All Mountain / Freerider Snowboard gesucht

  • Hallo Zusammen


    Habe mich hier im Forum kräftig durchgelesen, bin aber noch unsicher, was für ein Snowboard ich mir zulegen soll.

    Habe vor 20 Jahren an einem Schnuppertag das Snowboarden entdeckt und bin dann jeweils 3-5 mal im Jahr auf die Piste und habe es learning by doing gelernt. Erst die letzten Jahre gehe vermehrt, jeweils einmal im Jahr eine Woche am Stück auf die Piste und ab und an am Wochende und habe echte Fortschritte gemacht. Zwischenzeitlich carve ich glaube ich ganz ordentlich, tu mich aber mit Tiefschnee immer noch schwer. Bin generell mit meinen kleinen Kindern und Frau (fahren alle Ski) in Anfängergebieten unterwegs, gehe aber wann immer möglich links und rechts der Piste für einen Schwenk in den Powder (wenn vorhanden und nicht bereits völlig zerfahren). Durch die Tipps hier im Forum habe ich nun meinen Forward-Stance mal nach hinten verschoben, was bereits neue Erfolge gebracht hat. Dennoch, mein Board ist mittlerweile rund 15 Jahre alt und fällt auseinander. Ein neues und v.a. besseres Brett soll nun her.


    Mein bisheriges Snowboardsetup:

    Snowboard: Salomon 450/164

    Bindung: unbekannt / normale Ratsche

    Boots: Nitro EU 43 (genauer Typ unbekannt)

    Im Endeffekt werde ich alles ersetzten müssen, da alt und langsam auseinander fällt.

    Ich suche:


    [x] Snowboard

    [x ] Snowboardbindung

    - [ ] normale Ratsche

    - [ ] Schnelleinstiegsysteme (Flow/Cinch/Expresso/Fastec)

    [x] Snowboardboots (Wobei immer noch als Regel N°1 gilt: Im Laden anprobieren!!

    [ ] Sonstiges (Protektoren, Snowboardbrille, Snowboardhose, Snowboardjacke usw.)


    Snowboardlänge: bisher: 164


    Dein Körpergewicht: 76


    Körpergröße: 180


    Mann / Frau: Mann


    Schuhgröße/Bootgrösse in Mondopoint und Euro: Euro 43/44, je nach Schnitt


    Fahrlevel:

    [ ] Anfänger (1 Tag bis 6 Tage Erfahrung auf dem Brett)

    [x] leicht fortgeschritten (du kommst leichte/mittlere Pisten ohne Probleme runter)

    [x ] fortgeschritten (du kannst alle Pisten bewältigen und hast eine sichere, gute Fahrtechnik)

    [ ] Profi (ob Carving, Powder Sprays oder Tricks im Park, du hast deinen Style gefunden)

    Komme grundsätzlich überall runter, nur im Tiefschnee, bleibe ich oft stecken.


    Fahrstil/Einsatzgebiet-in Prozent:

    Falls du hier ein ganz spezielles Brett, zum Beispiel für Rails oder fürs Backcountry, suchst, gib einfach 100% an.


    [x] Piste [65 ]%

    [x] Tiefschnee / Backcountry [35]%

    [ ] Park (Kicker/Pipe) [ ]%

    [ ] Rails [ ]%


    Falls du ein Board suchst: Möchtest du damit viel switch fahren?

    [ ] Ja

    [x] Nein


    Sonderwünsche:

    Tricks und Sprünge habe ich in der Vergangenheit nicht gelernt und werde ich wohl auch nicht mehr. Meine Wirbesäule macht das nicht mehr mit. Daher ist mir eine gute Dämpfung wichtig um Schläge zu minimieren. Ein Speedjunkie bin ich nicht, es darf auch gerne mal gemütliches cruisen sein. Dennoch bin ich v.a. mit den Kids auf Ski unterwegs und werde daher mit ihrem zunehmenden Alter und Können im Speed gefordert sein.


    Nach vielem durchlesen hier und auf anderen Seiten, sagen mir folgende zwei Boards aktuell am meisten zu:

    Jones Flaghip

    Neversummer West Bound


    Unsicher bin ich mir, ob das Flagship nicht zu schnell für mich ist. Bin mich ja nur den alten Salomon gewohnt und kenne nichts anderes.


