Allmountain (Wide)Board für Leichtgewicht

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich schon ein paar Kaufberatungen gelesen habe und mich ein wenig in Snowboard-Shapes und Fachsprache eingearbeitet habe, möchte ich Euch gerne um Rat fragen.

    Ich suche ein Board vorwiegend für die Piste, mit dem ich gerne auch carven (lernen) möchte. Wenn es zufällig mal Tiefschnee gibt, würde ich den auch mitnehmen, aber die Piste ist das Hauptrevier.


    Noch ein bisschen was zum Hintergrund: Angefangen habe ich vor rund 20 Jahren mal mit einem Snowboard-Kurs. In den darauffolgenden 10 Jahren bin ich kaum bis gar nicht gefahren. In den letzten 10 Jahren dann immer mal wieder für 1-2 Tage während des jährlichen einwöchigen Skiurlaubs (die übrigen Tage war ich Skifahrer). Dementsprechend komme ich zwar jede Piste halbwegs flott runter, aber ich fühle mich dabei nicht unbedingt immer sonderlich souverän.

    Da mich diese Mittelmäßigkeit nervt, möchte ich gerne mehr Snowboard fahren (und weniger Ski) und besser werden. Leihboards machen mich dabei nicht so richtig glücklich, da ich den Eindruck habe, dass im Verleih einfach irgendein Anfänger-Board ausgewählt wird ohne Rücksicht auf die Randbedingungen wie Fahrer, Schneebedingungen, Terrain.


    Ergo soll ein eigenes Board her. Damit es nicht zu einfach wird mit den Empfehlungen: Ich wiege gute 65 kg bei 181 cm und habe Schuhe mit einer Außenlänge von 31 cm (Mondopoint 28,0). Nach allgemeiner Forums-Überschlagsrechnung benötige ich ein Board mit einer Taillenbreite von mindestens 26 cm. Leider haben Boards in dieser Breite meist eine ganz andere Gewichtsklasse jenseits der 80 kg als Zielgruppe und sind damit zu hart für mich. Und nein, die Schuhe sind nicht zu groß. ;)


    Mein bisheriges Snowboardsetup:

    Früher hatte ich ein 2007er Flow Mainframe 159w. Das war mit Flex 8/10 zu hart für mich, daher habe ich es verkauft.

    Letzte Woche im Urlaub hatte ich ein Burton Radius 155w. Ist ein eher weiches Flat-Top Twin Board, vermutlich speziell für den Verleih. Mehr Info habe ich daher nicht dazu gefunden. Das Board fand ich letzten Endes gar nicht so schlecht. Die Pisten waren morgens hart mit teils vereisten Stellen, nachmittags etwas weicher mit leicht aufgefahrenem Schnee. Sowohl vor- als auch nachmittags kam ich gut mit dem Board zurecht. Gut fand ich, dass sich das Board gefühlt leicht drehen ließ und einen guten Grip hatte.


    Ich suche:

    [x] Snowboard

    [ ] Snowboardbindung

    - [ ] normale Ratsche

    - [ ] Schnelleinstiegsysteme (Flow/Cinch/Expresso/Fastec)

    [ ] Snowboardboots (Wobei immer noch als Regel N°1 gilt: Im Laden anprobieren!!

    [ ] Sonstiges (Protektoren, Snowboardbrille, Snowboardhose, Snowboardjacke usw.)


    Snowboardlänge: 159w, 155w (bisher)


    Dein Körpergewicht: 65 kg


    Körpergröße: 181 cm


    Mann / Frau: Mann


    Schuhgröße/Bootgrösse in Mondopoint und Euro:

    Nitro Team TLS: 28,0 / 42 2/3, Außenlänge 31,0 cm


    Preislimit: Wegen der überschaubaren Zahl der Einsatztage im Jahr max. 300 Euro im WSV, gerne auch was gebrauchtes.


    Fahrlevel:

    [ ] Anfänger (1 Tag bis 6 Tage Erfahrung auf dem Brett)

    [x] leicht fortgeschritten (du kommst leichte/mittlere Pisten ohne Probleme runter)

    [x] fortgeschritten (du kannst alle Pisten bewältigen und hast eine sichere, gute Fahrtechnik)

    [ ] Profi (ob Carving, Powder Sprays oder Tricks im Park, du hast deinen Style gefunden)


    Fahrstil/Einsatzgebiet-in Prozent:

    [95] Piste [ ]%

    [5] Tiefschnee / Backcountry [ ]%

    [ ] Park (Kicker/Pipe) [ ]%

    [ ] Rails [ ]%


    Falls du ein Board suchst: Möchtest du damit viel switch fahren?

