Neues Set-Up für Post-Corona

  • Mein bisheriges Snowboardsetup:

    Servus Leude, ich bin neu hier im Forum, bitte verzeiht mir etwaige Formfehler. Ich fahre derzeit das klassische T1 von Nitro mit einer uralten Raiden Bindung. Dafür, dass mein Set-Up knapp 6 Jahre alt ist und ich damals schon den Quatsch gebraucht gekauft habe, fahre ich doch recht gut. Da ich jetzt nach Innsbruck gezogen bin und wie es ausschaut 2-3 mal die Woche auf dem Board stehen würde nach Corona, suche ich mir ein komplett neues Set-Up zusammen, dass ich dann wieder solange fahre bis die Kante einer vom Wasser rundgeschliffenen Scherbe gleicht :D
    Ich fahre bisher viel Park und Backcountry, was mich ein wenig vor ein Dilemma stellt. Ich bin wirklich kein Materialprofi, aber ich habe das Gefühl, dass sich diese beiden Richtungen in der Boardauswahl ein wenig beißen. Zusätzlich bin ich auch super gern am Carven auf der Piste, also kommt ja eigentlich nur ein All-Mountain in Frage oder?
    Ich habe mir auch überlegt, dass ich mir zwei Boards anschaffen möchte. Bestenfalls aber nur eine neue Bindung, die sowohl fürs Parkfahren, als auch für das Sein abseits der Piste geeignet ist.

    Mein Budget würde ich jetzt mal auf 1500€ festlegen, wo allerdings ein Protektor und ein Helm+Brille, (welche ordentlich abdichten sollte, nicht wie meine letzte) mit inbegriffen sind. Ich durfte vor kurzem die Magnitude Spx 3000 von Cairn testen und war quasi hin und weg, da der Gläserwechsel so easy geht und sie vollverspiegelt ist, was mir einfach aus ästhetischen Gründen taugt.

    Lange Rede kurzer Sinn, helft mir bitte eine geeignete Lösung für mein Park-Backcountry-Dilemma zu finden!

    Danke für eure Hilfe:thumbup:

    Ich suche:


    [ x] Snowboard

    [ x] Snowboardbindung !Größe M benötigt!

    - [x ] normale Ratsche Noch nie mit Flow etc gefahren, bin ich offen für, bin aber komfortabel mit Ratsche

    - [ ] Schnelleinstiegsysteme (Flow/Cinch/Expresso/Fastec)

    [ ] Snowboardboots (Wobei immer noch als Regel N°1 gilt: Im Laden anprobieren!!

    [x ] Sonstiges (Protektoren, Snowboardbrille, Snowboardhose, Snowboardjacke usw.)


    Snowboardlänge: (159)


    Dein Körpergewicht: 72kg


    Körpergröße: 174cm


    Mann / Frau: Man


    Schuhgröße/Bootgrösse in Mondopoint und Euro:

    (falls bereits Boots vorhanden sind bitte zusätzlich die Außenlänge in cm angeben)



    Preislimit: von: XXX - bis: 1500 EUR


    Fahrlevel:

    [ ] Anfänger (1 Tag bis 6 Tage Erfahrung auf dem Brett)

    [ ] leicht fortgeschritten (du kommst leichte/mittlere Pisten ohne Probleme runter)

    [x] fortgeschritten (du kannst alle Pisten bewältigen und hast eine sichere, gute Fahrtechnik)

    [ ] Profi (ob Carving, Powder Sprays oder Tricks im Park, du hast deinen Style gefunden)


    Fahrstil/Einsatzgebiet-in Prozent:

    Falls du hier ein ganz spezielles Brett, zum Beispiel für Rails oder fürs Backcountry, suchst, gib einfach 100% an.


    [x] Piste [40]%

    [x] Tiefschnee / Backcountry [30]% Tendenz steigend

    [x ] Park (Kicker/Pipe) [30]%

    [ ] Rails [ ]%


    Falls du ein Board suchst: Möchtest du damit viel switch fahren?