    Ebenso unklar ist es mir mit der Stiffness und Dämpfung. Wenn ich mir so die Empfehlungen hier im Forum und in den Shops ansehe, sind die meisten Freerider und All Mountains zwischen 7-8 Stiffness, sprich hart. Soweit ich verstanden habe bedeutet hart auch anspruchsvoll und eher für Fortgeschrittene/Profis. Häufig lese ich bei den Factsheets kaum was über die Dämpfung. Kann man sagen, das harte Bretter immer eine gute Dämpfung haben? Ich würde erwarten, das ist eher bei weichen Freestyle Boards der Fall um Sprünge abzufedern. Verstanden habe ich es aber andersrum.:/


    Das Flagship hat sich anscheinden die letzten zwei Jahre stark verändert (generell zum bessseren), insbesondere durch den Spoon. Habe aber widersprüchliches dazu gehört. Die einen scheinen Spoon zu hassen, andere zu lieben. Was aber sind konkret die Vor-/Nachteile von einem Spoon?


    Grundsätzlich lesen sich Reviews vom Flagship und West Bound recht ähnlich, unterscheiden sich aber klar mit dem Hybrid Camber zum Hybrid Rocker. Rocker in der Mitte stelle ich mir immer als zu verspielt vor. Von meinem Verständnis her müsste da doch ein Camber beim Carven klar besser sein. Auch beim Schlepplift fahren, nehme ich an, ist ein Rocker in der Mitte unschön. Dennoch, die Reviews mit Hybrid Rocker lesen sich zum Carven mit dem West Bound nicht schlechter. Generell wird hier ja immer auch Camber zum carven empfohlen. Haben diese Hybrid Rocker, wie sie Neversummer oder auch LibTech meist baut einfach einen schlechteren Vorurteilsruf. Hat jemand schon beides gefahren und kann das Vergleichen?


    Noch was zu meinen Anforderungen, aufgrund der immer schwierigeren Schneeverhältnisse, die wir erleben. Am Morgen sind die Pisten häufig vereist, der Tiefschnee gefroren und darüber liegt Neuschnee. Am Nachmittag folgt dann häufig der Sulz. Ensprechend suche auch ich die Eierlegende Wollmilchsau. Meine beiden hier erwähnten Boards scheinen ja anscheindend sehr gut, mit hartem, wenn nicht auch mit vereistem Grund klar zu kommen. Ebenso mit Powder. Passt für mich also. Was ist aber mit Nassschnee, bzw. Sulz und wie verhält es sich mit Neuschnee auf vereistem Grund. Kann mir dazu jemand Erfahrungen mitteilen? Ich nehme an, ein weichers Brett würde damit besser zurecht kommen. Aber hilft vielleicht auch ein Hybrid Rocker besser als Hybrid Camber? Denn so ganz verstanden habe ich nocht nicht, was man nehmen sollte für den ganzen Tag.


    Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen und Erklärungen.

  • Spoon ist gut für powder und sulzigen weichen schnee oder bei Neuschneeauflage auf der Piste. Bei sanften Turns schwimmt dabei die Nose besser auf und vereinfacht diese turns. Kantenhalt ist bei diesen Bedingungen kein/ bzw. kein grosses Thema.

    Aber bei boards mit Spoon greift auf harter Piste die Kante verzögert, führt beim Flatbasen auf harter Piste zu verringerter Spurstabilät.

    Weiche boards tendieren bei hoher Geschwindikeit ab 70kmh zur Wobbelnase,

    harte boards zu Microvibrationen. Dämpfende Materialen im board können beides reduzieren.

    Kleine Sprünge dämpfen die boards bei flacher Landung selbst wenig bis gar nicht ab, egal oh weich oder hart, dafür sind Bindungs Fussbett und Bootsohle zuständig.

    Den Unterschied zwischen Rocker und Camber merkt man in der Transition zwischen turns (Kantenwechsel und beim Flatbasen). Camber boards sind da stabiler, es sei denn sie haben Spoon.. dann ist die Frage.. wieviel Rocker oder wieviel Spoon.

    Die Rockerboards lassen sich gut carven solange man beim Umkanten die Körperspannung hält und keine Rotation in den Ober/Unterkörper bringt.

    Bei aggressivem Camber ohne spoon muss man da beim Umkanten nicht sonderlich darauf achten, das board nicht zu verdrehen.

