Unzufrieden mit Material - schlechte Kraftübertragung

  • Die Kombi BSoD mit Cartel fahre ich auch - das passt super!
    Die Ruler sind relativ weich und dazu noch alt (auch wenn sie neu wirken) und somit das schwächste Glied in der Materialkette.
    Zu gross scheinen die Boots nicht zu sein, aber vielleicht sitzt die Ferse zu locker? Sie sollte im Boot festsitzen.

    Wie der 69er richtig bemerkt hat, bringt Druck über die Zehen nichts, ausser Schmerzen. Kantendruck auf der Toeside wird mit dem Schienbein erzeugt.

    Dein Video kann ich mit dem iPad leider nicht sehen, aber Pfon hat völlig recht mit der Einschätzung, dass das BSoD aktiv gefahren werden möchte.

    Einmal editiert, zuletzt von JuanValdez ()

  • Von mir auch noch meinen Senf dazu.

    Frage: Ist wegen der schlechteren Boardkontrolle mit den Boots und der Bindung dein Einleiten der Turns so Oberkörperlastig?

    Würde empfehlen mehr mit Gewichtsverlagerung (ein)zu Lenken. Denn ansonsten bekommste immer ein leichtes Gegenpendeln durch den Oberkörper und dein BSoD und dessen Kante fängt sofort an zu arbeiten, ungewollt.


    Beim ersten Video würde ich auch noch nicht zuviel von ableiten, da warst Du mit dem Board noch nicht so "im Reihen" und daher bissel verkrampft und in der nassen Sack Stellung :) Denke dran, Du bist Boarder, also mach dich groß auf dem Brett und cool biste sowieso! Also Brust raus Arsch rein. :)

    Die anderen Videos sehen da schon entspannter aus.


    Zu den Boots ich würde empfehlen die Fußstellung noch ein paar Grade mindestens hinten neutraler zu winkeln negativ 3-4° (weniger Duck).

    Bindung sieht mir für die Boots minimal zu "groß" aus, kann mich aber auch täuschen.



    Gruß und hoffentlich Verbesserung in Deiner Problematik.


    Shalom_Don

  • Um es hier mal zum Ende zu bringen:

    Ich glaube du brauchst noch ein paar Unterrichtsstunden und noch einige Tage am Berg und das fahren richtig zu lernen.
    Die verschiedenen Mankos und Probleme an deinem Fahrstil wurden hier ja schon deutlich gemacht.
    Also noch mal die „Schulbank“ drücken und das dort gelernte richtig umsetzen. Dann wird das schon. 💪🏼

  • Und du fährst taloffen also mit deinem Oberkörper immer etwas zum Tal. Am Anfang solltest du Oberkörper parallel zum Board halten.

    Das war das erste was mir bei den ( sehr guten Danke ! ) Videos in den Sinn gekommen ist.


    Versuche nicht immer mit dem hinteren Bein so nachzudrücken. Mehr in die Knie gehen. Oberkörper versuchen mehr gerade und parallel zum Board halten. Blick ! Ganz wichtig der Blick geht immer in die Richtung in die du gerade in dem Moment fahren willst. Nicht den Blick ständig Talwärts.


    Ich denke durch das Nachdrücken und verdrehen deiner Füße lockerst du die Boots ständig. Gerade am hinteren Fuß. Außerdem bringst du dadurch auch Druck auf die Fußkante vorne.


    Ja und etwas Muskelkater/ Schmerzen sind normal, gerade wenn du nur ein paar Tage pro Saison auf dem Board stehts.


    Meine Empfehlung.


    - Mindestens Tipps hier versuchen umzusetzen

    - Besser noch einmal einen Lehrer nehmen

    - Forward Lean an der Bindung mal etwas nach vorne Justieren um autmatisch mehr in den knie zu sein.


    Gruß

  • Vielen Dank für die zahlreichen Tipps!

    Ich finde es allerdings per schriftlicher Beschreibung etwas schwer zu verstehen was genau ihr meint und vermutlich noch schwerer umzusetzen. Könnt ihr mir evtl ein paar entsprechende Videos bzw. Tutorials empfehlen? Damit sollte das einfacher sein nachzumachen :)


    Ich hatte tatsächlich noch nie nen Lehrer, sondern hab mir das Fahren quasi selbst beigebracht. Was kostet es denn sich nen Lehrer zu nehmen in etwa? Einfach direkt beim Skiverleih einen buchen oder wie gehe ich das am besten an?


