Lib Tech Box Knife 154 2017 / 2018

  • Heute konnte ich das Lib Tech Box Knife 154 ausgiebig testen. Ich bin sehr beeidruckt aber ich bin noch nicht ganz eins mit dem Board, denn ich muss mich mehr auf diese neue C3BTX Vorspannung einstellen. 3-4mal hat der Kantenwechsel leicht gehakt weil ich den Camber nicht genug geflext habe, fühlte sich aber nicht so schlimm an wie beim Custom X oder beim Jamie Lynn C3BTX.


    Die Vorspannung vom Box Knife gibt es soweit ich weiß in keinem anderen Board auch wenn die ebenfalls C3BTX heißen
    Das Box Knife hat nicht CrC sondern RCrCR


    Weil die Vorspannung so seltsam ist beschreibe ich sie genauer
    Minirocker kaum Sichtbar in der Boardmitte, nur wenn man die Kante entlang sieht ist er zu erahnen, die Boardkante ist in der Mitte, ca 3,5mm über der Unterlage. (Jamie Lynn: 6,5mm hoch)
    Flat bis etwa zu den Bindungen, die Kante liegt bis dahin ca. 4,5mm höher parallel zur Unterlage (Jamie Lynn: 7mm hoch)
    Unter den Bindungen beginnt ein sehr deutlicher Cambervorspannung, die Kante stürzt quasi auf ca. 17cm Länge um 4,5mm nach unten bis zur Unterlage. (Jamie Lynn stürzt 7mm runter auf ca.26cm Länge).
    Beim Box Knife kommt dann noch ein deutlicher Rocker 14cm lang und er steigt sanft bis auf 6mm Höhe, Dann kommt die ca. 17cm lange und sehr breite Nose des Box Knife.


    Was spüre ich von der seltsamen Vorspannung?
    Cambercharakter eindeutig, direkt, schnell, stabil, locked in, wenig verzeihend, das Board dreht sich nur wenn die Kante an Nose oder am Tail den Schnee verlässt. Wahnsinnig viel Rückmeldung und Stabilität insbesondere vom Tail bei zerbombtem Tiefschnee und zerfahrener Piste. Sehr klare Rückmeldung als würde man mit dem Finger über die Piste fahren. Das Board reagiert extrem schnell auf Input vom Fahrer. Ihr kennt das bestimmt wenn ihr euch bei einer Kurve verschätzt habt und mit den Armen rudert um die Kurve sauber zu Ende zu fahren und die Kante rutscht euch weg. Das Box Knife hat mich fast immer gerettet, das Tail hat Grip ohne Ende. Das Jamie Lynn ist ähnlich aber es verzeiht noch weniger und verlangt nach noch genauerer Technik und Timing. Das Box Knife lässt sich auf guter Piste recht einfach und etwas schludrig fahren, fast wie ein Yes Standard oder das Jibsaw. Wenn die Piste bucklig wird, insbesondere rote Buckelpiste muss man mit sauberem Timing viel arbeiten um ohne Verkanter zu fahren. Jibsaw und Yes Standard sind da im Vergleich total zahm, timing muss nicht so genau passen und verkanter hatte ich mit denen noch nie.


    Der Flex kommt mir definitiv härter vor als vom Jibsaw (Flex 5 etwa), ich würde das Box Knife als Flex 6 einordnen aber pressen geht 1 A und sehr stabil mit guter Rückstellung, das Ding wischt sicher nicht unter einem weg.


    Noch ein paar Eindrücke und Vergleiche:
    Piste Carven harte Piste ist ein Traum, stabil, super Grip, reaktionsschnell, je mehr man aufkantet desto geiler, sehr lebendiges poppiges Board. mein Jibsaw 153 und das Yes Standard 153 kommen nicht ganz ran.