    Aufgekantet sind Camber und Rocker vergleichbar, keine Nachteile beim Rocker.


    Das Pendant zum Flagship ohne spoon wäre das Ride Mtnpig.


    Flagship und Mtnpig sind steife boards.

    nachteilig beim langsam fahren , besonders auf langsamen Ziehwegen und beim onefoot pushen zum Lift. Es fehlt an torsonaler Einleitungsmöglichkeit einer Kurve.


    Steife boards mit guter Dämpfung sind bei hohen Geschwindikeiten und auf steilen harten Pisten vorteilhafter. (ab ca 60kmh deutlich zu spüren)


    Steife boards und besonders lange steife boards sind bei hohen Buckeln am Nachmittag sehr anstrengend zu fahren


    Weiche boards sind bei hoher Geschwindigkeit ab 60kmh und bei höheren Gechwindigkeiten auf steiler harter oder vereister Piste unangenehmer.


    Wer wenig Anteile über 60kmh hat, sollte eher zu mittlerem Flex greifen und solche boards wie Flagship und mtnpig eher meiden. (ausgenommen der Fahrer hat hohes Körpergewicht in Relation zur Spezifikation des boards, für einen sehr schweren Fahrer fühlt sich das harte board dann deutlich weicher an)


    Salomon Dancehaul könntest dir mal angucken. Wenn du mit dem speed meist unter 60kmh bist, dann machst du es dir mit dem Dancehaul deutlich einfacher als mit den steifen Brettern Flagship/mtnpig etc

    17 Mal editiert, zuletzt von Winterzahn ()

  • Flagship finde ich zu krass, wenn dann eher das Frontier. Aber kann deine Ansprüche nicht ganz exakt einschätzen und vor allem auch nicht deine Fahrtechnik. Das was du beschreibst, mit Pow links und rechts von der Piste, geht mit jedem Board. Sehe da also mehr Potential bei der Fahrtechnik und würde ein Board wählen, das einem nicht zu viel abverlangt. Zwischen deinem alten Board und dem Neuen, werden so oder so Welten liegen. Meine Empfehlung wäre daher ein Hybird Camber im mittleren Flexbereich oder bisschen darüber, am besten direktional und eine Bindung mit guter Dämpfung, z.B. Union Strata.

  • fahre das ältere flagship modell. und es ist ein tolles board, das am liebsten schnell grössere radien fährt. hab bei jones auch ans frontier gedacht.


    hier noch zwei drei alternativen:

    yes pick your line

    burton flight attendant

    rome ravine


    bindung die burton custom x oder union falcor.


    am wichtigsten jedoch: schuhe!... da solange durchprobieren, bis den absolut gut passenden gefunden hast. je nach grösse vom 44er könnte ein wide board angezeigt sein...


  • Hallo snowhow


    nun der Reihe nach:


    Der Moment für ein neues Board ist gerade günstig.

    Hast du schon begonnen, Boots anzuprobieren? Damit würde ich anfangen.


    Dein Einsatzszenario (Familienurlaub mit Kindern) kenne ich aus eigener Erfahrung.


    Das Jones Flagship hat sich sehr stark verändert. Das 20/21 Modell ist vielleicht nicht unbedingt das ultimative Anfängerbrett aber es ist absolut handzahm - ein 400PS Familienkombi. Man kann damit die Kinder in die Kita chauffieren und auf dem Rückweg die Kuh fliegen lassen. :-) Beides geht, nichts muss.

    Spoon und Wellenkante wirken hier wie Assistenzsysteme. Der Spoon bewirkt, dass die Kante mit zunehmendem Aufkantwinkel des Boards immer stärker greift. Die Kante wird nicht wie bei einem krassen Full-Camber sprunghaft an und ausgeschaltet, sondern langsam wie mit einem Dimmer „eingeblendet“. Das macht das Board zum sportlichen Universalcruiser. Auf Ziehwegen und beim Flatbasen verschneidet das Board nicht so rasch. (Es gibt Leute, die verwechseln das eventuell mit „weniger Spurtreue“). Dieses Board läuft zwar schnell, aber nicht plötzlich in unerwartete Richtungen. Auch wenn man jetzt nicht mega reaktionsschnell ist, kann man dieses Board doch zügig fahren. Also: Nein, ich würde nicht sagen, dass es ZU schnell ist.