    Und abschließend was das Material angeht: Soll ich beim BSoD und Cartel bleiben? Oder was anderes kaufen?

    Wie weit hoch soll ich den Forward Lean denn einstellen? Und wie stelle ich die Position der Ratschen bzw. Straps am optimalsten ein? Gibt ja zahlreiche Löcher.

    Zwecks der Boots war ich heute im Laden und habe mal die Ruler in 41,5 anprobiert. Da stoße ich vorne auch an, wenn ich in die Knie gehe und an der Ferse ist der Grip des Schaumstoffes recht unangenehm.

    Soll ich mir andere/kleinere Boots besorgen oder erst mal bei den 42er Ruler bleiben?

    Mir wurde im Laden gesagt, man könne den Innenschuh auch in den Backofen packen und dadurch würde sich der Schaumstoff besser an den Fuß anpassen. Macht sowas Sinn? Kann man das auch zu Hause machen?

    Soll ich nächstes Mal vllt 2 Paar Socken anziehen und schauen ob es dann besser ist?

  • önnt ihr mir evtl ein paar entsprechende Videos bzw. Tutorials empfehlen?


    Im Detail kann man viel verbessern. Generell der Größte Fehler:




    Wie weit hoch soll ich den Forward Lean denn einstellen


    Das ist etwas Geschmakssache.

    Würde so starten das das Highback oben ganz leicht in den Boot drückt bzw straff anliegt wenn der eingeschnallt ist.



    Zwecks der Boots war ich heute im Laden und habe mal die Ruler in 41,5 anprobiert. Da stoße ich vorne auch an, wenn ich in die Knie gehe und an der Ferse ist der Grip des Schaumstoffes recht unangenehm.


    Das ist halt nun wirklich sehr Individuell.. Das mit dem Grip des Schaumstoffs an der Ferse habe ich auch. Ist aber nach 15 Minuten tragen nicht mehr zu spüren. Merke ich nur ganz zum Anfang.


    Mir wurde im Laden gesagt, man könne den Innenschuh auch in den Backofen packen und dadurch würde sich der Schaumstoff besser an den Fuß anpassen. Macht sowas Sinn? Kann man das auch zu Hause machen?

    Kann man machen. Siehe:



    Da sehe ich aber im Moment nicht das Hauptproblem.


    Gruß

  • Ich kann dir auch unbedingt zu einem Lehrer raten! Am besten einen Privatlehrer auch wenn es sehr teuer ist.

    Ich hatte einen ganz am Anfang um das Boarden zu lernen und tatsächlich auch im letzten Urlaub als Fortgeschrittener um auf einem höheren Niveau weiterzukommen. Das bringt extrem viel. Man kann sich vieles auch alleine beibringen aber es ist tausendmal einfacher wenn man jemanden dabei hat der es einem richtig erklärt und einen korrigiert und einen auch ein bisschen pusht. Man kommt so viel schneller weiter.


    Um einen Lehrer zu buchen musst du dich in der Ski bzw. Snowboardschule melden. Ich hab das immer im vorhinein online oder telefonisch gemacht. Man kann aber theoretisch auch vor Ort einfach in der Skischule fragen. Kann halt passieren dass dann der Wunschtermin nicht mehr frei ist.


    Und abschließend was das Material angeht: Soll ich beim BSoD und Cartel bleiben? Oder was anderes kaufen?

    Ich denke das musst du machen wie du möchtest. Das BSoD ist sicher nicht das einfachste zum lernen aber dafür zwingt es dir ja quasi korrekte Technik auf. Es ist aber auch legitim sich nach einem etwas verzeihenderen Shape umzusehen für den Anfang.



    Mir wurde im Laden gesagt, man könne den Innenschuh auch in den Backofen packen und dadurch würde sich der Schaumstoff besser an den Fuß anpassen. Macht sowas Sinn? Kann man das auch zu Hause machen?

    Kann man machen, würde ich wenn dann im Shop machen lassen. Ist allerdings die Frage ob der schonmal gebacken wurde da es ja gebrauchte Schuhe sind, oder?


    Zwecks der Boots war ich heute im Laden und habe mal die Ruler in 41,5 anprobiert. Da stoße ich vorne auch an, wenn ich in die Knie gehe und an der Ferse ist der Grip des Schaumstoffes recht unangenehm.

    Vielleicht passen die Burton Schuhe einfach nicht zu deiner Fußform. Es ist immer gut verschiedene Hersteller zu probieren.


    Soll ich nächstes Mal vllt 2 Paar Socken anziehen und schauen ob es dann besser ist?