    [ ] Ja

    [x] Nein


    Nach meinen ersten Recherchen denke ich dass ein direktionales Hybrid-Camber gut wäre, ggf. mit ein bissel mehr Breite in der Front. Beim Stöbern bin ich am Nitro Dropout oder Ride Wild Life hängen geblieben. Wobei auch diese nicht so richtig passen wollen hinsichtlich der Kombination Länge / Taillenbreite / Gewichtsklasse.


    Was habt Ihr für Vorschläge?

    Vielen Dank! :)

  • Ich habe auch die Schuhgröße und 26cm Waist machen da schon Sinn.


    Das Burton Radius sollte ein Flatrocker (Flat-Top) sein also FLat zwischen den Bindungen und Rocker außerhalb, mit eher weichem Flex.


    Nach deinen Wünschen würde ich dir das Yes The Y 154 (weicherer Bruder des Optimistic) empfehlen. Yes übertreibt mit seinen Flexangaben, es hat einen mittleren bis etwas härteren Flex und lässt sich leicht steuern.


    Was noch gut passen könnte wäre das Jones Hovercraft 156, das LibTech Lost Rocket 157 oder das Endeavor Scout 156

    Das Rocket ist C3 und carvt sehr aggressiv, das LibTech BRD 163W ist die längere aber sanftere Variante davon, weicher mit mehr Rocker und etwas weniger Camber. Erschrick nicht über die Länge, die ist in der Nase des Boards und das Tail ist eigentlich so kurz und wendig wie ein 156er Board, es hat halt eine lange Nase für Tiefschnee. Auch die 1,5cm Taper machen es sanft und wendig. Empfohlenes Mindestgewicht sind 140 Pfund also etwa 63kg


    Wenn du nur ein paarmal am Tag Rückwärts fährst, kannst du eigentlich kompromisslos auf ein direktionales Board gehen und musst nicht mit den Nachteilen eines nur leicht direktionalen Boardes leben.

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  • Hallo ihr beiden,

    vielen Dank für Euren Input. Ich habe mir Eure Vorschläge angeschaut und folgendes festgestellt:

    K2 Manifest (falls es das in einer passenden wide Größe gibt)

    Capita DOA Wide

    Rome National wide

    Das Capita DOA ist ein Twin Board, ich möchte eher ein direktionales Board.

    Das Rome National hat max. 256 mm Breite als non-wide Board und min. 268 mm in der Wide-Version. Das eine ist zu schmal, das andere zu breit. :(

    Das K2 Manifest klingt gut für mich. Das gibt es in 157w und 160w mit 260 mm bzw. 262 mm Breite bei nahezu gleichem Fahrergewicht. Wäre es in diesem Fall besser das kürzere oder das längere zu nehmen?


    Nach deinen Wünschen würde ich dir das Yes The Y 154 (weicherer Bruder des Optimistic) empfehlen. Yes übertreibt mit seinen Flexangaben, es hat einen mittleren bis etwas härteren Flex und lässt sich leicht steuern.


    Was noch gut passen könnte wäre das Jones Hovercraft 156, das LibTech Lost Rocket 157 oder das Endeavor Scout 156

    Das Rocket ist C3 und carvt sehr aggressiv, das LibTech BRD 163W ist die längere aber sanftere Variante davon, weicher mit mehr Rocker und etwas weniger Camber. Erschrick nicht über die Länge, die ist in der Nase des Boards und das Tail ist eigentlich so kurz und wendig wie ein 156er Board, es hat halt eine lange Nase für Tiefschnee. Auch die 1,5cm Taper machen es sanft und wendig. Empfohlenes Mindestgewicht sind 140 Pfund also etwa 63kg

    Beim Yes The Y macht mir die Flex-Angabe 8/10 etwas Sorgen. Wenn Du sagst, dass das übertrieben ist, könnte es jedoch passen. Von der Gewichtsklasse passt es jedenfalls gut. Ist es eventuell etwas zu kurz in 154 cm?

    Das Jones Hovercraft klingt ebenfalls gut und passt auch von der Gewichtsklasse.