    Hybridrocker oder Hybridcamber? Ich bin vor Jahren vom Fullcamber auf einen Hybridrocker gestiegen und war damals begeistert, wie entspannt sich das fährt, bin dann aber aufgrund der mäßigen Spurtreue des Hybridrockers, den ich damals getestet habe, zum Hybridcamber gewechselt.

    Zum Westbound kann ich nicht viel sagen, außer, dass ich es selbst gerne mal getestet hätte. Das Flagship 19/20 bin ich probegefahren und war begeistert. Das 20/21 er Modell habe ich mir kürzlich zugelegt. Man braucht ja auch im Lockdown noch etwas Freude. Gefahren bin ich es leider noch nicht.


    Zum wechselhaften Untergrund. Ich habe verschiedene Boards ohne Magnetraction, ein Board mit etwas Wellenkante und eine echte Gattersäge. Die Mittel-Welle meines Jones Mountain Twins finde ich am vielseitigsten. Zum Flagship fehlen mir leider noch die Erfahrungen.


    Es gibt sicherlich einige Boards, mit denen Du happy wirst. Zwei davon bin ich selbst schon gefahren: Das neue Flagship und das Frontier. Das Frontier ist noch gutmütiger hat dafür aber auch etwas weniger inneren Carving-Drang.


    Praxis-Erfahrungen habe ich heuer leider noch keine gesammelt. Zu Materialeigenschaften und deren Dämpfungswirkung hat Dunkelbazi einiges geschrieben. Aramid, Basalt. Glasfaser usw.


    Ich bin da nicht so sensibel, vermutlich auch weil ich die Boards nicht im Grenzbereich bewege und die Dämpfung dann eher über Schuhe und Bindung optimiere.

    Einmal editiert, zuletzt von SixtyNiner ()

  • Der oder Geradeauslauf ist ohne Spoon auf harter Piste definitv besser als mit Spoon.


    Da wurde nix verwechselt SixtyNiner.


    und wann fährst dein neu gekauftes Flagship mal? Und ich frage mich ob du deine 400PS vom Flagship jemals nutzen wirst... habe da Zweifel:)

    2 Mal editiert, zuletzt von Winterzahn ()

  • Oh ja! Ohne Rocker in der Nose und mit Full-Camber ist der Geradeauslauf nochmals besser. Was geradeaus ist, bestimmt dann aber das Brett und wehe du passt nicht auf.


    Das ist ja abgesehen von der Powderperformance das schöne am moderaten Spoon. Der Gaul geht dir nicht gleich durch, galoppieret aber gut los, wenn man entschlossen zur Sache geht. Wenn du müde bist, trägt es dich noch ohne Mühe sauber in den Stall.


    In Kombi mit einer Wellenkante, mache ich mir über den Kantenhalt bei harter Piste eh keinen Kopp.

    2 Mal editiert, zuletzt von SixtyNiner ()

  • Oh ja! Ohne Rocker in der Nose und mit Full-Camber ist der Geradeauslauf nochmals besser. Was geradeaus ist, bestimmt dann aber das Brett und wehe du passt nicht auf.


    Das ist ja abgesehen von der Powderperformance das schöne am moderaten Spoon. Der Gaul geht dir nicht gleich durch, galoppieret aber gut los, wenn man entschlossen zur Sache geht. Wenn du müde bist, trägt es dich noch ohne Mühe sauber in den Stall.


    Ab höheren Geschwindigkeiten bestimmt bei Brettern ohne Spoon immer der Fahrer. Vorhandensein von Spoon macht es da instabiler, da will wieder das Brett bestimmen. Kein Noserocker, langer Camber und kein Spoon ist natürlich das Beste in dieser Situation.


    Der Spoon hat den freeride im Fokus und nicht das Pistenfahren.

  • Herzlichen Dank für die ausführlichen Feedbacks.


    Zur klassischen Boots Empfehlung. Nein, mit den aktuell ständigen Lockdowns konnte ich noch keine grossen Boots-Anprobier-Sessions machen. Steht aber dann baldmöglichst an.


    Bin mit all den Fachausdrücken nicht bewandert, habe da noch einige Verständnis-Fragen. Falls jemand ein gutes Snowboard Glossary kennt im Netz mit all den Audrücken, gerne den Link.

    Winterzahn: Was ist mit Wobbelnase und Flatbasen gemeint?