    Piste Eis (blue Ice) die Kante rutscht ab einer gewissen Kraft, rote Piste aber die Kraft ist höher als bei vielen anderen Boards, so dass die Kante nicht plötzlich wegwischt sondern sanft rutscht so dass man sich darauf einstellen kann. Auf dem Eis Bremsen und Richtung ändern auf roter Piste ist kein Problem. Das Jibsaw bietet nur etwas weniger Kantenhalt, Das Yes deutlich weniger aber auch das bremst auf roter eisiger Piste und ist lenkbar.


    Piste griffig bis weich: bei starken Aufkantwinkeln schneidet das Board tief in die Piste und kann spürbar bremsen, es fühlt sich dann grabby an. Das Jamie Lynn hat es noch extremer, Das Jibsaw hat das weniger. Das Yes Standard hat es nicht.


    Tiefschnee ca. 10-15cm mit Harschschicht drunter: die breite Nose mit dem laaangen Rocker ist super geeignet für Tiefschnee, pflügt überall super durch. Das Tail bietet sehr viel Stabilität und schnelle Reaktion auch im Tiefschnee.
    zerbombter Tiefschnee mit vielen Wellen, Klumpen, Buckeln: Bis auf mein Rossignol XV bin ich noch kein Board gefahren das so gut mit zerbombtem Tiefschnee zurecht kommt. Das Tail rettet zuverlässig mit Grip und Stabilität.


    Buckelpiste: Jibsaw und Yes Standard sind vieeel angenehmer durch enge Buckel zu bewegen als das Box Knife. Es verkantet hin und wieder unangenehm wenn das Timing nicht passt ode rman zu schludrig fährt.


    Butters: Jibsaw und Yes buttern sich super, das Box Knife hat mehr Pop und muss aggressiver rangenommen werden. Als Belohnung gibt es dafür mehr Airtime und stabilere Landungen


    Jumps: Das Box Knife hat viel Pop, es bietet eine sehr stabile Plattform beim Abspringen und die Landungen fühlen sich auch super stabil an. Ich habe nur einmal etwas überdreht und war kurz darauf wieder stabil unterwegs.

  • Auf der Seite von Jones ist das Profil vom Mountain Twin als normaler Camber bis zum Ende der Inserts oder ein paar cm nach den Inserts angegeben also so etwa 65cm langer Camber, ähnlich wie beim Jibsaw. Beim Box Knife ist der Camber ca. 85cm lang, höher und geht steiler nach unten also ist das Box Knife aggressiver und mehr locked in. In James Biestys Videos (vimeo/theguudraid) kann man es erkennen.


    Die Sicht war heute ziemlich schlecht, manchmal ca. 50m und manchmal nur 20m etwa aber ich hatte keine Bedenken mit dem Box Knife gas zu geben. Mit dem Jibsaw wäre ich vorsichtiger gefahren denke ich.


    Noch zum Belag: der gesinterte transparente Belag des Box Knife ist sehr schnell, die teilweise sehr flache Seegatterl Talabfahrt runter habe ich bei ca. -8°C alle überholt, Skifahrer, Snowboarder, Kids die mich auf Skiern in der Hocke zurück überholen wollten. Allerdings war das Factory Wachs dann an der Kante entlang weg, hab gerade Toko Allround drauf gemacht und morgen gehts bei -15°C weiter, brrrrrr.

  • Nach Tag 2 noch ein paar Eindrücke:


    Das Board ist definitiv nicht für Anfänger, leicht fortgeschrittene oder Wenigfahrer, zu anspruchsvoll.


