Snowboard-Design – wer von euch designt auch Boards?

  • Moin zusammen,


    ich möchte euch ein Snowboard-Design zeigen, an dem ich gerade arbeite.

    Es ist ein freies Konzept – Fokus auf Flow, Tiefe und ein eher ruhiges, abstraktes Gefühl.


    Ich habe erst vor Kurzem mit Snowboard-Design angefangen und würde mich deshalb ehrlich über eure Eindrücke freuen:

    Wie wirkt das Design auf euch, und was verbindet ihr damit?


    Gibt es hier im Forum noch andere, die Snowboards designen oder an Board-Grafiken arbeiten? Einen Austausch fände ich richtig spannend.


    Danke euch & gern auch konstruktives Feedback 🙌


    Viele Grüße aus dem Nordwesten,


    Stefan


  • Fokus auf Flow, Tiefe und ein eher ruhiges, abstraktes Gefühl.

    Erstmal cooles Design. Erinnert mich irgendwie an ein Libtec Orca.

    Für Ruhe ist mir persönlich zuviel los auf deinem Design.


    Wenn ich dein Design sehe denke ich eher an die verschiedenen Blautöne von Gletschereis. Das war so das erste was mir in den Kopf geschossen ist.

  • Hallo Emerald, willkommen im Forum.


    Dein Design erinnert an abstrakte Kunst. Sieht aus, wie eine Ausschnittvergrößerung von Ölfarbe auf Leinwand in pastösem Auftrag. Die Farbwahl liegt für mich im maritimen Bereich. Es könnte zum Beispiel ein Ausschnitt aus einem Bild mit tosender Brandung sein. In Anlehnung an David Hockney würde ich das Board “Splash” nennen.


    Das Logo-Design und die Aufschrift finde ich nicht so gelungen. Die brutalo Schlagschatten gehen gar nicht. 🙂 Aber so ein Logo zu entwickeln ist auch wieder eine Aufgabe für sich.


    Wie stehst du zu ganz reduziertem Design? Von der Optik mag ich Korua Shapes oder Gentemstick.

  • Es ist wie mit Skateboard Designs.


    Alles schon da gewesen.

    Du kannst alles machen.

    Es gibt 1000de Möglichkeiten

    Jeden Geschmack wirst du nie treffen

    Jede Zeit hat seine Trends, Farben, Designs

    Less is more oder less is bore?


    Zu deinem Design:

    An sich find ich es schon ganz cool, sehe da auch pastösen Farbauftrag wie Sixty.

    Ruhig finde auch ich es nicht- eher seeehr lebhaft.

    Font und Schlagschatten an der Base finde auch ich schwierig. Etwas zu plakativ und hart

  • Ich finde es ehrlicherweise ziemlich cool. Auch Respekt an dich, dass du dich damit beschäftigst. :D


    Könnte es mir aber eher auf einem Powder Board vorstellen, wo man richtige Lines durch Pow zieht. Allerdings erinnern mich die Farben auch ein wenig an eine Gletscherspalte, was man eig nicht auf seinem Weg finden möchte... :D

    Don't drink and drive, take dope and fly...

  • Ich danke euch vieren für das ehrliche und ausführliche Feedback, das weiß ich wirklich sehr zu schätzen 🙂👍


    Die Assoziationen mit abstrakter Kunst, pastösem Farbauftrag, Brandung, Bewegung (und sogar Gletscherspalte 😄) finde ich super spannend – genau dieses Gefühl von Farbe, Energie und Dynamik war meine Intention. Dass ihr unabhängig voneinander ähnliche Bilder und Stimmungen darin seht, freut mich sehr.


    Dass das Design nicht als „ruhig“, sondern eher als lebhaft wahrgenommen wird, kann ich gut nachvollziehen. Für mich ist es tatsächlich genau diese kontrollierte Lebhaftigkeit, die mich interessiert. Ich merke, dass mir viele Boards entweder zu reduziert oder zu chaotisch sind – ich wollte bewusst etwas dazwischen ausprobieren. Die Idee, das Design eher auf einem Powder Board zu sehen, kann ich mir übrigens auch sehr gut vorstellen, gerade wegen der fließenden Lines.


    Beim Thema Logo und Schlagschatten habt ihr einen guten Punkt angesprochen, den ich definitiv mitnehme. Die Typo ist aktuell der härteste Eingriff im Design und steht im starken Kontrast zur organischen Fläche. Das werde ich weiter überarbeiten und reduzierter denken – Logo-Design ist für mich gerade noch ein eigenes Lernfeld.


    Minimalistische Ansätze wie Korua oder Gentemstick schätze ich sehr, auch wenn mich im Moment eher Farbe, Bewegung und Fläche reizen als reine Zurückhaltung. Allerdings mag ich z. B. das neue Rocketfish von Gentemstick sehr: Die Holzmaserung wirkt edel, und die Linien lese ich wie Wellenbewegungen – wie von einem Stein, der ins Wasser fällt und dessen Kreise sich nach außen hin fortsetzen und mit der Umgebung verschmelzen 😍


    Vielen Dank euch allen für das konstruktive Feedback – genau solche Rückmeldungen helfen mir gerade am meisten 😎👍

    Einmal editiert, zuletzt von Emerald ()

  • Ich weiß nicht, in wie weit es hilfreich für dich ist, aber du kannst dir die Seite von Lamar Colors anschauen. Die machen Lackierungen für Fahrräder und das ziemlich cool. Hierbei meine ich gar nicht, dass man verschiedene Farben so oder so mischen kann oder n Fade von einer Farbe in die andere macht, aber die arbeiten auch viel mit Plastiktüten oder Folie, um in die bestehende Farbe Strukturen a la Diamant oder Tiefe zu erzeugen.


