmittelbar hinter der Zürcherin Katharina Keller Fünfte und sicherte sich damit die WM-Silbermedaille.


Der Tour-Weltmeistertitel ging verdientermassen an Catherine Pötzl. Letztes Jahr musste die 23-jährige Österreicherin aus Graz an der ersten Boardercross®-WM in Val di Sole (I) noch Maelle Ricker (CAN) den Vortritt lassen. Doch diese Saison dominierte Pötzl die Konkurrenz fast nach Belieben. In den zwölf Weltcup-Rennen resultierten drei Siege. Insgesamt stand sie neunmal auf dem Podest. Einzig in Méribel (FRA) war die Studentin als Achte nicht unter den ersten Vier platziert.

Pötzl, die Europameisterin 1999 in Leysin, wird von ihrem Freund Christoph Maierhofer trainiert. Der bald 26-jährige Grazer musste indes in Laax seine Titelambitionen nach dem Ausscheiden in den Hoffnungsläufen frühzeitig begraben und rutschte in der Gesamtwertung vom 2. auf den 4. Rang zurück.

Nicht zur Titelverteidigung angetreten war Shaun Palmer. Der Kalifornier war massgeblich daran beteiligt, dass der Bekanntheitsgrad des Boardercross® seit der Gründung vor fünf Jahren stetig gestiegen ist. Diese Saison verzichtete der 31-jährige Ausnahmekönner auf den Weltcup und nahm stattdessen in Übersee unter anderem an Ski-Cross-, Snowmobile- und Mountainbike-Rennen teil. Wie im Boardercross® gewann Palmer auch in diesen Sparten Wettkämpfe und verfügt über Weltklasse-Niveau. 

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