    Wie schnell ich heute maximal fahre, weiss ich nicht. Mein aktuelles Board fängt aan der Nase irgendwann an zu vibrieren und wird unruhig. Nehme an, da bin ich dann fürs Board vermutlich am Limit. Da soll das neue Board laufruhiger werden.

    Leider finde ich zu meinem Board keine Angaben mehr im Netz, daher habe ich keine Ahnung, wie das gebaut ist und kann es nicht mit technischen Daten von aktuellen Boards vergleichen, um einschätzen zu können, was ich brauche. Von der Form her ist es ein directonialer Twin mit wenig Setback und Camber. Wie stark der ist, kann ich aber nicht beurteilen.

    Generell greift mein heutiges Board gut im weichen Schnee, bei eisigen Verhältnissen am Morgen rutscht es jedoch häufig weg, obwohl ich steil aufkante. An was erkennt man eigentlich, das die Kante wieder nachgeschliffen werden muss?


    Das Goldlöckchen Dancehaul hatte ich bisher nicht auf dem Radar. Liest sich gut.
    Das neue Flagship mit dem Spoon scheint ja die Steifigkeit wieder wettzumachen. Inwiefern darf ich also davon ausgehen, dass sich diese beiden Boards unterscheiden, was macht es deutlich einfacher zu fahren.

    Grundsätzlich fahre ich auf der Piste ganz gerne kraftvoll. Wobei ich natürlich nur von meinem aktuellen Brett ausgehe und keinen Vergleich zu steiferen Boards habe.


    Was die Dämpfung anbelangt, verstehe ich Dich also so, dass die Dämpfung des Boots und der Bindung wesentlich wichtiger ist, als die vom Board.

    Flagship finde ich zu krass, wenn dann eher das Frontier. Aber kann deine Ansprüche nicht ganz exakt einschätzen und vor allem auch nicht deine Fahrtechnik. Das was du beschreibst, mit Pow links und rechts von der Piste, geht mit jedem Board. Sehe da also mehr Potential bei der Fahrtechnik und würde ein Board wählen, das einem nicht zu viel abverlangt. Zwischen deinem alten Board und dem Neuen, werden so oder so Welten liegen. Meine Empfehlung wäre daher ein Hybird Camber im mittleren Flexbereich oder bisschen darüber, am besten direktional und eine Bindung mit guter Dämpfung, z.B. Union Strata.

    Mit dem heutigen Board frisst sich meine Nose immer gleich in den Tiefschnee. Daher gehe ich nicht zu weit weg von der Piste und bleibe in der Nähe. Seit ich letzte Woche den Stance zurückversetzt habe, geht es aber bereits besser. Leider hatte ich nur Anfangs meiner Ferienwoche rund 30cm lockern Powder, darunter war es bereits leicht fest. Zwei Tage später hat sich der gesamte Powder verfestigt Dank Schneeregen und Kälte. Danach war nur noch wenige cm Neuschnee vorhanden. Mit Sicherheit ist da mein Fahrkönnen noch nicht gut, aber bei meinem aktuellen Brett muss ich das gesamte Körpergewicht aufs hintere Bein verlagern, um die Nose nicht einzuspitzen. Die Belastung fürs hintere Bein ist enorm. Ich erhoffe mir daher von einem anderen Brett schon deutlich mehr Auftrieb und Unterstützung.


    SixtyNiner

    Vielleicht täusche ich mich, aber mir scheint, hier hat das Flagship einen schlechten Ruf durch die alten Modelle. Andere finden den neuen Spoon nicht gut. Daher war ich immer etwas verunsichert. Schön, dass Du Erfahrugnen mit dem neueren Modell hast. Unter welchen Bedinungen bist Du gefahren (Piste, Sulz, pulvriger Tiefschnee, Ziehwege)?

  • snowhow


    flatbasen= mit flach aufliegendem board geradeaus fahren.


    WobbelNase.. wenn die Nase bei höheren Geschwindigkeiten anfängt zu schwingen und zu vibrieren.


    Kanten müssen spätestens dann geschliffen werden wenn sich ein Grat gebildet hat. Der Grat an sich ist zwar scharf, steht aber in die falsche Richtung horizontal ab.. Ein Schleifstein ZB von Toko beseitigt den, man schleift dazu entlang der Seitenwangen den Grat ab (möglichst ohne den Kantenwinkel zu verändern)


    alle 10 Tage sollte man die Kante mit Feile auf den exakten Winkel bringen (mit Feile und Feilenhalter). 88 Grad Kantenwinkel ergibt sehr guten Kantenhalt. 90 und 89 Grad sind meist Auslieferungszustand.