    [x] Ja

    [ ] Nein


    Sonderwünsche:

  • Von Innsbruck aus hast du ja gute Möglichkeiten die Saison z.B. auf dem Stubaier Gletscher etwa im Oktober zu beginnen bis etwa Mai also etwa 7-8 Monate = 28 bis 32 Wochen = 56 bis 96 Tage, je nach Wetter, Zeit, Schneebedingungen...

    Kanten schleifen und Belag wachsen alle 1-2 Wochen also etwa 14-32 mal


    Du kannst einige Boardtests mitmachen, alles mögliche an Boards testen, sparst dir dabei Wachsen und Kantenschleifen.

    Danach würde ich dir empfehlen ein neues Board zu kaufen, wenn du weißt was dir gefällt.


    Bis dahin: Saisonkarte kaufen z.B. Tirol, ab ca. 17 Tagen hat sie sich amortisiert

    altes Zeug zum Service und fahren

    oder gebrauchtes Set kaufen


    Für Park und Tiefschnee zugleich funktionieren nicht so viele Boards richtig gut

    Park: (Real) Twin, eher kurz, Rocker/Taper verwischt bei Landungen

    Tiefschnee: direktional, eher lang, Rocker und Taper helfen

    Carven: direktional, eher lang, Camber macht richtig Spaß, Rocker und Taper verwischen


    Also total gegensätzliche Anforderungen.

    Wenn du ein Board dafür suchst, dann wäre sowas wie das Yes Standard oder Ghost passend.

    Ein Twin zwischen den Kontaktpunkten

    einiges an Camber in der Boardmitte für die Piste, zum Carven und für stabile Landungen

    Etwas Rocker an den Boardenden (nur beim Standard) und Slamback Bindungspositionen (4x4) für richtig guten Auftrieb Tiefschnee

    Underbite Kanten, die man nicht ganz so oft schleifen muss. Den Belag muss man oft wachsen.


    Ein gebrauchtes Yes Ghost 153 gibt es gerade für unter 300€ nur halben Tag gefahren.

    Für deine 72kg sollte das locker reichen


    Bindung brauchst du wahrscheinlich keine neue.


    Schuhe sind wichtiger als die Bindung. Nach 20-30 Tagen geben viele günstige Schuhe stark nach, so dass der Fuß drin rumrutscht. Mit Schaumstoff und Panzertape kann man noch ein paar Tage rausholen, evtl. nochmal aufbacken.

    Also wenn du wirklich so oft fährst wird ein Paar Schuhe wahrscheinlich nicht ausreichen und ein Board auch nicht.


    Wenn du einiges testen kannst empfehle ich dir eine Auswahl, damit du die Unterschiede gut kennenlernst und dir eine Meinung bilden kannst:


    Park:

    reines Camber z.B. Yes Ghost, Burton Custom, (LibTech Jamie Lynn C3BTX)

    Camber mit angehobenen Kanten: z.B. Arbor Westmark Camber/Bataleon Evil Twin oder Boss

    Hybridcamber: Yes Standard, Greats, Basic, Rossignol Jibsaw, LibTech Box Knife C3BTX, Gnu Mullair


    Piste/Tiefschnee wie oben und:

    reines Camber: Yes Optimistic

    Camber mit angehobenen Kanten: Arbor Bryan Iguchi Camber, Bataleon Magic Carpet oder Camel Two

    Hybridcamber: Yes The Y/Pick Your Line, Rossignol XV, LibTech Rocket C3BTX

    Hybridrocker: LibTech GoldMember/Orca C2BTX, NeverSummer Ripsaw

    4 Mal editiert, zuletzt von Dunkelbazi79 ()

  • Wow, viele Dank für deine lange ausführliche Antwort!

    Um das Thema mit den Boots nochmal aufzugreifen:

    Ich habe Nitro Venture TLS, die sitzen trotz den locker 100 Pistentagen noch richtig gut und sehen noch recht fresh aus, falls die nach dem Winter durch sind bin ich nicht böse, aber vorerst werden die ihren Dienst machen.