    steile schwarze härtere, teilweise eisige Piste: kein Problem das Board zu steuern und zu bremsen, Carven geht aber man wird krank schnell und die Kraft auf die Beine, Sehnen, Bänder und Gelenke wird sehr hoch (ich hab nach ca. 3h schwarze Piste wohl meine Bänder am Knöchel überlastet und jetzt Schmerzen beim Gehen).
    Nur eine Zehntelsekunde, die man zu früh umkantet spiegelt das Board mit leichtem verkanter deutlich zurück mit einer Art Zupfen am Tail, aber es verhakt nicht da man eine Zehntelsekunde später eh richtig dran ist und dann folgt das Board brav und stabil um die Kurve. Wenn man mehr als eine Zehntelsekunde zu früh dran ist mit Umkanten wird das vermutlich stärkere Konsequenzen haben als nur ein Zupfen.
    Je schwieriger und steiler die Piste wird, desto mehr muss man arbeiten und das Board mit deutlichem Hoch und Tiefentlasten steuern, also es ist deutlich anstrengender als Yes Standard oder Rossignol Jibsaw so dass ich alle Muskeln im Oberkörper heute spüre.
    Der Kantenhalt an Nose und Tail ist wahnsinnig gut, der begrenzende Faktor beim Carven ist eher die Beinkraft und Belastung der Gelenke, nicht der Kantenhalt. Auf Eis rutscht die Kante nicht plötzlich weg ohne Gegenkraft sondern die Kante bringt ordentlich Gegenkraft.


    Tiefschnee 15-25cm steile Treeruns mit vielen Wellen und Buckeln: das Board ist sehr wendig und flink mit toller Rückmeldung, macht genau das was es soll, besser als auf der Piste weil nicht mehr zickig/timing muss nicht mehr 100%ig passen.


    Presses und Butters: Der Flex erinnert an das T.Rice vielleicht etwas weicher, Manuals und Noserolls gehen mit mehr Aufwand als beim Jibsaw oder beim T.Rice aber man kann dafür viel Stabiler im Manual die Piste runter fahren, weil das Board nicht in irgendeine Richtung wegdriftet.

  • ja, ich will :cursing: wenn nicht kaufen, dann wenigstens auch ausprobieren, ein Camber Twin Board mir gewellten Kanten, Design super, Flex 6, Breite und Länge für mich die 160cm Version des Boards

    Ride Helix 162W (2016)

  • Wow, das hört sich ja mal nach einem super Board an, interessantes Profil, Masse passen auch. Hätte ich mehr Tage im Schnee wäre dies wohl eine gute Erweiterung für eisige Tage. Für jeden Tag hört es sich dann doch ein wenig anstrengend an.

  • Mit Ausrüstung um die 90kg und 170cm Körpergröße. Der LibTech Konfigurator hat mir zu 154cm Länge beim Box Knife geraten und das passt gut bis auf mit Skifahrern mithalten, aber da ist jeder Sidecutradius unter 10m zu klein.
    Das Box Knife hab ich heute morgen von 56cm Centered Stance auf 60cm centered umgestellt: Board etwas weniger zickig, weniger Zupfen beim Umkanten mit nicht genauem Timing aber noch da. Board fühlt sich schlechter an, weniger wendig, weniger Halt, weniger Pop, weniger Rückmeldung, anstrengender zu fahren. Wieder auf 56cm Stance gestellt, alles wieder supi.


    Dann bin ich das Box Knife 154 und mein olles 2012er Jibsaw 153 im direkten Vergleich gefahren auf weicherer teilweise sulziger Piste und die Unterschiede sind im direkten Vergleich sehr interessant. Ich habe die Kanten von beiden Boards vorher mit einer Diamantfeile abgezogen. Bindungseinstellungen etwa gleich.


    Kantenhalt:
    Das Jibsaw hat in der Boardmitte mehr Kantenhalt, mehr Magnetraction (1mm hohe wellen statt nur 0.5mm hoch), die Kante hält mehr auf der Boardmitte beim Carven, außer man gibt viel Gewicht aufs Tail. Außerhalb der Bindungen hat es deutlich weniger Kantenhalt und dreht sich total verzeihend.
    Das Box Knife hat in der Boardmitte etwas aber spürbar weniger Kantenhalt, dafür außerhalb der Bindungen extrem krassen Kantenhalt. Beim Carven hält die Kante in der Boardmitte gut aber die Boardenden haben klar das Sagen. Mit mehr Gewicht auf dem Tail carven geht mit dem Box Knife besser mit mehr Rückmeldung und Grip. Das Board verzeiht nichts, bestreft aber meistens nur mit einem Zupfen der Kante, nicht mit einem üblen verkanter wie ein Custom X.