    Einmal editiert, zuletzt von Winterzahn ()

  • Der Spoon hat den freeride im Fokus und nicht das Pistenfahren.

    Das klingt demnach gut für mich. Ich suche ein Board, dass mich unterstützt im Powder und dennoch gut läuft auf der Piste. Ich habe jedoch nicht im Sinn das maximum an Geschwindigkeit aus dem Board zu holen. Das mache ich schon beim Windsurfen mit meinem alten, aber immer noch sauschnellen Windsurfboard. Letztes Jahr musste ich mit meinem Salomon Vollgas geben und stets an dessen Limit kratzen, um mit meiner heizerfreudigen Skigruppe hinterhzukommen. Ein beruhigendes Gefühl war das auf harten Pisten nicht mehr, wenn vorne ständig das Brett fibriert und hinten versucht auszubrechen.

    Ich liebe es dennoch zu carven und tief reinzuliegen, Powdern reizt mich aber noch mehr, wenn ich auch nicht ins Backcountry gehe sondern in der Nähe der Piste bleibe. Aber letzte Wochhe konnte ich ein lauthalses Jauchzen auf dem frischen Powder nicht verkneifen.

    Meine Bedenken beim Flagship oder auch bei einem Mtnpig ist, ob sie ohne mein Zutun gleich von 0 auf 100 beschleunigen oder ich jederzeit bestimmen kann, ob ich mit 20, 50 oder 100 unterwegs sein will. Bei meinem aktuellen Board ist es schon so, dass ich da die ideale Linie suchen muss, um zu beschleunigen, andernfalls ist man gemütlich unterwegs.

  • Ich würde nicht sagen, dass das Flagship einen schlechten Ruf hat, eher im Gegenteil. Es hat aufgrund der älteren Modelle aber den exklusiven Ruf eines for-experts-only. Das hat sich mit den Modernisierungen am Shape jedoch deutlich relativiert.
    Ich bin das Flagship bei einem Hallen-Testival gefahren. Der Schnee ist dort meist nicht besonders schön. Punktuell gibt es etwas Eis, Powder nie.


    Damit das Board im Pow schön hochnäsig wird, hilft auch Taper. Das bedeutet, dass das Board vorne breiter ist als hinten. Hinten bekommt es dadurch weniger Auftrieb und stellt sich dadurch vorne mehr auf. Gewichtsverlagerung, Setback (Bindungen nach hinten) und eine lange Nose und relativ kurzes Tail machen den Rest.


    EDIT: Man kann den Speed beim Flagship noch ganz gut durch driften kontrollieren. Es gibt Boards, die wollen stets nur wie auf Schienen in Richtung der Kante. flagship und Frontier gehören nicht dazu.

    Boots kann man sich auch zuschicken lassen. Wenn aber nur noch ausgesuchte Einzelstücke da sind, ist es zu spät. Unter diesen Umständen kauft man sich rasch etwas unpassendes, weil man den richtigen Boot nie am Fuß hatte. Besser man probiert, wenn die frische Ware kommt.

    2 Mal editiert, zuletzt von SixtyNiner ()

  • Winterzahn


    Danke für die Aufklärung.


    Wie muss ich mir das mit dem Grat genau vorstellen? Vielleicht ein Bild, Bilder sprechen mehr als Worte.
    Ich habe mein Board schon schleifen lassen und konnte keinen Unterschied nachträglich feststellen können. Daher mache ich das nicht regelmässig, aber Du scheinst Dich damit ja bestens auszukennen.

  • ja für Powder ist spoon gut.


    Vom speed konnte ich schwer einschätzen wo da dein Limit oder die Wünsche liegen,

    scheint ja bei freeride eher am Anfang zu sein.


    Naja beschleunigen... maximal 1g.. freier Fall.:)


    Sagen wir mal so.. steife boards mit grossem sidecut radius brauchen speed , direkte Fall Linie und grosse weite Turns um Freude zu bereiten.. flagship und mtnpig gehören zu dieser Klasse.


    und Dancehaul ist auch ein powder Brett mit setback taper und Moontail. Würde ich auf den ersten Blick im Powder nicht schlechter einschätzen, bei speed ja, auch bei speed im powder.

