Jones Mountain Twin 2018

  • Hi, nachdem ich hier so viel Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Board erfahren habe, wollte ich Euch ein Feedback / Erfahrungsbericht zum Jones Mountain Twin geben.


    Ich bin kein kundiger Rezensent, weil mir einfach der breite Vergleich zu anderen Boards fehlt. Aber ich denke, dass man nach ein Paar Tagen, die man mit dem Mountain Twin unter verschiedenen Pistenbedingungen absolviert hat, schon etwas über das Board sagen kann.


    Mein erster Eindruck war: Strage! Das ist schließlich mein erstes neues Bord und meine erste neue Bindung seit nahezu zwei Dekaden. Da braucht man natürlich etwas Eingewöhnung. Nach ca. 4 Tagen auf dem Mountain Twin, kann ich aber sagen, dass wir bereits gute Freunde geworden sind. Einiges an meinem Setup ist sicherlich noch verbesserungswürdig, aber mein altes Camber Board habe ich eigentlich nicht vermisst.


    Dank der gesinterten Base und dem werkseitigem Wachs lief das Board von Anfang an sehr gut. Das Board ist sehr agil und ausgesprochen drehfreudig. Läuft es flach auf der Base greift die Kante nicht, so dass man es mühelos mit einer Art "Twist" in eine andere Richtung kicken kann. Ich nehme an, dass dies dem Rocker in Nose und Tail zu verdanken ist. Setzt man das Board auf die Kante kann man das Board durchaus auch carven lassen. Hier macht sich der Camber-Anteil unter den Füßen bemerkbar. Es ist sicherlich kein Spezialist in Sachen "Carving". (Das bin ich aber auch nicht...) Jemand der es drauf hat, wird sich mit dem Mountain Twin aber ganz sicher die Piste zurechtschnitzen können. An mangelndem Kantenhalt des Boards liegt es jedenfalls definitiv nicht, wenn man es nicht zu Stande bekommt. Das Problem ist da eher der Typ über dem Board. :whistling:


    Stichwort Kantenhalt: Auf eisiger Piste, selbst dort, wo es bereits verdächtig gletscherblau schimmert, hat man noch Grip - kein Vergleich zu meinem alten Camber Board, welches dort trotz gepflegter Kanten die Tendenz zum Abschmieren hatte. Ich würde mir definitiv kein Board mehr ohne Magne-Traction kaufen. Gerade jetzt um diese Jahreszeit, ist das Gold wert, denn hier und da taut es tagsüber und friert dann in der Nacht wieder an. Der Sägezahn gibt mir da sehr viel Sicherheit auf eisigen Stellen. Das ist vor allem dann sehr angenehm, wenn man überraschend auf solche Stellen kommt. Ich denke dann: "Jetzt zieht es dir gleich den Teppich unter den Füßen weg, aber die Kante packt dann doch irgendwie überraschend gut.


    Im steilen Gelände dreht das Board sehr schnell und verhältnismäßig mühelos, so dass man die Geschwindigkeit gut kontrollieren kann.


    Auch im Powder (ich hatte heute das Glück) macht das Board eine gute Figur. Sicherlich ist das Board auch hier kein Spezialist aber definitiv problemlos und spaßig zu fahren. (Ich hatte nichtmal Setback und es ging trotzdem gut)


    Das Mountain Twin macht mir unter allen Umständen viel Spaß und ist für mich tatsächlich kraftsparend zu bewegen. Ein echter Day-Rider für den ganzen Berg - jedenfalls den Teil des Berges, den ich kenne und suche. Man kann gemütlich Cruisen, sauber auf der Kante fahren, in den Tiefschnee, auf zerbombte Nachmittags-Pisten und auf die Ski-Route. Der Kauf hat sich definitiv gelohnt. Mehr dazu, wenn ich das Board noch intensiver "erfahren" habe.


    Zu den zweifellos vorhandenen Freestyle-Qualitäten des Boards kann ich nichts beitragen. Das ist nicht meine Welt.


    Ich habe zur Zeit eine etwas weichere Bindung, die nicht besonders gut mit dem Boot harmoniert. Dafür harmoniert die weichere Bindung eigentlich sehr gut mit dem spielerischen und agilen Freestyle-Charakter des Boards. Ich hatte über relativ harte Bindungen und Boots nachgedacht und muss sagen, dass eine etwas weichere Bindung dem Board gar nicht schlecht steht.


    To be continued...