    Damit könnte man vermutlich aufm Snowboard auch etwas mit Bergen oder Seen a la Lake Moraine erzeugen...


    Vllt nimmst du da auch etwas Inspiration raus. :D

    Don't drink and drive, take dope and fly...

  • Ich könnte mir vorstellen, dass das Board interessanter wird, wenn man den dynamischen Mischzonen monochrome “leere” Flächen gegenüber stellt. Ich habe da ein abstraktes Bild im Kopf. Mir fällt nur der Künstler momentan nicht ein. Das Motiv formatfüllend über die Komplette “Leinwand” zu verteilen finde ich nicht so gut. Das wird rasch langweilig. Zudem braucht so ein Board neben der Plakativen Fernwirkung auch immer noch etwas optisch kleinteiliges wie zum Beispiel die Modellbezeichnung und die Maße, etwas, das sich dem Betrachter erst aus der Nähe erschließt. Guck dir mal das aktuelle Rome Mechanic an. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

  • insight:

    Lumar Colors — danke für den Tipp! 😊 Besonders spannend finde ich ihren Umgang mit Folien, Plastiktüten und ähnlichen Techniken, um Tiefe und Struktur in Farbschichten zu erzeugen. Nicht als eins-zu-eins-Nachbau, sondern eher als Denkanstoß in Richtung Oberfläche, Materialität und organische Texturen — das kann ich mir super auch auf einem Snowboard vorstellen.


    SixtyNiner:

    Die Idee, dynamische Mischzonen bewusst ruhigeren, fast monochromen Flächen gegenüberzustellen, gefällt mir sehr. Genau dieses Spannungsfeld zwischen Fernwirkung und Details für die Nähe beschäftigt mich gerade. Ein Board lebt für mich nicht nur von der plakativ wirkenden Gesamtfläche, sondern auch von kleinen, feineren Elementen, die sich erst aus der Nähe offenbaren. Das Rome Mechanic habe ich mir genau unter diesem Blickwinkel angeschaut — da ist die Balance aus Fläche, Ruhe und Details echt gut gelöst.


    SnowBug:

    KI finde ich grundsätzlich total spannend — allein, was heute alles möglich ist, ist schon beeindruckend. Ich nutze sie gern, um Ideen, Varianten und Richtungen durchzuspielen; in Sachen Tempo oder Kombinatorik kann sie oft überlegen sein.


    Gleichzeitig ist mir der kreative Prozess das Wichtigste: bewusst auswählen, bewusst weglassen, selbst experimentieren. Mit guter Musik auf den Ohren, verschiedenen Programmen und Tutorials offen, Dinge probieren, verwerfen, neu denken und Inspiration ziehen — das macht mir unglaublich viel Freude. KI ist für mich dabei ein unterstützender Sparringspartner, kein Ersatz. Von euren gezeigten Beispielen sprechen mich übrigens vor allem die organischen Formen an. 😍


    Derzeit gefällt mir besonders das Burton Mystery Deep Thinker – allerdings vor allem die Base. Die schimmernden, organischen Strukturen haben unglaublich viel Tiefe und Bewegung, das spricht mich total an. Das Topsheet ist mir persönlich dagegen etwas zu dunkel und geschlossen, da fehlt mir ein bisschen Luft und Offenheit. Genau dieses Spannungsfeld zwischen Tiefe, Helligkeit und Bewegung beschäftigt mich aktuell auch bei meinen eigenen Entwürfen.


    Zum Design allgemein:

    Die Sammlung von Eetee aus diesem Thread habe ich mir mit Begeisterung gespeichert:
    Vorschau Snowboard Gear 2026/2027


    — da steckt echt viel Inspiration drin. Dazu hab ich noch die Buyer’s Guides von Method, sowohl die aktuelle Ausgabe als auch die aus den Vorjahren.


    Eure Beiträge sind für mich super wertvoll — vielen Dank dafür! Ich freue mich auf weiteren Input und Experimente mit dem nächsten Entwurf 🙂


    Stay tuned, da ist einiges in der Mache 🙂

  • Das Deepthinker funktioniert ja auch so wie beschrieben. Dominante monochrome Fläche. Unbunt. Dazu ein graphischer Akzent zwischen den Bindungen. Filligrane Typo mit Board Specs.


    Gleiches Konzept nur besser gemacht: Amplid Future Shapes.


    Future Shapes


    Die Grafik erinnert an Rakel- und Siebdrucktechnik. Auch hier taucht wieder feinfühlige Typo auf.


    Was du bei dir mal probieren könntest. Spiel mal mit dem Farbregler und lösche ein paar Töne raus. Die Future Shapes wirken unbunter und dadurch ruhiger.

  • Eetee:
    Hauptsächlich mit Inkscape; für Grafiken auch mit GIMP; vor kurzem habe ich mit 3D-Präsentation der Boards experimentiert, dafür hab ich mir Blender angeschaut. Um Grafiken zu bearbeiten, nutze ich auch teilweise selbstgeschriebene Software: Um aus Bildern das Farbschema zu extrahieren (angelehnt an den Farbwähler von color.adobe.com), um Farben und Formen zu zerreißen und neu zusammenzusetzen und manchmal auch den Zufall mit einfließen zu lassen, als Grundlage für die Designs.

    SixtyNiner:
    Danke für deinen ausführlichen Kommentar zum Design und den Empfehlungen; die Future Shapes kannte ich noch nicht, gefallen mir echt gut. Mood Bender und Big Kahuna sind da meine Favoriten. Dass die vordere Fläche an der Base weiß ist, irritiert mich etwas, das wirkt auf mich abgeschnitten. Allerdings setzt es auch das Logo sehr gut in Szene.

    Vielen Dank für den Austausch mit euch allen, das bringt mich definitiv weiter :)