    Bei den beiden LibTech Boards irritiert mich, dass sie zwischen den Füßen ein Rocker-Profil haben und vorne/hinten Camber. Also gerade andersrum als das, was ich erwarten würde. :/ Oder übersehe ich etwas? Da ich bei beiden auch ganz am unteren Rand der angegebenen Gewichtsklasse wäre fürchte ich aber, dass sie zu hart sind für mich.

    Das Endeavor Scout hört sich auch ganz gut an, ist aber nicht so einfach zu bekommen im (Online-)Handel.


    Generell scheinen diese Boards sehr stark Richtung Freeride zu gehen. Sind sie damit trotzdem gleichermaßen für die Piste geeignet?


    Wenn du nur ein paarmal am Tag Rückwärts fährst, kannst du eigentlich kompromisslos auf ein direktionales Board gehen und musst nicht mit den Nachteilen eines nur leicht direktionalen Boardes leben.

    Das denke ich auch. Und da ich nicht vor habe längere Abschnitte Switch zu fahren, tendiere ich sehr zu einem direktionalen Board.


    Was haltet Ihr vom Ride Wild Life 158w (263 mm Taillenbreite)? Dort rangiere ich zwar auch am unteren Rand der Gewichtsklasse, aber durch den niedrigen Flex von 4/10 wäre es am Ende des Tages womöglich auch nicht unbedingt härter als die oben genannten?

  • das Jones Frontier, geht bei 158w gewichtsempfehlung bei 64 kilos los ;-)... und könnt wirklich passen, auch vom ganzen profil her.


    bindung würd ich ne burton mission nehmen, wobei du da evtl von den grössen grad doof dazwischen fällst. so erging es mir bei burton, und hab ca. gleiche aussenlänge. alternativ dazu wär die ride capo evtl was?...

    lg und viel spass beim shredden

  • Das Jones Fronier ist ein schönes All-Mountain-Board und etwas mehr auf der direktionalen Freeride-Seite, als das Mountain Twin. Für mich ist das Frontier damit inzwischen das attraktivere von Beiden. Es ist anfängertauglich, drehfreuding und absolut verträglich. Ich denke mit dem Frontier meistert man jedes Terrain souverän. Wenn es von den Specs passt, wäre das schon ein interessantes Board für einen Wiedereinsteiger.

    Um es mit deinen bisherigen Boards vergleichen zu können, müsste man wissen, ob das Flow Mainframe aus 2007 ein True Camber war.

  • Burton Mission würde ich keine nehmen, die ist zu weich.

    Lieber eine Union Force. Ride Capo würde auch gehen.


    Jones Frontier ist halt ein sehr mittelmässiges board ohne Hype aber mit Spoon.


    Spoon muss man halt mögen. Ich hatte es mal und will es nie wieder. Ist auch nur vorteilhaft beim Freeride und bei sehr softer Piste.


    Beim Warpig hättest schon etwas Besonderes, das board hat Character. Man sollte sich dafür aber zumindest mit dem Thema Carving und dynamisches Fahren etwas beschäftigen.

    Zinnsoldatenstil mag es überhaupt nicht.

    2 Mal editiert, zuletzt von Winterzahn ()

  • Das Warpig ist doch ein Flatrocker

    Das kommt doch niemals an ein Hybridcamber ran. Besonders beim Carven bringt doch gerade camber den Spaß. Je mehr Camberspannung desto mehr Spaß aber auch anspruchsvoller. Ist mir nicht klar wieso jemand auf den camber beim Carven verzichten will besonders auf der Piste.


    Ich bin nur 2 Bretter von Ride gefahren und ich kenne deutlich spaßigere Boards.

  • Das in den Video geht mit fast jedem mittelmäßigen Board. Es springt da nicht von Kurve zu Kurve mit Kantenwechsel in der Luft wozu aggressivere Camberboards geradezu einladen und weshalb sie sich lebendig anfühlen.


    Ein BMW M3 macht mehr Spaß in Kurven als ein normaler 3er. Wenn zum fast gleichen Preis ein M3 verfügbar ist, wer sollte den 3er nehmen wollen?

  • Das in den Video geht mit fast jedem mittelmäßigen Board. Es springt da nicht von Kurve zu Kurve mit Kantenwechsel in der Luft wozu aggressivere Camberboards geradezu einladen und weshalb sie sich lebendig anfühlen.

    das aus dem Turn springen klappt auch mit dem Warpig mit Hochentlastung.