    5 Mal editiert, zuletzt von Markus ()

  • Mich wundert, dass du da an der weichen fastec Bindung noch festhältst und da sogar noch deine Boots mit derzeit vernünftig harten Flex, gegen weichere Boots tauschen willst.(Der weichen Fastec zuliebe ?( )


    Meiner Meinung nach ist das die falsche Richtung. Ich würde die weiche Fasttec Bindung verkaufen und zu einer härteren Bindung greifen.

    Einmal editiert, zuletzt von Winterzahn ()

  • Auf die Themen Boots und Bindung muss ich gesondert eingehen. Dazu nur so viel: Ich fahre derzeit meinen ALTEN total butterweichen Schuh in Kombination mit der SP Core weiter. Die Core ist definitiv nicht das Problem. Mit der Bindung bin ich sogar ganz zufrieden Es sind die Schuhe. Die neuen, härteren Schuhe machten Probleme. Jetzt fahre ich gezwungener Maßen wieder die alten Flow Boots.


    Ich bin also weiterhin auf der Suche nach einem passenden Boot. Dieser darf auch ruhig etwas härter sein, als meine alten Boots. Da sich das Mountain Twin recht leicht und spielerisch durch die Landschaft "kicken" lässt, bin ich mittlerweile der Auffassung, dass ein sehr steifer Schuh, nicht zu dem etwas "freestyligen" Ansatz des Mountain Twins passt. Mit einem bockharten Schuh wird sich das Board sicherlich gut carven lasseen, aber das spielerische Skate-Feeling ginge verloren.


    Für mich bedeutet das natürlich momentan etwas mehr Arbeitsaufwand - gerade auf der Frontside. Auf der Backside, dort wo das Hiback der Core stützt, ist eigentlich alles wie es sein soll. Das Problem sind die alten Boots, nicht die Bindung.

  • Die neuen härteren boots? Was war/ist an dem salomon synapse focus boa so schlecht? Gebrauchte boots (auch wenn sie relativ neu sind) wird man schwer wieder los.


    Falls die neuen nur drücken oder schlecht in die Bindung passen, würde ich den Schuhen noch eine Chance geben.. mein Burton ion hat die ersten 3 Tage mit jeweils einer Woche pause dazwischen so geschmerzt dass ich nicht bis 16Uhr durchgehalten habe, auch konnte dann bis 5 Tage danach in normalen Strassenschuhen nicht mehr schmerzfrei laufen.


    Nun, nach einigen Wochen (mittlerweile Monaten) gut eingefahren, mag ich den Ion sehr.. und fahre bis 16 Uhr schmerzfrei durch.


    Also mein Tipp. Gib den Schuhen noch eine chance und kauf dann eine andere Bindung.


    Surfy und weicher wird der Salomon schon noch.. du musst halt nur die 3 ersten schmerzhaften Einfahrtage (mit Pause dazwischen) überstehen. Thermoforming soll auch helfen, aber 3 Einzeltage einfahren hat bei mir auch geklappt. Stundenlang zuhause damit rumlaufen und Übungen machen hilft auch, hab ich aber nicht gemacht (30minuten helfen dabei nicht, sind zu kurz)... aber da wäre Thermoforming wesentlich kürzer/weniger Aufwand.

    3 Mal editiert, zuletzt von Winterzahn ()

  • Die Boots machten schon beim längeren Probetragen im Haus unangenehme Druckstellen. Rücksprache mit Salomon ergab, dass auch das Thermoforming hier nicht hilft. Ich habe die Boots daher zurückgegeben. Die Passform war auch für mich überraschend, da ich diverse andere Modelle von Salomon bereits probiert hatte. Diese saßen alle gut. Der Synapse mit dem Platinum Inliner war diesbezüglich offenbar ein Ausreißer.

  • Update: Ich fahre das Board jetzt mit dem Salomon HiFi 2019 nachdem ich im Vergangenen Jahr mit den Salomon Synapse gar nicht klargekommen bin (Druckstellen schon bei der Anprobe im Haus). Die relativ weich einsortierte SP Core Bindung die ich aus Neugier auf das Board geschraubt habe, tut es übrigens erstaunlich gut. SP ist vermutlich besser als der Ruf, aber das ist eine andere Geschichte.

    Im Tiefschnee (bis zum Knie und auch darüber) hätte ich mir heute ein paar Zentimeter Board hier und da mehr gewünscht. Mit Speed und maximalem Setback, hat es aber trotzdem Spaß gemacht. Von der Nose war dabei nichts mehr zu sehen, die war komplett abgetaucht. Auf der zerbombten Nachmittagspiste war ich dann aber wieder happy, wie verhältnismäßig Easy das kurze Board doch durch und um die Schneehügel ging. Insofern funktioniert der Kompromiss des kurzen All-Mountain Boards für mich. Aber es stimmt schon: Heute hätte ich vielleicht doch gerne zwei Boards dabei gehabt - auch ein längeres. Aber solche Bedingungen wie heute, habe ich vielleicht an drei oder vier Tagen - im Leben - gehabt.