    Freizeitticket hab ich natürlich schon eingesackt, ist mein zweiter Winter in Ibk.


    Wieso glaubst du, werde ich keine neue Bindung brauchen? Ich muss die jeden Tag auf dem Board zwei mal nachziehen, weil sich die Schrauben lösen, haben die Schrauben nicht eine auf die Bindung abgestimmte Tiefe und ist deshalb eher schwer nachzukaufen oder Irre ich mich da? Die Bindung (habe nachgeschaut, heißt Raiden Strike) ist butterweich, was für den Park ja von Vorteil sein sollte? Oder ist weiches Board + weiche Bindung zu weich?


    Viele Fragen, ich weiß. Ich fahre wirklich schon eine Weile, habe mich aber mehr mit meinem Fahrstil und Technik auseinandergesetzt als mit dem Material. Worauf gilt es bei den Testfahrten zu achten? Ist das eine reine Gefühlssache?


    Vielen lieben Dank nochmal für deine/eure Zeit!

  • Ist ja witzig, ich hatte meine Nitro Select TLS auch 100 Pistentage aber nur weil ich Angst hatte wegen Fußkrämpfen wenn ich mir neue kaufe. Die waren am Ende total ausgenudelt, weich und mein Schuh rutschte drin herum. 2 neue Schnürseile waren auch schon drin.

    Hab mir dann Nike geholt, Kraftübertragung war dann wieder extrem genial. Also die haben sich voll gelohnt weil ich konnte wieder alles spüren was das Board macht. Jeden einzelnen Schneekristall unter dem Belag konnte ich damit fühlen und seinen Namen erraten.

    Nach ca. 50 Tagen waren die Nike aber wieder ziemlich weich trotz Bastelei mit Schaumstoff und Panzertape.

    Fahre aktuell Adidas Energy Boost und Burton Ion welche nach je 20 Tagen noch 1A sind.


    Das mit den Schrauben geht physikalisch nicht besser und das hängt daran dass sie viel zu kurz sind und der Kunststoff ständig leicht sein Volumen und Form ändert. Ich dürfte so eine Verbindung als Kraftübertragung nicht freigeben, zu gefährlich auch wenn es 4 Schrauben sind. Wenn die Bindungen reine Verzierung sind und nur um das Eigengewicht der Bindung zu halten sind die 4 Schrauben ausreichend. ;-)

    Ständiges Schraubenkontrollieren und Nachziehen ist leider notwendig.


    Es ist immer die Kombination Boot, Bindung und Board im Zusammenspiel.

    Ich mag lieber härtere direkte Bindungen und Boots hauptsächlich für Tiefschnee und Piste wegen besserer Response/Kraftübertragung, aber zum Tricksen nicht zu hart.

    Burton Cartel und Genesis X verwende ich meistens, alles geht ganz gut damit. Flux DS sind für's Carven sehr geil weil superdirekt aber zum Tricksen schon eigentlich etwas krass eher was für richtig gute Fahrer.


    Wenn die Schuhe hart genug sind reicht auch eine weichere Bindung aber es geht halt was von der guten Kraftübertragung verloren.

    Alles weich ist mir zu schwammig, da spür ich nicht mehr viel. Ist wie mit Boxhandschuhen und Windeln Autofahren.

    Ich mag aber auch nicht in einem Schalensitz mit 5-Punkt-Gurt ohne Servolenkung Autofahren, also besser was dazwischen.


    Testfahren ist viel Gefühlssache, auch viel wie das Board mit den Schneebedingungen zurecht kommt (Eis/Sulz/Buckelpiste) und Tagesform des Fahrers (Restalkohol...). Wenn sie die Kanten falsch geschliffen/detuned haben macht auch was aus oder wenn die Bindungseinstellung nicht richtig passt (insbesondere Forward Lean und Abstand). Ein geiler Powdertag auf einem schlechten Board wird dir viel positiver in Erinnerung bleiben als ein eigentlich richtig gutes Board an einem eher schlechten Tag z.B. Nebel/Eis/Sturm...