    Das Warpig fühlt sich sehr lebendig an, musst es mal fahren.:)

  • Wow, danke für Eure Unterstützung! :):thumbup:


    Das Warpig ist mit 151 cm bei Größe M schon arg kurz.

    Beim Warpig hättest schon etwas Besonderes, das board hat Character. Man sollte sich dafür aber zumindest mit dem Thema Carving und dynamisches Fahren etwas beschäftigen.

    Zinnsoldatenstil mag es überhaupt nicht.

    Das klingt für mich schon recht speziell. Für's erste brauche ich aber gar nichts "besonderes", sondern ein Board, das mich nicht überfordert. Gleichzeitig sollte es das Potential bieten, mich mit ihm weiterzuentwickeln.


    Insofern spricht mich das Jones Frontier an. Wenn ich es richtig verstehe ist es im Vergleich zum weiter oben genannten Jones Hovercraft etwas universeller und nicht ganz so extrem in Richtung Freeride einzuordnen, oder?

    Könnt ihr mit einfachen Worten erklären was es mit dem Spoon Shape von Jones auf sich hat?


    @SixtyNiner: Ich gehe davon aus, dass mein altes Flow Mainframe ein True Camber war. Gab es 2007 überhaupt schon andere Shapes?

  • 2007 gab es denke ich fast ausschließlich Camberboards und die ersten Rocker tauchten auf.


    Mit so 3d geformten Boards geht der Kantenwechsel weicher aber verzögerter und verzeihender. Bei bataleon finde ich es übertrieben und eher zum tricksen gut geeignet als zum Carven. Bei Arbor ist es sehr dezent ähnlich wie bei Jones und das hat mir besser gefallen, störte mich nicht war eher angenehm weil verzeihender.

    Das Rossignol Angus hat auch eine Art spoon


    Viele Freerider sind auch auf der Piste genial zu fahren. Die sind nicht nur abseits gut.

  • spoon gabs schon ewig, Nidecker hat das verbaut, lange vor 2007 und Jones ist nun Nidecker und seither haben sie immer mehr spoon vebaut, bei Jones, leider. Das Hovercraft hatte früher nie Spoon, die letzten Jahre bei Nidecker bekam es Spoon. Fährt im tiefschnee surfy, auf harter Piste ist spoon übel.


    ich meine das Warpig hätte weitaus mehr Potential zur Weiterentwicklung als das Frontier.


    und 2007 war doch das Skate Banana Jahr. Da kamen Rocker in Mode.


    und das Warpig ist ein modernes Brett, 2016

    Tranny finder und Superpig sind Verwandte.

    volume shifted boards.


    warpig ist sogar ein Anfänger freundliches Volume shifted board, man kann mit jedem Fahrlevel Freude mit dem board haben.


    Was es besonders auszeichnet ist das einfache Handling in nachmittäglichen stark zerfahrenen Buckelpisten.


    Angst muss man vor dem board trotz Namen keine haben.

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  • Das Frontier würde schon passen, wenn du häufiger Switch fahren würdest. Oder wozu willst du sonst die große tailschaufel haben?

    genau, mit einem Warpig 151 oder 154 zirkelst du ohne Kraftaufwand durch die Buckel, während sich die Tailschaufel vom >=158er Frontier schon verhängt.


    Das und das Zitat

    "Da mich diese Mittelmäßigkeit nervt, möchte ich gerne mehr Snowboard fahren (und weniger Ski) und besser werden.


    führen zum Warpig.


    Warpig ist definitiv kein mittelmässiges board.


    beim Vergleich mit dem M3.. (welches das Frontier nicht ist, das Frontier ist eher der sanft gefederte 330er Kombi, Mittelmass)

    warpig wäre dagegen der mini cooper S, zwar geringfügig langsamer , aber wendiger und spassiger.

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  • Die Flatrocker, die ich kenne, waren eher VW Passat basismotorisiert und keine Mini Cooper S

    Da traue ich dem Frontier mehr zu mit einem gesunden Maß an Camber in der Boardmitte. Allerdings würde mich beim Frontier wie gesagt das Tail nerven, wenn ich das eh fast nie brauche. Eine Anhängerkupplung an einem Sportwagen. Naja ich entscheide mich auch eher selten vernünftig.:S

    Einmal editiert, zuletzt von Dunkelbazi79 ()