    Butters:
    Beim Jibsaw gehen Noserolls, Butters, Presses wie geschmiert, sehr flüssig, etwas weicherer Flex, mühelos.
    Beim Box Knife muss man für die gleichen Butters und Presses mehr Gewicht verlagern und man braucht mehr Schwung. dafür macht es alle tricks mit mehr Pop, schneller und stabiler, aber wehe man macht einen Fehler.


    Landungen: Landungen sind beim Box Knife stabiler mit mehr Rückmeldung und es rettet einen besser wenn das Board bei der Landung wegschmiert, wenn man beim Wegschmieren runter in die Knie geht.


    Gewicht:
    Das Jibsaw ist spürbar leichter und weicher als das Box Knife. Fühlt sich wie ein Spielzeug an im Vergleich.


    Das Jibsaw ist extrem ausgewogen, gibt viel sicherheit aber es fordert den Fahrer wenig, sorgenfreies, verzeihendes, sehr spaßiges Fahren.
    Das Hot Knife fordert den Fahrer, rettet aus brenzligen Situaltionen besser und das Feeling für das Tail ist genial. Kein sorgenloses Fahren, man wird bei jedem kleinen Fehler vom Board drauf aufmerksam gemacht.

  • ok danke für die Rückmeldung! :thumbup:


    Dann sollte ich wohl das 151er nehmen, wurde mir auf der Lib Tech Seite auch so empfohlen. Kleiner Bonus: mit 339€ ist es nochmal 30€ günstiger als in 154 8)

  • Lib Tech Box Knife 160 hat eine effektive Kantenlänge von 100cm! d.h. besserer Halt!
    Lobster Sender 162 hat zum Beispiel eine effektive Kantenlänge von 123cm,
    also etwa gleich lang und breit, aber viel längere effektive Kantenlänge,
    für mich ist dann ein Lobster Sender ein besseres Board trotz diesen so tollen gewellten Kanten

    Ride Helix 162W (2016)

  • Kantenlänge flatbase ist nicht gleich Kantenlänge aufgekantet. Aufgekantet hat das Box knife 160 auch ca.122cm Kantenlänge, von breitester Stelle bis breitester Stelle, weil Tip und Tail je ca. 19cm lang sind. Das 154er Box Knife hat bereits eine 116cm lange effektive Kante, mit je ca. 13cm Rocker an den Enden, von welchen aber beim Aufkanten immer mehr Anteil in den Schnee kommt. Ab ca. 45° Aufkantwinkel ist der Rocker bis auf ca. 1cm am Ende auf der Piste. Bei 50° fast komplett.


    Hast du beide Boards im Vergleich gefahren oder einfach nur die Zahlen verglichen?
    LibTech gibt die contact length an, nicht effective edge!
    Tip und Tail sind nicht jeweils 30cm lang und die effektive Kante hört nicht 30cm vor dem Boardende auf.

  • Hi Dunkelbazi, klasse Bericht(e), vielen Dank dafür!
    Kannst du vielleicht noch was im Vergleich zum Magtek XV schreiben. Zum Pow hast du ja oben schon was geschrieben, vielleicht noch dein Vergleich zum Carven und normalen Piste fahren. Speziell wie der Kantenhalt im Vergleich ist

  • Hi, ich konnte das XV noch nicht im direkten Vergleich auf den gleichen Pisten fahren mit dem Box Knife aber das habe ich bereits geplant, sobald ich wieder auf die Piste komme. Wichtiger war mir der Vergleich Jibsaw und Box Knife weil ähnlicher Einsatzzweck.
    Sobald ich den Vergleich auf der Piste gefahren bin schreibe ich etwas dazu, im Tiefschnee hat das XV eh schon gewonnen, da kommt das Jibsaw nicht ran.