    Meistens hab ich ein Board von mir dabei als Referenz, weil ich es gut kenne und mit dem fahre ich die gleichen Sachen wie die Testboards wenn möglich.

    Erst mal paar Meter rutschen, bremsen, Kantenwechsel, dann waltzern/Noseroll, Ollie, 180ie, carven flache Piste, Carven steile Piste, Buckelpiste, Tiefschnee, Drop, Sidehit. Dabei mache ich bestimmt nicht nur einen Fehler und seh gleich ob es verzeihend ist, sich weiterdreht, verwischt, verkantet, wie der Pop ist, wie gut die Dämpfung, Kantengriff, ob ich easy in der Luft Kantenwechseln kann oder es viel Kraft kostet das Ding von einer in die andere Kurve zu werfen.

    Jede Entscheidung danach ist eher eine Gefühlssache. Ich bin meine aktuellen Lieblingsboards vor ca. 8 Jahren schonmal gefahren, da sind sie mir aber nicht so speziell aufgefallen, dass sie mir eigentlich besser gefallen als die anderen. Erst als ich vor 2 Jahren eines gebraucht bekommen habe ist es mir extrem aufgefallen. Ich tausche auch oft Boards mit Mitfahrern und das finde ich auch interessant. Ist dann blöd wenn die einem das Board nicht mehr zurückgeben wollen.

  • hatte vor zwei jahren dasselbe problem. früher war es einfach ein allround-board zu finden, da alle boards camber hatten :-) heute mit den vielen unterschiedlichen variationen gäb es halt für jede gegebenheit das richtige board.


    da ich nur ein board wollte hab ich mich für ein camber-hybrid entschieden. ich denke als allround board ist das die beste entscheidung. hab ein twinboard genommen und die bindung leicht zurückversetzt.


    - powdern ging früher ja auch mit camber, warum sollte es also da ein rocker sein? braucht halt in flacheren hängen etwas mehr kraftanstrengung. der camber-hybrid funktioniert für mich hier super

    - park fahre ich nicht mehr so viel. das hybrid hat aber gegenüber dem reinen camber den vorteil nicht ganz saubere landungen besser aufzufangen und ist etwas drehfreudiger.

    - piste/carven ist es halt nicht ganz so aggressiv wie ein reines camber, kann hinten mal etwas rausrutschen (wie bei rocker-boards). hat aber ggn camber den vorteil, dass es kleine fehler verzeiht (zb beim verkanten). man kann schon ganz schön heizen damit.

    - pistenfreestyle/jibben geht auch ganz gut, wobei ich sagen muss, dass bei sulzschnee ein rocker zum herumrutschen schon fast etwas mehr spass macht :-)


    das meine einschätzung, als auch nicht materialexperte

  • ciao🤗


    also meine stimme geht auch an „die neuen schuhe“.

    100 pistentage sind ziemlich viel. dass da der schuh noch den support und flex hat, kann ich mir nur schwerlich vorstellen.

    kommt dazu, dass ja viele weitere schneetage folgen sollen 😅.

    würde da auf relativ steife schuhe gehn. härte 8 oder gar noch mehr.


    eine bindung ist auch gutes augenmass. gibt so allrounder wie union strata oder burton cartel. allenfalls würd ich mir aber „verstellbare“ bindungen anschauen. ride c-8 sieht sehr interessant aus, mit dem umkehrbaren strap. oder rome bindungen, zb katana.


    brett enrscheidet sich ja dann auch aufgrund der schuhe/ mittelbreite.

    daher find ich s noch schwierig, hier jetzt bereits tipps zu geben.

    snowboardtests bieten sich natürlich an bei deiner wohnlage 😅.

    aber ganz lassen kann ich s doch nicht 😅... guck dir mal das yes great s an. (asym twin, das heisst gleichmässiger duckstance und centred fahren) und das yes optimistic, oder das yes Y für piste und tiefschnee 😎