    Würde ich nicht machen. Du hast nur noch eine Lage mehr die Reibung produziert.

  • Ich hatte tatsächlich noch nie nen Lehrer, sondern hab mir das Fahren quasi selbst beigebracht.

    Das sieht man leider auch :(


    Aber das heißt nicht, dass das nicht noch werden kann.. Ich bin auch viele Jahre so wie du gefahren bis ich es gelernt habe!


    Privatlehrer kostet so 50-100€ je Stunde, je nach Lvl und Skigebiet.

    Ich würde dir empfehlen entweder einen Fortgeschrittenen Gruppenkurs zu machen, oder einen höher ausgebildeten Snowboardlehrer für Privatunterricht mal nen Vormittag lang zu nehmen.

    Mit nem Privatlehrer kannst du halt in kurzer Zeit viel mehr erreichen. Du kannst schon vorher alles mit ihm besprechen und dann hilft er dir zu ner ordentlichen Fahrtechnik.


    Sonst ist ja schon ziemlich alles gesagt zu deinen anderen Fragen.


    Als Videos zur Fahrtechnik kann ich nur die snowboard addiction Reihe empfehlen. Die erklären das sehr gut, aber halt in englisch

  • Mir ging es ähnlich wie dir. Hab dann einen Gruppenkurs gemacht, der nicht so viel gebracht hat. Dann ein ganzes Wochenende davon 1 Tag alleine mit Snowboardlehrer, was mir am meisten gebracht hat, weil der Lehrer auch richtig was drauf hatte auf dem Snowboard 10m Sprünge mit Landungen auf kinked Boxes. Später habe ich noch einen Einzelkurs gemacht, wobei ich da nur meine ersten 360ies gelernt habe. Den letzten Kurs habe ich nur wegen Switchfahren gemacht um da meine Fehler auszutreiben. Das lief dann immer so: Nachdem ich etwas Vorausfahren bin bespricht der Lehrer die Fehler mit mir und wir haben passende Übungen bis zum Erbrechen gemacht, bis die Fehler quasi weg waren. Nach 2-3h ist man eh ziemlich platt. Also habe ich hin und wieder nur vormittags einen Kurs gemacht, nach ca. 2 Abfahrten zum lockeren Einfahren


    Alle Kurse bis auf einen haben sich gelohnt und die paar Euro dafür bereue ich kein bisschen.


    Snowboard Addiction hat mir auch geholfen aber besser waren die Kurse.

  • Da stimme ich zu, mit den Kursen.

    ich habe vor 3Jahren angefangen und 1 tag im selbbeibringmodus. (Da bin ich nur 1 Tag lang frontside und backside gerutscht). Dannach hab ich mein ersten 2 Tages Kurs ala 2h gemacht und ich konnte die ersten Kurven gut fahren. Nun buchen wir in jedem Winterurlaub ein Kurs mit zu, da wir ein kpl Packet haben (Unterkunft, Skipass+Schule) und es hilft ungemein an der technik zu feilen.

  • Soll ich nächstes Mal vllt 2 Paar Socken anziehen und schauen ob es dann besser ist?

    Junge, Junge, du kommst auf Ideen. :) Wenn das nicht die Sportartikelbranche revolutioniert, dann weiß ich es auch nicht. Künftig braucht man nur noch einen Boot in Größe 47 und verkauft dazu gleich noch sechs paar Socken, um die ganze Luft aufzufüllen. 8o Spaß muss sein.


    Snowboard-Lehrer: Örtliche Skischule aufsuchen. Dort einfach Gruppen- oder Einzelunterricht buchen. Eine Gruppe kann ganz lustig sein. Im Einzelunterricht lernt man im Zweifel mehr.


    Was hattest du noch gefragt? Ach ja: Highback.


    Schuh ausziehen und Schuh mal in die Bindung schnallen. Foto machen. Oben sollte das Highback dann dicht an Schuh anliegen. Dies und die Knie sind der Schlüssel für eine direkte Kraftübertragung.


    Hier ein schönes Video von Forchi



    Dort siehst du super, wie sich der Boot beim Frontside-Turn vom Highback löst und nach vorne wandert. Um wieder Druck auf die Backside zu geben, muss der Schuh wieder zurück ans Highback. Je weiter das Highback weg ist, desto größer sind die Wege und desto indirekter erscheint dir die Kraftübertragung. Ist es das, was du beklagst?

    Einmal editiert, zuletzt von SixtyNiner ()