    Das XV hat auch etwa 5mm hohen sehr steifen Camber, etwa gleich hoch wie das Box Knife aber es ist ein gleichmäßiger Bogen ca. 85cm lang beim 163er, also ca. 5cm kürzer als beim 154er Box Knife, vorne steifer und hinten etwas weicherer Flex. Das macht das XV erstaunlich wendig und einfach zu fahren. Ich hatte kein Verkanten, kein Zupfen beim XV.
    Das XV fühlt sich auch ähnlich wie das Jibsaw so an als hätte es in der Mitte vom Board an den Magnetraction Wellen den meisten Halt und die Boardenden sind deutlich loser. Das Box Knife hält viel mehr an den Boardenden außerhalb der Bindungen und in der Mitte etwas weniger. Ich denke es liegt an dem extrem steilen Camber vom C3BTX, 4.5mm hoch und fällt von den Bindungen aus ca. 17cm nach unten, macht da viel Druck, beim XV geht der Camber sanft von der Sidecutmitte auf ca. 42cm Länge um ca. 5mm nach unten.


    Der Kantenhalt Jibsaw und Box Knife ist auf gleichem Niveau aber unterschiedlich entlang der Kante verteilt. Beim Jibsaw macht man sich keine Sorgen wegen Verkanten, beim Box Knife schon, denn es erinnert einen immer mit gehobenen Zeigefinger sauber zu fahren. Ich fahre regular, im Regular aber schludriger/schlampiger, im Switch fahre ich deutlich sauberer, besseres Timing und verkante da fast nie, da hat das Box Knife bisher 1mal gezupft, Regular alle paar Minuten.


    Das Tail vom XV fühlt sich nicht so stabil an wie das vom Box Knife und rettet nicht so wahnsinnig gut mit Grip und Stabilität. Ich denke auch der Taper mach das Tail loser, weil das XV sich im Switch locked in fährt, fast so locked in wie das Box Knife.
    Das XV ist für mich ein entspannterer Carving Surfer, sehr wendiges Tail, eher Kraftschonend zu fahren. Das Box Knife ist eher für längere Carves und aggressiver für Leute die es sich beim Carven dreckig geben wollen, viel Beinkraft und stabile Gelenke haben. Hab meine Fußgelenke noch nie so belastet beim Carven wie mit dem Box Knife

  • Hey danke für die schnelle Antwort, schon mal sehr Interessant. "für Leute die es sich beim Carven dreckig geben wollen" klingt gut :thumbsup:
    Ich bin das XV mal einen ganzen Tag auf wirklich sehr schwierigen Bedingungen gefahren und hatte es für mich als sehr aggresiv und schwer zu fahren eingestuft. Schwer im Sinne von technisch Anspruchsvoll nicht im Sinne von Kraftraubend. Vielleicht lag es dann aber auch wirklich mehr an den Bedingungen als am Board.

  • Das XV ist auf zerfahrenen Buckligen Pisten schon anspruchsvoll zu fahren. Die Schuhe müssen steif genug sein und die Füße müssen gut im Schuh sitzen. (meine neuen Skisocken rutschten am 3. Tag) und man braucht mindestens 1 bis 2 Tage bis man sich an den steifen Flex und das Handling gewöhnt hat. Dann wird es richtig geil, wenn man mit dem XV "spielen" kann und nicht dagegen kämpft. Wehe wenn der Fuß im Schuh rutscht, dann macht das XV keinen Spaß mehr.


    Ich denke man sollte wirklich tief und dynamisch carven können und unbedingt mit den Beinen arbeiten und nicht mit den Füßen um das XV zu steuern.

  • Schuhe könnte gut sein, die habe ich nach dem Urlaub entsorgt. Da hatte ich, BOA sei dank, entweder eingeschlafene Füße oder bin mit den Fersen hoch gerutscht. Ein Zwischending habe ich nachher nicht mehr gefunden. Vom Einsatzbereich war mir das XV aber, auch wenn es technisch gänzlich anders ist, zu nah am bereits vorhandenem Apikal. Deswegen lese ich hier sehr interessiert über das Box Knife mit.