    Es liebt die kleinen Turns, ist einfacher zu steuern, bei geringerem speed nicht so behäbig.


    Du wirst momentan halt nicht den speed im freeride haben den das flagship gerne möchte.

  • Winterzahn


    Danke für die Aufklärung.


    Wie muss ich mir das mit dem Grat genau vorstellen? Vielleicht ein Bild, Bilder sprechen mehr als Worte.
    Ich habe mein Board schon schleifen lassen und konnte keinen Unterschied nachträglich feststellen können. Daher mache ich das nicht regelmässig, aber Du scheinst Dich damit ja bestens auszukennen.

    im oberen Bild ist der Grat etwas übertrieben dargestellt. Dieser Grat macht den Kantengrip zunichte, der kann auch ausbrechen, sich nach oben biegen, abrunden... dss alles verschlimmert den grip.


    im unteren der Sollzustand. Die Kante ist geschliffen, kein vorstehender Grat, für guten Kantengrip 88 Grad Kantenwinkel


    Der wichtigste Kantenbereich ist der in der Umgebung der Bindungen. ist die Kante dort stark ausgebrochen, abgerundet dann muss man sehr viel von der Seitenwange abhobeln und mit dem Schleifstein erst die vorstehenden Beschädigungen / Grat entfernen und dann etliche male mit der Feile abziehen..


    Der Unterschied zwischen 90 und 88 Grad Kantenwinkel ist übrigens stark spürbar, bezüglich Grip auf der harten Piste.

  • Danke Euch.

    Sollte dieser Grat von Auge sichtbar sein? Denn ich meine mit dem Finger breim über die Kante fahren etwas zu spüren, aber von Auge ist da kaum was auszumachen. Ich denke aber, das mein Board vielleicht 90° geschliffen ist. Ist es möglicherweise üblich, dass ein normaler Wachs und Schleifservice einfach 90° macht?


    Winterzahn
    Hast du das schleifen hier schon mal ausführlich erläutert, wie das genau geht? Wenn alle 10 Tage, muss man es schon fast selbst machen. Wäre jedenfalls daran interessiert, was man alles genau benötigt und wie man genau vorgehen muss.

    Einmal editiert, zuletzt von snowhow ()

  • SixtyNiner

    Nichts für ungut, aber ob eine Halle mit Verhältnissen am Berg vergleichbar ist? Naja, ich selbst war noch nie in einer solchen Halle, kenne es nur vom TV, aber scheint immer sehr klein. Dennoch, was sind Deine Erfahrungen mit dem Flaghip 19/20 bezüglich engen Kurven?

    Ich kenne es von mein Board, da fahre ich grosse Radien oder schwenke rasch von einer Kante zur anderen, aber wenn ich in vollem Schuss wieder langsamer werden will drücke ich einfach stärker ins Board und mein gross angesetzer Radius wird kleiner und lasse mich wieder zum Berg hochziehen. Ist das etwas, dass nur mit weichen Brettern möglich ist, oder geht das bei steifen auch? Oder geht das nur mit Spoon?

  • Markus

    Hat den Titel des Themas von „All Mountain / Freerider gesucht“ zu „All Mountain / Freerider Snowboard gesucht“ geändert.
  • Ich denke aber, das mein Board vielleicht 90° geschliffen ist. Ist es möglicherweise üblich, dass ein normaler Wachs und Schleifservice einfach 90° macht?

    Wenn du dem Service nicht sagst welchen Winkel du willst schleifen sie den nach der drin war..


    Sollte dieser Grat von Auge sichtbar sein? Denn ich meine mit dem Finger breim über die Kante fahren etwas zu spüren,

    man spürt ihn ganz gut mit dem fingernagel.. sehen kann man ihn auch, aber nicht so gut..

    Hast du das schleifen hier schon mal ausführlich erläutert, wie das genau geht? Wenn alle 10 Tage, muss man es schon fast selbst machen. Wäre jedenfalls daran interessiert, was man alles genau benötigt und wie man genau vorgehen muss.

    Dazu gibt es unzählige Videos auf Youtube etc.. einfach mal googeln..

    Ich finde das Korua Board Maintainance video gut erklärt