    Mein bisheriges Fazit. Das Jones Mountain Twin ist keine Aggro-Planke und auch kein Spezialist, sondern eine sehr universell einsetzbares Genuss-Board, das je nach gewählter Länge und Breite unterschiedliche Einsatz-Schwerpunkte hat. Für mich als altgedienten Gelegenheitsfahrer war das MT eine sehr gute Wahl. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an das Forum und den hilfreichen Gedankenaustausch bei meiner Kaufentscheidung.

  • Nachdem ich mir heuer ebenfalls ein Jones Mountain Twin zugelegt habe, möchte hier auch mein Fazit geben.


    Zur Magnetraction: Überraschend war für mich, dass dieses doch eher verspielte Brett sehr guten Kantenhalt gewährt, eisige Stellen sind gut passierbar. Richtige eisige Hänge konnte ich nicht testen, habe aber keine Zweifel daran, dass das problemlos geht.


    Ansonsten ist mir noch aufgefallen, dass der Stance sehr weit ist und ich bei meiner Schrittlänge auf der kleinsten Einstellung im Duckstance gerade noch in der Komfortzone bin. Ich glaube, dass ein Forwardstance hier für mich problematisch wäre. Größere Fahrer wird das aber nicht betreffen.


    Für wen würde ich das Brett empfehlen? Snowboarder die kein Board suchen mit dem sie ans Limit gehen und im Urlaub nicht drei Boards mitschleppen wollen. Switchfahrer, Leute die gerne den ein oder anderen Sprung. Jeder der gerne von allem etwas will.


    Welche Bindung/Boots? Möglichst direkte Bindung und feste Stiefel, dann gibts auch beim schnellen Kantenwechsel keine Probleme.


    Durch die Eigenschaften des Boards würde ich es auch nicht zu klein kaufen, ich habe mich bei 173cm Körpergröße für das 158w entschieden, wodurch es sich auch bei höheren Geschwindigkeiten souverän verhält.


    Fazit: Ich werde es nicht mehr hergeben.

    Einmal editiert, zuletzt von DonZero ()

  • danke für deinen bericht 8)...

    aber eine kleine korrektur: das mountain twin hat kein spoon, sondern earli rise (rocker) in tail und nose...

    spoon sind aufgebogene kanten, ähnlich 3bt von bataleon.

  • Ich sage auch mal Danke für den Bericht.


    Bin auch gerade noch am überlegen was für ein Board ich mir zulegen soll und hatte auch schon ein Auge auf das Mountain Twin geworfen.

    Momentan fahre ich noch ein 2016er JONES Flagship 172 und ein RIDE Wildlife (2012 oder so, daß mit dem Wohnmobil drauf) in 163w.

  • danke für deinen bericht 8)...

    aber eine kleine korrektur: das mountain twin hat kein spoon, sondern earli rise (rocker) in tail und nose...

    spoon sind aufgebogene kanten, ähnlich 3bt von bataleon.

    Ahem ok war der festen Überzeugung das hätte sowas. Naja das war dann wohl der Placebo Effekt ^^

    Dennoch kommt es mir beim langsamen flatbasen wackeliger vor als andere Bretter, auch wenn man sich daran gewöhnt.

  • Ahem ok war der festen Überzeugung das hätte sowas. Naja das war dann wohl der Placebo Effekt ^^

    Dennoch kommt es mir beim langsamen flatbasen wackeliger vor als andere Bretter, auch wenn man sich daran gewöhnt.

    Ich nehme an, dass du mit wackelig meinst, dass das Board beim Flatbasen weniger richtungsstabil ist. Man kann Nose und Tail in dieser Situation ganz leicht in eine andere Richtung "kicken". Dies liegt am Rocker in der Nose und im Tail. Beide Sektionen haben in der von dir beschriebenen Situation nur minimalen Schneekontakt.

  • Ich nehme an, dass du mit wackelig meinst, dass das Board beim Flatbasen weniger richtungsstabil ist. Man kann Nose und Tail in dieser Situation ganz leicht in eine andere Richtung "kicken". Dies liegt am Rocker in der Nose und im Tail. Beide Sektionen haben in der von dir beschriebenen Situation nur minimalen Schneekontakt.

    Genau das meine ich, plötzlich kommt mir das Heck vor, sowas hab ich 15 Jahre nicht mehr erlebt :D