  • So heute direkten Vergleich folgender Boards bei ca. +5°C griffige dann später sulzige Pisten mit Sulzhaufen, neben der Piste teigiger Schnee:


    Rossignol XV 163 Amptek Elite CamRocker
    LibTech Box Knife 154 C3BTX
    LibTech Jamie Lynn 151 C3BTX


    blaue, rote, schwarze Piste, Buckelpiste, Drops, Sidehits, Teigschnee


    Speed:
    Das Rossignol XV ist das mit Abstand steifste und schnellste Board von den 3 mit den wenigsten Vibrationen. Die Nose flattert irgendwann leicht, rote/schwarze Piste Schussfahrt aber es überträgt sich nicht auf die Bindungen, Es ist nicht so locked in Richtungsstabil wie C3BTX aber dadurch dass es nicht vibriert fühlt es sich sicherer an bei Speed.
    Das Jamie Lynn ist am stärksten locked in und läuft am besten geradeaus aber es vibriert dann auch am meisten mit einem komischen Geräusch und das spürt man in den Bindungen.
    Das Box Knife ist nummer 3 beim Speed, vibriert etwas eher als das Jamie Lynn und man spürt es ähnlich wie beim Jamie Lynn.


    Carven:
    Das Jamie Lynn und das Box Knife hatten den besten Halt in Nose und Tail, das XV rutschte eher weg, bzw. hält die Kante in der Boardmitte besser als am Tail. C3BTX carvt besser meiner Meinung nach. EInziger Nachteil: auf sehr weichen Stellen gräbt sich die Kante vorne sehr tief in den Schnee und bremst, wenn man das Gewicht nciht auf dem Tail hat.


    Butters und Switch:
    Das Jamie Lynn hat extrem viel Pop, ich finde es zu locked in für lockere Butters. Das Ding ist für Profis. Mich hat es 3mal übel verkantet. So schnell konnte ich nicht mal chekcne was ich falsch gemacht hatte schon flog ich. Switch fährt es sich fast genau so schwierig
    Das Box Knife hat fast genau so viel Pop wie das Jamie Lynn und ist für lockere Butters geeignet, macht da richtig Spaß. Switch kein Problem.
    Man kann mit dem XV Buttern aber vor allem über die lange Nose ist das sehr träge.
    Switch füht sich mehr locked in an nicht ganz so wie das Box Knife.


    Sprünge, Drops und Landungen:
    Alle 3 Boards sind genial für Sprünge und die Landungen sind sehr stabil.
    Spins gehen mit den kurzen Twins schon deutlich einfacher.
    Sidehits gehen am besten mit dem XV geradeaus.


    Buckelpiste:
    XV: kein Problem, wenn die Schuhe direkt genug sind.
    Jamie Lynn: oh je schwerstarbeit mit Hoch und Tiefentlasten und wehe das Timing stimmt nicht, dann fliegt man irgendwohin
    Box Knife, geht gut aber anstrengender als mit dem XV


    Zum gemütlichen kraftschonenden Fahren und Schnellfahren fand ich das XV am besten und surfigsten.

  • Klasse, vielen Dank für den Test und den ausführlichen Bericht! Auch wenn ich gehofft hatte das Ergebnis würde mehr Pro Box Knife ausfallen, das hätte die Entscheidung einfacher gemacht :D
    Wenn du Speed schreibst meinst du dann den Speed den man gefühlt fahren kann so dass man noch alles unter Kontrolle hat (wobei man dann sowieso zu langsam ist...) oder den physikalisch möglichen Speed auf Grund des Belags etc.?

  • Das Jamie Lynn hat extrem viel Pop, ich finde es zu locked in für lockere Butters. Das Ding ist für Profis. Mich hat es 3mal übel verkantet. So schnell konnte ich nicht mal chekcne was ich falsch gemacht hatte schon flog ich. Switch fährt es sich fast genau so schwierig

    Ich fahre ja sonst auch fast ausschließlich klassische Camber Boards, aber das kann ich nur unterstreichen. Ganz schön zickiges Board, hat mich auch ein paar mal abgeworfen :D